Er hat über 30'000 Facebook-Fans: Das ist der Mann hinter Pegida Schweiz

Ignaz Bearth hat enge Kontakte zur rechtsextremen Szene - nun will er die Pegida in die Schweiz holen. Blick.ch zeigt, wer er ist.

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Deutsche Islamkritiker hatten sich im Herbst letztes Jahres zum Verein «Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» (Pegida) zusammengeschlossen. Seit dem 20. Oktober 2014 veranstaltet Pegida wöchentlich Demonstrationen in Dresden.

Und der Verein findet Anklang: An der letzten Demonstration zählten die Veranstalter 18’000 Teilnehmer. Die Bewegung hat sich in Deutschland bereits in verschiedenen Städten ausgebreitet. Nun ist sie in der Schweiz angekommen.

Am 16. Februar 2015 soll der «1. Abendspaziergang» stattfinden. Als Redner wird der Schweizer Ignaz Bearth (29) auftreten. Er ist Sprecher von Pegida Schweiz und kein Unbekannter in der Schweizer Politik.

Im Sommer 2012 gründete Bearth die Direktdemokratische Partei Schweiz (DPS), welcher er als Parteipräsident vorsteht. Die Partei positioniert sich rechts von der SVP.

«Kurze Zeit» Pnos-Mitglied

Politisch ist Bearth umstritten. Immer wieder wird dem Uzwiler nämlich vorgeworfen, an Anlässen von Neonazis teilgenommen zu haben.

Doch Bearth wehrt sich seit jeher dagegen, rechtsextrem zu sein. Er sei über «eine kurze Phase» Passiv-Mitglied der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) gewesen, bevor er sich der St. Galler SVP angeschlossen habe. Auch eine Verbindung zur Jobbik, einer rechtsextreme Bewegung in Ungarn, wird ihm nachgesagt.

Im Internet finden sich Hinweise, er sei als «Nazi-Filmer» aktiv gewesen und als Redner am rechtsextremen «Europatag 2007» aufgetreten. Weiter ist er Mitglied der AUNS, Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz.

Mit seiner Partei DPS tritt Bearth im Oktober 2015 mit einer eigenen Liste zu den Nationalratswahlen an. So etwa in St. Gallen.

Bearth will «Mut zur Heimat»

Schwerpunkte sind gemäss Homepage der Partei das «Ja zur direkten Demokratie», der «Mut zur Heimat» und das «Nein zur Islamisierung». Die Partei verfügt nach eigenen Angaben über gut hundert Mitglieder.

Auf europäischer Ebene sucht Bearth aktiv den Kontakt mit anderen «heimatliebenden Parteien». Im letzten September war man zu Besuch bei der französischen Rechtspartei Front National und auch mit der österreichischen FPÖ steht die DPS in Verbindung. Auf Facebook ist Bearth mit 30’656 «Gefällt mir»-Angaben einer der beliebtesten Schweizer Politiker überhaupt. Doch sind diese Fans wirklich echt? Inzwischen hat die Online-Plattform «Vice-Alps » nachgewiesen, dass der Grossteil der Unterstützer von Bearth aus dem Ausland stammen. Möglicherweise sind sie sogar gekauft.

Mit Hilfe eines Tools haben die «Vice»-Leute nämlich die Herkunftsorte der Likes ermittelt. Demnach kommen 43 Prozent von Bearths Anhänger aus Indien, je etwa 14 Prozent aus Serbien, Österreich und Deutschland und 4 Prozent aus Argentinien. Einige richtige Anhänger hat er aber, immerhin 4 Prozent der Likes stammen aus der Schweiz - also gut 1200.

Kundgebung am 16. Februar

Ebenfalls als Rednerin aufgeführt ist Tatjana Festerling. Die Deutsche ist Gründungsmitglied der europakritischen AfD Hamburg (Alternative für Deutschland). Zuletzt stand sie in der deutschen Presse in der Kritik, weil sie an einer von Hooligans organisierten Demonstration gegen Salafisten in Köln teilgenommen habt. Diese hatte sie in der «Weltwoche» dann auch verteidigt.

Weiter kommt Susanne Andrea Helfenbein, Mitglied der FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs). Und Edwin Utrecht, der als holländischer Pegida-Aktivist bekannt ist.

Wo die Kundgebung am 16. Februar stattfinden wird, ist noch offen.

Publiziert am 12.01.2015 | Aktualisiert am 12.01.2015
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20 Kommentare
  • Roman  Meister 12.01.2015
    SIE SIND UNS NAHE UND DOCH SO FERN!
    JA zum Islam, JA zur KAth. Kirche, JA zur Ref. Kirche, JA zu Juden, Ja zum Rest der Religionen. NEIN zu Extremisten auf allen Seiten. Das Problem ist doch, dass dank der Religionsfreiheit Islamisten und Salafisten auf offener Strasse werben dürfen und Stände aufstellen. Da beginnt das Problem. Würde die Politik endlich gegen die Extremen vorgehen währen die ¨normalen¨ kein Problem. NEIN zur Releigionsfreiheit für Extreme!
  • Erich  Engelbert aus Zürich
    12.01.2015
    Die Schwezer werden erst aufwachen, wenn sie auf der Strasse verprügelt, ihre Frauen vergewaltigt und ihre Kinder verschleppt werden.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    12.01.2015
    Solche Gruppierungen sind wie Unkraut, vergisst man den Boden richtig zu bestellen, schiesst das Unkraut in die Höhe ! Schuld sind nicht die Bürger, schuld sind die Politiker, die den Puls des Volkes nicht mehr spüren...da hilf dann auch Monsanto nicht mehr.....
  • Peter  Schwery 12.01.2015
    höchste Zeit,
    auf Extremisten und Fundamentalisten haben wir lange gewartet.
    Und wenns Einheimische.... vormachen wirds sicher auch Nachmacher geben.
  • William  Quispe aus Bellinzona
    12.01.2015
    Verbietet alle Religionen, und wir haben Ruhe auf dem Planeten.