Fluch oder Segen? Die FDP hat die EU an der Backe

Die beiden FDP-Bundesräte sind zuständig für das Verhältnis Schweiz-EU. Ist das Fluch oder Segen für ihre Partei?

  • Publiziert: 03.02.2012
  • Von Ruedi Studer
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Aussenminister Didier Burkhalter (l.) und Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann.

(Keystone)

Das Bild hat Symbol­charakter: Seite an Seite präsentierten Aus­senminister Didier Burkhalter und Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann diese Woche die bundesrätlichen Pläne für den Umgang mit der EU.

Die zwei führen die europapolitischen Schlüsseldepartemente EDA und EVD. Und beide gehören zur FDP. Eine historische Konstellation!

Gleich zwei Freisinnige in den Europa-Departementen gabs letztmals vor über 50 Jahre. Damals war Europa noch kein Thema. Jetzt aber sind Burkhalter und Schneider-Ammann die eigentlichen Europa-Minister. Sie können die Europa-Politik in den nächsten Jahren entscheidend prägen. Und müssen die Verantwortung dafür tragen. Die FDP wird damit  zur Europa-Partei.

Nutzt der schwächelnde Freisinn diese historische Chance für seinen Wiederaufstieg? Oder verbrennt er sich an Europa die Finger? Auf die FDP-­Magistraten warten jedenfalls einige Fallstricke:

  • Personenfreizügigkeit
    Die EU-Zuwanderung ist weiterhin hoch. Das freut die Wirtschaft, bringt aber Probleme wie Lohndruck oder Wohnungsnot mit sich. Abhilfe schaffen könnte die Anrufung der Ventilklausel. «Die Kriterien dafür sind erfüllt», sagt Schneider-Ammann. Wagen es die FDP-Minister, sich mit der EU anzulegen?
     
  • EU-Recht
    Die EU drängt die Schweiz zur automatischen Übernahme von EU-Recht. «Das ist nicht akzeptabel», sagt Burkhalter. Er will zwar die ins­titutionellen Fragen lösen. Dabei müsse aber die Souve­ränität beider Seiten respektiert werden. Halten die FDP-Ma­gistraten diese Linie durch?
     
  • Bilaterale III
    Die Verhandlungen mit der EU harzen, sind teilweise sogar blockiert. Dabei geht es um gewichtige Dossiers wie das Energieabkommen oder den Agrarfreihandel. Setzen sich die liberalisierungswilligen FDP-Bundesräte durch?

 

Für FDP-Präsident Fulvio Pelli ist die Rolle seiner Magistraten klar: «Der Bilaterale Weg ist der richtige Weg für unser Land», sagt er zu BLICK. «Unsere Bundesräte sind die Garanten des bilateralen Wegs.» Zent­ral in der freisinnigen Europa-Politik ist für Pelli die wirtschaftliche Öffnung.

Doch gelingt es der FDP und ihren Bundesräten, damit bei den Wählern wieder stärker zu punkten? «Gegen linke und rechte Demagogen anzukämpfen, ist nicht einfach», meint Pelli. Er sei aber zuversichtlich. 

Die politischen Gegner sehen derweil keine grossen Profilierungschancen für die FDP: «Der Freisinn hat sich im Bilateralismus verschanzt. Ihm und seinen beiden Bundesräten fehlt die Kraft, um prägend zu sein», sagt SP-Nationalrat Hans-Jürg Fehr.

Und die stellvertretende SVP-Generalsekretärin Silvia Bär meint lakonisch: «Die FDP-Bundesräte werden weiterhin ängstlich wie die Maus vor der Katze sitzen, weil sie sich fürchten, die bilateralen Beziehungen zu gefährden. Das macht sie erpressbar.»

Kommentare (10)

  • Walter  Schütz , Walenstadt
    Ich traue diesen beiden FDP BR nicht, denn beide sind lieb, sind also Gutmenschen, können sich nicht durchsetzen und haben keinen Biss. Die Brüsseler werden diese zwei zertrampeln. Bald haben wir Eidgenossen nicht mehr viel zu sagen, die EU wirds schon richten!
    • 04.02.2012
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  • Fred  Bartlome
    Migrationsamt und EU sind fuer die Politiker die schlimmsten Fusseisen. Orden gibt es dabei keine zu gewinnen, deshalb hat sich ja auch EWS bei der naechstbesten Gelegenheit aus dem Staube gemacht.
    • 04.02.2012
    • 0 Gefällt mir
  • Gerry  Boegli
    Die EU ist eine Lachnummer und nicht wirklich ernst zu nehmen. Vorschriften haben uns diese EU-Banausen keine zu machen und ich hoffe dass die Schweiz endlich mal den Minderwertigkeitskomplex ablegen wird und auch mal sagt wos lang geht. Schliesslich zahlen wir Schweizer auch für die EU obschon wir gar nicht müssten. Uns sagt man immer wieder wir seien Rosinenpicker dabei ist es gerade umgekehrt, die EU ist der Rosinenpicker!
    • 04.02.2012
    • 0 Gefällt mir
  • Distel  Zimmermann , Kloten
    Diese beiden FDP`ler sind der Fluch der Schweiz!
    Das Vorperschen in die EU zu wollen, automatisches EU-Recht anzunehmen etc. gilt als Verrat am Vaterland.
    Speziell Vater Schneider-Ammann sollte sich schämen sich derart als Windfahne darzustellen.
    Fr solche Attacken gegen das eigene Land sind diese Piraten nicht gewählt!
    ewz
    • 04.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Rocco  Martignoni
    Die Zwei sind nicht gut zweck oder bereits Karneval am festen.Niemals EU beitreten das ist Wasser Geld zum Meer tragen. Alle vor die EU mit arbeitende in Brüssel Kassieren das 10 Fache im vergleich zum Andere und hocken auf ihre A... Defizit von 3 nachher Geld Bestrafung , 50 dieser Länder halten sich nicht an die 3 Regel und Leben in Saus und Braus von die Beiträge andere EU Mitglied Staaten und das kommt auch der Schweiz zu lasten .Die EU haben das schon lange berechnet minimal jährlich CHF 20 Milliarden ohne dazu Danke zu sagen. Alle welche für ein EU beitritt sind besitzen selber Über CHF 20 Millionen und wollen uns als Idioten verkaufen um noch mehr zu Kassieren. Alle Holländer möchte ihre Gulden wieder statt EURO
    • 04.02.2012
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