Energiewende-Freunde wegen Referendum kampfbereit «Die Energiepolitik wird nicht in Herrliberg gemacht»

BERN - Das Referendum der SVP gegen die Energiestrategie 2050 steht. Doch auch die Befürworter der Vorlage sind bereits kampfbereit: Ein Politik-, Umwelt- und Wirtschaftskomitee treten für die Energiewende an. Bereits mit im Boot sind auch viele Freisinnige.

Energiewende-Referendum: Überparteiliches Politiker-Komitee im Einsatz play
SP-Fraktionschef und Energiepolitiker Roger Nordmann: «Das Stimmvolk will den Atomausstieg und die Energiewende. In diesem Land wird die Energiepolitik nicht in Herrliberg gemacht.» EQ Images

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Am 21. Mai entscheidet das Stimmvolk über die Energiestrategie 2050. Das Referendum der SVP kommt zustande, wie Parteichef Albert Rösti im BLICK-Interview bestätigt: «Ja, das Referendum steht. Wir haben deutlich über 60’000 Unterschriften gesammelt.» Am 19. Januar werden die beglaubigten Unterschriften eingereicht.

«Heimatmüde SVP»

Die Befürworter der Energiestrategie haben sich auf diesen Tag vorbereitet. Hinter den Kulissen haben sich bereits verschiedene Ja-Komitees formiert. «Wir überlassen nichts dem Zufall!», sagt SP-Fraktionschef Roger Nordmann (VD) zu BLICK. Er selbst präsidiert den Verein «Ja zur Energiestrategie», dem insbesondere Umwelt- und Ökoenergie-Verbände angehören und der die Ja-Kampagne anführen wird.

«Wir kämpfen für eine saubere, inländische Energieversorgung, während die heimatmüde SVP unsere Energieversorgung von Auslandimporten abhängig machen will», wettert der SP-Energiepolitiker. Nordmann zeigt sich siegesgewiss: «Das Stimmvolk will den Atomausstieg und die Energiewende. In diesem Land wird die Energiepolitik nicht in Herrliberg gemacht.»

Überparteiliches Parlamentarier-Komitee 

Auch ein von der CVP angeführtes, überparteiliches Politiker-Komitee steht bereits Gewehr bei Fuss. 134 Bundesparlamentarier machen derzeit mit – nur Vertreter der SVP sind noch keine dabei. Umso wichtiger ist für die Befürworter, dass gut zwei Dutzend Freisinnige im Ja-Komitee aktiv sind.

Energiewende-Referendum: Überparteiliches Politiker-Komitee im Einsatz play
FDP-Ständerat Damian Müller (LU): «Wir haben der Vorlage die Giftzähne gezogen, umso mehr stehen wir jetzt in der politischen Verantwortung, der Vorlage zum Durchbruch zu  verhelfen.» EQ Images

Darunter etwa Bauernverbandsdirektor Jacques Bourgeois (VD) oder die Unternehmer Ruedi Noser (ZH) und Peter Schilliger (LU). Auch FDP-Ständerat Damian Müller (LU) engagiert sich für das Projekt: «Wir haben der Vorlage die Giftzähne gezogen, umso mehr stehen wir jetzt in der politischen Verantwortung, ihr zum Durchbruch zu  verhelfen.»

Und Ständerätin Karin Keller-Sutter (SG) erklärt: «Die Energiestrategie 2050 sieht vor, dass die KKW weiter laufen dürfen, solange sie sicher sind. Die Subventionen sind ausserdem befristet, was ich richtig finde.»

Wirtschaft mobilisiert für Ja

Doch damit nicht genug. Unter der Führung der Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (AEE Suisse) macht sich auch ein prominentes Wirtschaftskomitee für die Energiestrategie 2050 stark. Darin vertreten sind etwa BKW-Chefin Suzanne Thoma, Swisspower-Chef Ronny Kaufmann, Flumroc-Geschäftsführer Kurt Frei oder Arosa-Kurdirektor Pascal Jenny.

Energiewende-Referendum: Überparteiliches Politiker-Komitee im Einsatz play
BKW-Chefin Suzanne Thoma engagiert sich im Komitee «Schweizer Wirtschaft für die Energiestrategie 2050». KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

«Die Energiestrategie ist ein ausgewogenes Massnahmenpaket für die längst fällige Modernisierung unseres Energiesystems», sagt AEE-Suisse-Geschäftsführer Stefan Batzli. Das sichere Arbeitsplätze und Wohlstand in der Schweiz.

Batzli ist sich sicher: «Sobald das Referendum eingereicht ist, werden sich noch weitere Wirtschaftsführer unserem Komitee anschliessen.»

Publiziert am 12.01.2017 | Aktualisiert am 14.01.2017
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20 Kommentare
  • Rolf  Hess 14.01.2017
    Energie ist nicht, wie Wechselstrom, einfach zu wenden. Das Einzige, was mir von den enormen Tätigkeiten von Herr Nordmann geblieben ist, ist der Toilettengang einer ganzen Fraktion inklusive deren Bundesrätin. Diese Respektlosigkeit gegen politische Gegner hat bis jetzt noch Keiner fertiggebracht. Vielleicht probieren sie es einmal mit Topfpflanzen, so wie das im Moment das türkische Parlament vormacht.

  • Walter  Kalberer aus Wangs
    13.01.2017
    In der Nord und Ostsee stehen sie zu Tausenden die Windturbinen. Mehr als die Hälfte stehen still. Kilometerweit stehen Solaranlagen auf schönem Land das die dortigen Bauern nützen könnte um Lebensmittel für die Hungernde Welt zu produzieren. Auf die Nachfrage bei einem Arbeiter der Windturbinen warum so viele still stehen, antwortete er mir weil sie ihn nicht ins Netz speisen können. Teuer Subventioniert und nicht gebrauchen, was nütz das? Ich will nicht wegen SP, Grünen, CVP, FTP abhängig sein
  • Dracomir  Pires aus Bern
    13.01.2017
    Es ist eine sehr gewagte Behauptung des Sozialisten, dass das Stimmvolk die Energiewende will. Ich bin auch das Stimmvolk, aber 3000 Franken für diesen Unsinn sind mir einfach zu teuer.
    • Hansjürg  Meister 13.01.2017
      Dieser Sozialist will zuallererst einmal sichere Aufträge für seine eigene Solarfirma. Da lässt es sich leicht von "das Volk will" posaunen.
  • Fritz  Frigorr 13.01.2017
    Dinosaurier hängen immer noch an ihren AKWs, dabei gibt es genügend neue Energiequellen, die auch noch viel umweltfreundlicher sind.
  • Erich  Winter , via Facebook 12.01.2017
    Durch die Best mögliche Technollogie.Herr Nordmann. Die Energiestrategie wird duch die Initiative, resp. dem Stimmbürger vorgelegt,und wir müssen entscheiden.Und zwar nicht erst 2050.Von der Natur geliefert .Durch das Energiecoaching ermöglicht. Darum hoffe ich, dass alle möglichen Alternativen von erneuerbaren Energien und Effizienz geprüfft werden. Und, dem Entsprechend in der Umverteilung förderativ honoriert werden. Und nicht nur teure Vorgaben in Sachen einsparung und Besteuerung bleiben.