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Ist das Ländle noch zu unbekannt bei Asylbewerbern? (Keystone)
Auch das Fürstentum Liechtenstein muss im Rahmen der Schengen-Abkommen Flüchtlinge aufnehmen. So vermeldet das Ausländer- und Passamt Liechtenstein (APA) die bevorstehende Aufnahme eines Eritreers, der in Malta als Flüchtling anerkannt ist.
Malta wird derzeit von einer Welle von Asylsuchenden aus Tunesien und Eritrea überrollt. Deshalb sucht man jetzt nach «Abnehmern».
Der eine Flüchtling aus Malta wird nun aus einem liechtensteinischen «Akt der Solidarität» ins Ländle integriert. Dies bestätigt Heribert Beck vom APA.
Auch die Schweiz muss Flüchtlinge aus Malta übernehmen
De Schweiz unterstützt Malta ebenfalls. Dies bestätigt Michael Glauser vom Bundesamt für Migration (BfM). «Für die Schweiz in Frage kommen einzig Personen, die vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannt und bereit sind, sich in der Schweiz zu integrieren. Es werden voraussichtlich 15 bis 20 Personen sein», erklärt der BfM-Sprecher.
Generell hat das Ländle weniger Probleme als die Schweiz. Die Zahl der Asylbewerber sank innert drei Jahren von fast 300 auf 75. Auch weil die Behörden den Asylentscheid rasch fällen.
90 Prozent der Gesuche werden in einem Monat erledigt
Beck: «Im Schnitt der vergangenen Jahre war es so, dass Liechtenstein in 75 Prozent der Fälle den erstinstanzlichen Entscheid innerhalb eines Monats gefällt hat. Innerhalb eines halben Jahres waren es fast 90 Prozent.»
Die Schweizer Migrationsbehörden benötigen für einen erstinstanzlichen Entscheid im Schnitt 232 Tage. Dies bestätigt Michael Glauser vom Bundesamt für Migration (BfM) heute.
Das Bevölkerungsverhältnis Liechtensteins zur Schweiz beträgt 220:1. Die 75 Gesuche wären im Verhältnis also 16’500 in der Schweiz – und damit noch immer rund 6’000 weniger als in der Schweiz im Jahr 2011.
Liechtenstein zu wenig bekannt bei Asylsuchenden
Was macht Liechtenstein besser? Beck: «Dass die Zahlen seit 2009 drastisch gesunken sind, ist auf viele Faktoren zurückzuführen – gerade bei unseren verhältnismässig geringen Fallzahlen können auch Zufälle eine grosse Rolle spielen. Zwei Grossfamilien mehr, die ein Gesuch stellen, und wir sind im Verhältnis schon wieder sehr nahe bei den Schweizer Zahlen.»
Liechtenstein ist bei vielen Asylsuchenden auch zu wenig bekannt. 17 Asylbewerber reisten im vergangenen Jahr nachweislich illegal aus der Schweiz in Liechtenstein ein. Sie wurden wegen dem Rücknahme-Abkommen direkt zu uns zurückgeschafft.
Bundesrätin Sommaruga und Migrationschef Mario Gattiker informieren die Medien morgen Vormittag zur aktuellen Lage im Asylwesen.
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