«Ehe für alle» Ständerat sagt Ja zur Homo-Ehe

Homosexuelle Paare sollen heiraten dürfen. Die Rechtskommission des Ständerates hat sich dafür ausgesprochen, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen.

Feiern den Ständerats-Entscheid: Personen der «Operation Libero», die sich für die Ehe für alle einsetzt. play

Feiern den Ständerats-Entscheid: Personen der «Operation Libero», die sich für die Ehe für alle einsetzt.

KEYSTONE/Peter Schneider

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Die Ständeratskommission stimmte der parlamentarischen Initiative «Ehe für alle» der Grünliberalen Fraktion mit 7 zu 5 Stimmen zu, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Die Nationalratskommission hatte sich mit 12 zu 9 Stimmen bei 1 Enthaltung dafür ausgesprochen. Nun kann sie einen Erlass ausarbeiten, über den dann das Parlament befinden wird.

Auch für heterosexuelle Paare soll es eine Änderung geben: Sie sollen wie in Frankreich eine eingetragene Partnerschaft eingehen können. Die Initiative fordert, dass alle rechtlich geregelten Lebensgemeinschaften für alle Paare geöffnet werden, ungeachtet ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung.

Die Rechtskommission des Ständerates ist der Ansicht, dass damit den tatsächlichen gesellschaftlichen Gegebenheiten Rechnung getragen wird, wie sie schreibt. Weil es um eine Verfassungsänderung geht, hat das Volk das letzte Wort.

Nach dem Willen der Grünliberalen Fraktion soll in den Artikeln 14 und 38 der Bundesverfassung der Begriff der Lebensgemeinschaft verankert werden. Lebensgemeinschaften wie die eingetragene Partnerschaft und das Konkubinat verdienten den gleichen Grundrechtsschutz wie die Ehe, heisst es in der Begründung zur Initiative.

Die Grünliberalen geben zu bedenken, Menschen heirateten unter anderem, weil sie ihre Lebensgemeinschaft auf eine dauerhafte Basis stellen wollten, sich gegenseitig finanziell absichern und gegenüber der Gesellschaft ihre Verbundenheit ausdrücken möchten. Einem Teil der Gesellschaft in der Schweiz würden diese Rechte jedoch heute verweigert, ihnen stehe nur eine «Ehe zweiter Klasse» in Form der eingetragenen Partnerschaft offen.

Diese «Deklassierung aufgrund biologischer Unterschiede» sei mit einem liberalen Gesellschaftsbild und einem modernen Rechtsstaat unvereinbar. Deshalb hätten weltweit über ein Dutzend Länder die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert. Den Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften werde damit nicht vorgeschrieben, wer bei ihnen vor den Altar treten dürfe. Die Änderung verpflichte den Gesetzgeber ausserdem nicht, homosexuellen Paaren die Adoption zu ermöglichen. (SDA)

Publiziert am 01.09.2015 | Aktualisiert am 01.09.2015
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9 Kommentare
  • Eugen  Inauen 02.09.2015
    Das ist der Tanz ums "Goldene Chalb" und die
    Verwerfung der 10 Gebote. Da ist niemand mehr
    Herr der Lage und etwas Gutes kann man nicht
    durch Schlechtes schaffen.
  • Peter  Jodel 02.09.2015
    "Die Änderung verpflichte den Gesetzgeber ausserdem nicht, homosexuellen Paaren die Adoption zu ermöglichen."

    Haben wir gelacht? Ja, wir haben gelacht! Das wird nämlich gleich die Anschlussforderung sein. Ich wette hiermit einen Betrag von 1000 Franken, dass dem so sein wird. Wenn einige von Euch dagegen halten, werde ich ein gutes Geschäft machen. Sagen wir, 6 Monate nach Einführung der Neuerung?
  • Werner  Stauffacher 01.09.2015
    Logischer- und konsequenterweise muss man jetzt auch über die Freigabe der Polygamie diskutieren, denn das ist die Nächste Minderheit, welche Gleichberechtigung fordert. Leute, wie schnell doch unsere Dekadenz voranschreitet
  • Klaus  Müller 01.09.2015
    Gleichgeschlechtliche Beziehung sollen sicher nicht als minderwertig bewertet werden, aber eine Ehe wird es nie sein. Denn Kinder haben nun einmal eine Mutter und einen Vater und es ist jedem Kind zu wünschen, dass es bei den leiblichen Eltern aufwachsen darf. Freie Wahl der Beziehung ja, aber hinter dem Gleichheitswahn verbirgt sich allzuoft der Egoismus der Erwachsenen in einer Egoismusgesellschaft.
  • London  James , via Facebook 01.09.2015
    Es geht hier darum, wenn Männer/Frauen in einer eingetragenen Partnerschaft sind, weiß jeder dass es um ein schwules oder lesbisches Paar handelt. Und wenn wir, die gleiche Rechte wie heterosexuelle Paare haben, heißt es in den Akten schlicht und einfach: verheiratet. Punkt. Dann braucht es weder ein Coming Out am Arbeitsplatz oder sonst wo. Mann wird nicht bloßgestellt. Deshalb ja: Ehe für Alle.
    • Peter  Nägeli , via Facebook 02.09.2015
      Wenn dem so wäre müsste aber die eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare sofort wieder verboten werden da sonst damit ja "Hetero" Paare die in dieser Form zusammenleben diffamiert würden!
      Ich habe zwar nichts gegen "gleichgeschlechtliche" Paare, aber dass das nun "normalisiert wird find ich nicht angebracht!