Drei Wochen vor der Abstimmung sind 56 Prozent für den Atomausstieg Noch glauben alle an einen Sieg

BERN - Das Volk hätte die Atomausstiegs-Initiative erneut angenommen. Die Initianten sehen das als gutes Zeichen, doch auch die Gegner sind weiterhin optimistisch.

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Wäre diese Woche abgestimmt worden, käme schon 2029 kein Dampf mehr raus: Das Kernkraftwerk Leibstadt ALESSANDRO DELLA BELLA

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Am Freitag wurde die zweite Tamedia-Umfrage zur Abstimmung vom 27. November über die Initiative für einen geordneten Ausstieg aus der Atomenergie veröffentlicht. Die Resultate sind erstaunlicherweise sehr ähnlich wie bei der ersten Umfrage: Zurzeit sind immer noch 56 Prozent der Befragten für die Initiative, während das Nein-Lager immerhin auf 43 Prozent gewachsen ist. Ein Prozent der Teilnehmer ist noch unsicher.

Die Gegner lassen sich nicht aus der Ruhe bringen

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Er gibt nicht auf: Der Solothurner CVP-Nationalrat und Kopf des Gegenkomitees, Stefan Müller-Altermatt (40). MARCEL BIERI

Doch Stefan Müller-Altermatt, CVP-Nationalrat und Leader der Gegenkampagne, bleibt zuversichtlich: «Wir können es immer noch schaffen.» Natürlich werde es eng. Sie müssten das Gegenprojekt zur Atomausstiegs-Initiative, die Energiestrategie 2050, medial präsenter machen. So könne man dem Volk erklären, dass ein Nein zur Initiative nicht ein Nein zum Atomausstieg ist. «Da hat uns das Referendum der SVP zur Energiestrategie natürlich überhaupt nicht geholfen.»

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Er kann sich nicht vorstellen, dass die Initiative angenommen wird: Der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen (35). PETER SCHNEIDER

Und auch Christian Wasserfallen, Nationalrat und Energiepolitiker der FDP, ist zuversichtlich: «Ich habe in der Bevölkerung noch keine flammenden Befürworter der Initiative ausgemacht.» Grösser sei dagegen die Angst vor den Konsequenzen, namentlich vor Versorgungsengpässen und der Entschädigungspflicht. «Warten wir die Abstimmung ab. Ich bin überzeugt, dass das Volk diese Hauruck-Übung ohne Nutzen ablehnen wird.»

Grünen-Parteipräsidentin Regula Rytz macht sich an der Delegiertenversammlung in Olten für mehr Demokratie in Zeiten der Globalisierung stark. play
Die Umfrage gibt ihr neue Energie: Die Berner Grünen-Nationalrätin und Präsidentin der Grünen, Regula Rytz (54). WALTER BIERI

Bei den Initianten ist die Freude dagegen gross. Regula Rytz, Präsidentin der Grünen Partei, findet: «Es freut uns sehr, dass die haarsträubenden Argumente der Gegenseite nicht gefruchtet haben.» Es sei ihr natürlich klar, dass die Abstimmung noch nicht gewonnen ist. «Trotzdem gibt uns das Resultat viel Energie für den Schlussspurt.»

Publiziert am 07.11.2016 | Aktualisiert am 28.12.2016
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  • Herbert  Widmer aus Sagogn
    08.11.2016
    Eigentlich muss man gar nicht an die Urne gehen. Es spielt gar keine Rolle, ob die Initiative abgelehnt oder angenommen wird. Wie die MEI Debatte zeigt, werden der NR und die SR dann sicher einen Weg finden um das Abstimmungsergebnis zu umgehen. Liebe Stimmberechtigten, das ist Demokratie 2016!
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    08.11.2016
    Passend zum Thema kam gestern auf ZDFinfo die Sendung Leschs Kosmos über die Tschernobyl-Katastrophe und ihre Folgen, wer das gesehen hat weiss genau was er oder sie abstimmen wird! Wir werden nach den beiden Katastrophen durch menschliches Versagen sowie durch Tsunami die dritte Gau-Variante bieten, nämlich durch Materialermüdung!! Die halbe Schweiz kann man dann schliessen und die Folgeerkrankungen, vor allem Kinder mit Schilddrüsenkrebs, werden massiv zunehmen! Wer will so eine Zukunft?
  •   Charles Bornand aus Zürich
    08.11.2016
    Ich bin auch kein Freund der Atomenergie und deshalb für den geordneten mittelfristigen Ausstieg, wenn wir die fehlende Energie adäquat ersetzen können und nicht Atom- und Kohlestrom importieren müssen. Ich bitte darum, dieser unsäglichen Ritz den Stecker als erstes zu ziehen, wenn wir einen Stromengpass haben.
  • Simon  Hindermann aus Felsberg
    08.11.2016
    Wenn dr Atomausstieg mit 50.2 Prozent angenommen wird, schaltet man dann nur 2 ab? Ich denke so an Atomausstieg light. Wie es schon üblich ist. Volk hin oder her. Es wäre fair :-))
  • german  schnyder aus erschmatt
    08.11.2016
    Der strom wird unheimlich teuer
    Daher NEIN zum atom ausstieg
    Lieber ferien als teuren solarstrom und windenergie aus dem ausland
    Schweizer bleibt selbststaendig auch in der energie.
    Deutschland und die EU kann kein beispiel sein.