Malta schickt Asylbewerber weiter Ein Flüchtling für Liechtenstein – 20 für die Schweiz

VADUZ/BERN - Malta wird von Asylbewerbern aus Tunesien und Eritrea überschwemmt. Aus diesem Grund hat sich das Fürstentum Liechtenstein bereit erklärt, einen einzigen anerkannten Flüchtling aus Malta zu übernehmen. Auch die Schweiz muss helfen.

  • Publiziert: 01.02.2012
  • Karin Müller
play Ist das Ländle noch zu unbekannt bei Asylbewerbern? (Keystone)

Auch das Fürstentum Liechtenstein muss im Rahmen der Schengen-Abkommen Flüchtlinge aufnehmen. So vermeldet das Ausländer- und Passamt Liechtenstein (APA) die bevorstehende Aufnahme eines Eritreers, der in Malta als Flüchtling anerkannt ist.

Malta wird derzeit von einer Welle von Asylsuchenden aus Tunesien und Eritrea überrollt. Deshalb sucht man jetzt nach «Abnehmern».

Der eine Flüchtling aus Malta wird nun aus einem liechtensteinischen «Akt der Solidarität» ins Ländle integriert. Dies bestätigt Heribert Beck vom APA.

Auch die Schweiz muss Flüchtlinge aus Malta  übernehmen

De Schweiz unterstützt Malta ebenfalls. Dies bestätigt Michael Glauser vom Bundesamt für Migration (BfM). «Für die Schweiz in Frage kommen einzig Personen, die vom UNHCR  als Flüchtlinge  anerkannt und bereit sind, sich in der Schweiz zu integrieren. Es werden voraussichtlich 15 bis 20 Personen sein», erklärt der BfM-Sprecher.

Generell hat das Ländle weniger Probleme als die Schweiz. Die Zahl der Asylbewerber sank innert drei Jahren von fast 300 auf 75. Auch weil die Behörden den Asylentscheid rasch fällen.

90 Prozent der Gesuche werden in einem Monat erledigt

Beck: «Im Schnitt der vergangenen Jahre war es so, dass Liechtenstein in 75 Prozent der Fälle den erstinstanzlichen Entscheid innerhalb eines Monats gefällt hat. Innerhalb eines halben Jahres waren es fast 90 Prozent.»

Die Schweizer Migrationsbehörden benötigen für einen erstinstanzlichen Entscheid im Schnitt 232 Tage. Dies bestätigt Michael Glauser vom Bundesamt für Migration (BfM) heute.

Das Bevölkerungsverhältnis Liechtensteins zur Schweiz beträgt 220:1. Die 75 Gesuche wären im Verhältnis also 16’500 in der Schweiz – und damit noch immer rund 6’000 weniger als in der Schweiz im Jahr 2011.

Liechtenstein zu wenig bekannt bei Asylsuchenden

Was macht Liechtenstein besser? Beck: «Dass die Zahlen seit 2009 drastisch gesunken sind, ist auf viele Faktoren zurückzuführen – gerade bei unseren verhältnismässig geringen Fallzahlen können auch Zufälle eine grosse Rolle spielen. Zwei Grossfamilien mehr, die ein Gesuch stellen, und wir sind im Verhältnis schon wieder sehr nahe bei den Schweizer Zahlen.»

Liechtenstein ist bei vielen Asylsuchenden auch zu wenig bekannt. 17 Asylbewerber reisten im vergangenen Jahr nachweislich illegal aus der Schweiz in Liechtenstein ein. Sie wurden wegen dem Rücknahme-Abkommen direkt zu uns zurückgeschafft.

 

Bundesrätin Sommaruga und Migrationschef Mario Gattiker informieren die Medien morgen Vormittag zur aktuellen Lage im Asylwesen.

Kommentare (17)

  • Fred  Bartlome
    Malta macht das sehr geschickt - anerkennt die Fluechtlinge und reicht diese in ein anderes Schengenlad weiter zum Bezahlen. WIr koenne nicht einmal selbst entscheiden, ob es sich wirklich um Fluechtlinge handelt. Das nennt man modernes Entsorgen von Problemen!
    • 02.02.2012
    • 0 Gefällt mir
  • heinz  bieinisowitsch
    Liebe Zwerge und Märchentanten im Bundeshaus Bern ich hätte für euch einen Vorschlag, in eurer Villa Bundeshaus hatt es noch so viel Platz für die so armen Zugvögel von Scheinasylanten,da ihr das ganze Jahr viele unnötige Reisli macht würde es euch sicher nicht stören wenn diese so Armen im Archivbunker Wohnen!!! Bessere Kontrolle !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    • 02.02.2012
    • 3 Gefällt mir
  • Mike  Theissl
    Leute, ich fühle mit euch. Es nervt mich selbst was da in unserer Regierung abläuft. Und ich könnte Amok laufen was ich alles sehe. Aber glaubt ihr wirklich , dass irgend jemand von dort oben unsere Artikel hier oder überhaupt liest und für ernst genommen fühlt ?
    Ich weis nur eins, ich fühl mich verlassen und verarscht von unserer Regierung. Ich erlebe täglich Kriminalität von sogenannten Asylanten die auch noch über das Schweizer Volk lachen und sagen wie blöd wir eigentlich sind, aber alles was geht ausnützen.
    Tja, unsere Regierung sollte vielleicht mal mehr Zeit aufwenden und Meinungen des Volkes studieren.
    Auch begreiffe ich nicht wiso die Migrationsbehörden für einen erstinstanzlichen Entscheid im Schnitt 232 Tage benötigen. Hallo ? 232 Tage?
    Wenn die Behörden mit der Masse/Anzahl der Asylgesuche nicht
    in einer annehmbaren Abarbeitszeit klar kommt , warum werden dann einfach immer mehr angenommen ?
    Das begreiffe wer will.
    • 01.02.2012
    • 3 Gefällt mir
  • Thomas  Weber
    warum sollen sich die Asylanten dann hier Integrieren? Die sind doch nur solange hier, bis sie wieder heim können???
    • 01.02.2012
    • 2 Gefällt mir
  • Jo  Klein , Rorschach
    Ich bin absolut gegen die Asylpolitik die die Schweiz hier zum Besten geben will. Es ist einfach nur eine Schande für jeden Schweizer der nicht diese Hlfe bekommt.Ich für mich akzeptiere diese Asylpolitik nicht mehr und gehe auf die Strasse wen es zu einer Demo kommt.Ich lasse mir das nicht mehr gefallen.Die Schweiz sowie die EU hat kein Recht den Europäern eine solche Suppe eizubrocken.
    • 01.02.2012
    • 5 Gefällt mir
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