
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Die Libyen-Krise nahm gestern eine weitere bizarre Wende. Hannibal Gaddafi lehnte die Schadenersatz-Zahlung des Kantons Genf ab, legte dafür aber der Schweizer Aussenministerin einen Rücktritt nahe. Und das Schweizer Volk forderte er auf, Micheline Calmy-Rey in den Genfersee zu werfen. Sie vertrete nicht den Willen des Volkes (Blick.ch berichtete).
«Lächerlich», sagt SVP-Nationalrat Oskar Freysinger. «Micheline Calmy-Rey vertritt die Schweizer Position bestmöglich.» Für die Araber sei es einfach eine Demütigung, dass sie mit einer Frau verhandeln müssten.
Libyen wird nie zufrieden sein
Auch Mario Fehr (SP) findet klare Worte: «Solche Aussagen sind absolut inakzeptabel.» Es gelte jetzt erst recht, die Visa-Sperre aufrechtzuerhalten. «Wir müssen Ruhe bewahren und gut verhandeln. Das oberste Ziel muss die Freilassung von Max Göldi sein.»
«Mit den Libyern kann man nicht vernünftig verhandeln», ist Freysinger überzeugt. «Das sind Gangster – und so handeln sie auch.» Egal was die Schweiz tun werde, die Libyer würden sich nie zufrieden geben. «Das sah man auch schon damals bei den bulgarischen Krankenschwestern.»
Völlig durchgeknallt
Von einer absurden Reaktion Gaddafis, spricht Christoph Mörgeli. «Das ist nicht anderes als Kraftmeierei – völlig durchgeknallt.» Er könne die Aussagen des Diktatoren-Sohnes nicht ernst nehmen.
Ganz im Gegensatz zu Mario Fehr. Er nimmt den Affront ernst und fordert jetzt ein Zeichen des Bundesrates: «Wir müssen den Libyern klar signalisieren, dass es so einfach nicht geht.»
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hat sich bisher allerdings zu den Aussagen Gaddafis nicht geäussert.