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Moritz Leuenberger konnte sich vorerst nicht durchsetzen: Seine Kollegen wollen keine zusätzliche Werbung am Schweizer Fernsehen. (Keystone)
Ende Februar enthüllte der SonntagsBlick den Plan von Bundesrat Moritz Leuenberger, dem Schweizer Fernsehen zusätzliche Werbeblöcke zu gestatten. Vor 18 Uhr und nach 23 Uhr sollten Spots auch in kurzen Sendungen von 30 Minuten möglich sein.
Sprich: Dem TV-Publikum drohte die volle Werbe-Dröhnung alle 15 Minuten. Nur in der Hauptsendezeit sollten weiterhin die bisherigen Regeln gelten: Unterbrechungen sind lediglich bei Sendungen von mindestens 90 Minuten Länge erlaubt.
Die zusätzliche Unterbrecherwerbung könnte SF bis zu fünf Millionen Franken in die Kassen spülen – doch sie ist enorm unpopulär, wie die Leserumfrage des SonntagsBlicks zeigte: 94 Prozent lehnen die Neuregelung ab!
Bereits Anfangs April hätten die Neuerungen in Kraft treten können. Doch heute ist der Bundesrat zurückgekrebst: Er will die Werbebestimmungen für den Staatssender vorerst nicht lockern, entschied er an seiner wöchentlichen Sitzung.
Leuenbergers Bundesamt für Kommunikation (Bakom) schreibt, der Bundesrat wolle den Entscheid über die Unterbrecher-Werbung auf SF erst im Rahmen der Überprüfung der Empfangsgebühren fällen. Damit bleibt auch die Werbung auf den Online-Plattformen des Senders vorerst verboten.
Gelockert hat der Bundesrat dafür die Rahmenbedingungen für die privaten Schweizer Radio- und Fernsehsender. Sie dürfen ab dem 1. April Filme und Nachrichtensendungen alle 30 Minuten unterbrechen. Dieses Zückerchen soll ihnen helfen, sich gegen die starke ausländische Konkurrenz behaupten zu können. (hhs)