Entschädigung für nicht bezogene Ferien Chefbeamter geht mit rund 84’000 Franken extra in die Rente

Schon wieder hat ein Spitzenbeamter des Bundes deutlich zu viele Ferien angehäuft. Schon wieder betrifft es das Finanzdepartement.

Staatsbeamte häufen zu viele Ferientage an: 84'000 CHF Entschädigung play
Gustave Marchand (65, 2. v. l.) erhält rund 84’000 Franken für nicht bezogene Ferien. Keystone

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf distanziert sich von ihrer...
2 Deutlicher Rückgang Nur noch 4200 auf der Ausschaffungs-Warteliste
3 Frisch verliebt! Irena fühlt SVP-Hess auf den Zahn

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
1 shares
26 Kommentare
Fehler
Melden

Am 21. November hat der Bundesrat beschlossen, dem Chefbeamten des Bundesamtes für Bauten und Logistik, Gustave Marchand, 83’811 Franken zu zahlen, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.

Damit soll Marchand, der pensioniert wird, für nicht bezogene Ferien entschädigt werden. Marchand habe noch ein Ferienguthaben von 59,5 Tagen, wie Bundesrat Maurer dem Gesamtbundesrat offenbar vorgerechnet hat.

Bundesrätin Sommaruga habe von Maurer wissen wollen, wie es komme, dass ein Chefbeamter des Finanzdepartements (EFD) so viele Ferientage anhäufe, obwohl das Eidgenössische Personalamt in einer Weisung selbiges untersagt habe.

Zudem habe sie ihn gefragt, ob die Ferien Marchands nur aus den letzten fünf Jahren stammten, da Ferienansprüche laut Obligationenrecht nach fünf Jahren verjährten.

Die Antwort von Bundesrat Maurer kennt der «Tages-Anzeiger» nicht. Maurers Medienstelle sagte auf Anfrage: «Über Details zu Personalfragen, welche im Bundesrat beschlossen worden sind, können wir keine Auskunft geben.»

Nicht der erste Fall

Das sei nach Staatssekretär Jacques de Watteville im Juni bereits der zweite Fall eines riesigen Ferienguthabens im EFD (BLICK berichtete). De Wattewille hatte laut «Tages-Anzeiger» per Ende Juni einen Ferienberg von 148 Tagen angehäuft.

Bei ihm gebe es aber eine Erklärung dafür: Er habe als Botschafter in Damaskus, Peking und Brüssel, aber auch als Chef des Staatssekretariats für Internationale Finanzfragen immer so viel zu tun gehabt, dass es ihm nicht möglich gewesen sei, seine Ferien immer zu beziehen.

Bei Gustave Marchand sei das anders. Marchand habe als Direktor ganz einfach «Pech gehabt», er habe mehrmals für wichtige verlorene Mitarbeiter einspringen müssen. (wif)

Publiziert am 06.12.2016 | Aktualisiert am 06.12.2016
teilen
teilen
1 shares
26 Kommentare
Fehler
Melden

26 Kommentare
  • alois  Leimgruber aus Villmergen
    07.12.2016
    Das gibt pro Ferientag 1408 Fr. Man muss sich das mal auf der Zungen vergehen lassen. Einfach glaublich wie sich gewisse Beamten bereichern können auf unsere Kosten.
  • Schmid  Edi 07.12.2016
    Traurig, was da abgeht. Man regt sich auf, morgen ist alles vergessen
    und die Steuergelder werden weiter sinnlos "verlocht".
    Den Reichen wird noch mehr gegeben und der "Büezer" wird ausgesogen.
  • Remo  Albrecht aus Höri
    06.12.2016
    Rechnen wir doch mal schnell nach:
    60 Tage Ferien = Fr. 83811.
    Ergibt Monatslohn von fast Fr. 42000.!

    Was machen wir als Büezer eigentlich falsch? Sollten wir auch nicht entsprechend entlöhnt werden? Wann geht der Bund mit guten Beispiel voran und zahlt vernünftige Löhne?
    Wie viele Familien haben nicht mal ein Reineinkommen in dieser Höhe p.a.!
    Angestellte erhalten subvent. Krippenplätze (damit die Frauenquote eingehalten werden kann, das ist einfach nur HALTLOS!!!)...
    Was noch?

  • Roman  Bachmair aus Naters
    06.12.2016
    Da kommt mir gerade in den Sinn, wie das aus eigener Erfahrung war: Man braucht bei Kantonen und Bund nicht viel zu arbeiten bzw. ist die Arbeit ja schon als Ferien anzusehen, demnach gehen entsprechend die "unnötigen" Ferien vergessen bzw.: "Häufen sich an"!

    Ich lache mir wieder einmal mehr einen Schranz, wie da die Steuerzahler für dumm und dämlich verkauft werden!
  • Adrian  Züger 06.12.2016
    Alle die jetzt in ihren Kommentaren über das System in Bern jammern will ich daran erinnern das wir dass Volk die Politiker wählen und es somit in der Hand haben ob es in Zukunft weiterhin solche Sache gibt
    aber bei den nächsten Abstimmungen hat das Volk alles wieder vergessen und in Bundesbern geht es weiter mit Geld ausgeben
    • Theres  Küenzi aus Seeberg
      07.12.2016
      ich frage mich welche politiker man überhaupt noch mit guten gefühl wählen kann? alle sind doch gleich. sobald sie an der quelle sind, bedient sich jeder schamlos aus dem töpfchen.