Zu gefährlich Die Schweiz hilft Syrien nur ausserhalb der Grenzen

Die humanitäre Hilfe der Schweiz im Bürgerkriegsland Syrien wurde seit Anfang Jahr ausgeweitet. Weil die Arbeit vor Ort zu gefährlich ist, beschränkt sich das direkte Engagement auf die umliegenden Länder.

  • Publiziert: 06.09.2012
  • Von Peter Brühwiler
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In diesem Camp in Jordanien warten syrische Flüchtlinge auf das Ende des blutigen Bürgerkriegs in ihrer Heimat.

(Keystone)
play Die Hilfe vor Ort sei schwierig: Beat von Däniken. (Seco/ZVG)

Anfang Jahr betrug das Schweizer «Syrien-Budget» noch sechs Millionen Franken. Unterdessen wurde es sukzessive auf 13 Millionen aufgestockt – im internationalen Vergleich ein noch immer bescheidener Betrag.

«Wir haben nicht viel Geld, aber viel Brain», sagte heute denn auch der von Amman nach Bern gereiste Beat von Däniken. In Jordaniens Hauptstadt sowie in Beirut (Libanon) organisiert der Koordinator des Schweizer Kooperationsbüros in Amman mit 28 Mitarbeitern die Unterstützung syrischer Flüchtlinge.

Beispiel Libanon: Mit 1,3 Millionen Franken werden Familien unterstützt, die syrische Flüchtlinge aufnehmen. «Damit wird vermieden, dass die Menschen in Flüchtlingslagern leben müssen», so von Däniken.

Die Hilfe direkt vor Ort sei hingegen sehr schwierig. Die Schweiz beschränkt sich im Bürgerkriegsland deshalb auf die Mitfinanzierung internationaler Organisationen. Das World Food Programme (WFP) beispielsweise erhält eine Million Franken für die Lebensmittelhilfe.

Neben von Däniken trat in Bern Manuel Bessler, Delegierter des Bundesrates für humanitäre Hilfe, vor die Medien. «Wenn es unsere Mittel erlauben, werden wir die Hilfe aufstocken», sagte er und stellte klar, dass sich die Schweiz auf ein längerfristiges Engagement einstellt. «Das ganze ist nicht in einem Jahr abgeschlossen. Wir werden auch Geld brauchen für den Wiederaufbau.»

Dieses Projekt scheint derzeit allerdings noch in weiter Ferne. Bislang wurden in Syrien laut Jean-Daniel Ruch, Sonderbeauftragter für den Mittleren Osten, 20'000 Tote registriert. Die Opferzahl steige aber von Woche zu Woche stärker an.

Es sei zu befürchten, dass der Bürgerkrieg in Syrien in einigen Monaten die Dimensionen des Bosnien-Krieges übertreffe. Dieser hatte zwischen 1992 und 1995 über 100'000 Todesopfer gefordert.

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Alle Kommentare (1)

  • Mailyn  Pelagio-Kerzenmacher , Frauenfeld , via Facebook
    Hilfe vor Ort! Offenbar hat man gemerkt dass man damit mehr erreicht als mit dem überflüssigen Asylgesetz in der CH. Bedauerlich, dass man für Hilfe vor Ort nur ein paar Millionen bereitstellt, im Asylunwesen aber ca. 1 Milliarde und das erst noch resultatlos und unnötig. Bleibt zu hoffen das Umdenken in dieser Sache geht weiter.
    • 07.09.2012
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