SVP-Nationalrat Ernst Schibli Dieser Hinterbänkler brachte Leuthard zum Wiehern

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Simon Hehli
Ernst Schibli mit zwei Geissen, links SVP-Star Zottel.- BLICK

BERN – Doris Leuthard musste bei einer «absurden» Frage zu Pferdeprüfungen im Parlament losprusten. SVP-Nationalrat Schibli kann darüber nicht lachen.

Doris Leuthard sorgte am Montag für ein Riesengaudi im Parlament. Anlässlich der Fragestunde des Nationalrates musste sie auch die Frage beantworten, wieso die Pferdeverbände für ihre Leistungsprüfungen 20 Franken pro Tier kassierten und wieviel das den Bund pro Jahr koste.

Die viel beschäftigte Wirtschaftsministerin konnte sich das Lachen nicht verkneifen, weil sie das Thema für dermassen absurd hielt. «Sie sehen, welche Bedeutung ich dieser Frage im Moment beimesse», sagte sie grinsend (Blick.ch berichtete).

Schibli gab SVP-«Zottel» Asyl

Gar nicht lustig fand das der Mann, der die Frage eingebracht und durchaus ernst gemeint hatte: SVP-Nationalrat Ernst Schibli (57).

Der Landwirt und Gemeindepräsident von Otelfingen ZH sitzt bereits seit 2001 für die SVP in der Grossen Kammer, hat dort bisher aber noch keine Stricke zerrissen.

Eine der bisher grössten Taten als nationaler Politiker ist, dass er den süssen Geissbock «Zottel» – das SVP-Maskottchen der Wahlen 2007 – auf seinem Hof untergebracht hat.

Dass ihn Leuthard vor dem ganzen Rat abgekanzelt hat, sei «schlechte Art und Weise rübergekommen», erklärt Schibli gegenüber Blick.ch. «Meine Frage war viel zu bedeutungsvoll, als dass man sie einfach so ins Lächerliche ziehen kann», findet er.

Er lässt sich nicht abspeisen

Doris Leuthard mag er dabei nicht mal einen Vorwurf machen. Offenbar hätten ihre Untergebenen sie nicht richtig aufdatiert. Denn es gehe nicht um einige Tausend Franken, wie Leuthard vor dem Rat erklärte, «sondern um viel mehr». Wenn die Bundesrätin das gewusst hätte, hätte sie sein Anliegen bestimmt nicht als absurd bezeichnet, glaubt Schibli.

Er fordert jetzt eine ernsthafte, schriftliche Antwort auf seine Frage. «Denn so einfach lasse ich mich nicht abspeisen.»

Dass er damit bei den Bundesbehörden noch mehr Arbeit – und damit Kosten – verursacht, nimmt der SVP-Mann in Kauf. «Denn gerade dank solchen kritischen Nachfragen findet man häufig Sparpotenzial beim Bund.»

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