Justizministerin Sommaruga: «Die Asylgesuche sind eine Herausforderung für alle»

BERN - Simonetta Sommaruga lud zum Spaziergang im Dählhölzli ein. Doch der Sommerplausch hat einen ernsten Hintergrund: Es ging um Zwangsheirat, Asylproblematik und Urheberecht im Internet.

  • Publiziert: 09.08.2012
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Derzeit sind Zehntausende Syrer auf der Flucht. Sie bringen sich ennet der Grenzen in Sicherheit vor dem blutigen Krieg in ihrem Land. Viele werden dereinst vielleicht in der Schweiz Asyl beantragen. Oder mindestens so lange zu uns kommen, bis sie in Syrien wieder sicher leben und sich eine Existenz aufbauen können. Hier wird die Schweiz helfen, sagt Bundesrätin Simonetta Sommaruga zu Blick.ch.

Die Justizministerin sprach heute mit den Medien anlässlich ihres Spaziergangs im Berner Tierpark Dählhölzli.

Dabei ging es nicht in erster Linie um die Asylproblematik, sondern um Zwangsheirat und das Urheberrecht.

Junge Ausländerinnen Opfer von Zwangsheirat

Zum traurigen Thema Zwangsheirat wurde soeben eine neue Studie veröffentlicht. Die Erkenntnisse sind schockierend: In den vergangenen zwei Jahren wurden gemäss dieser Untersuchung rund 1400 junge Frauen von ihrer Umgebung unter Druck gesetzt, zu heiraten, eine Liebesbeziehung zu beenden oder auf eine Scheidung zu verzichten.

Diese Zahlen sind Schätzungen, welche die Universität Neuenburg im Auftrag des Bundesamts für Migration (BFM) gemacht hat. Die Forscherinnen um Janine Dahinden und Anna Neubauer konnten konkrete Zahlen nennen.

Sie fanden 348 Fälle von Zwangsheiraten, in denen also eine Person unter Druck gesetzt wurde, eine ungewollte Heirat zu akzeptieren. In 384 Fällen wurde gemäss der Studie eine junge Frau unter Druck gesetzt, eine selbst gewählte Liebesbeziehung zu beenden.

Und in 659 Fällen ging es darum, dass eine junge Frau auf ihr Scheidungsbegehren verzichten musste.

Betroffen von diesen Fällen sind grösstenteils jüngere Frauen ausländischer Herkunft. Die meisten stammten aus den Balkanländern, aus der Türkei und aus Sri Lanka.

Was ist noch legal im Internet?

Ebenfalls Thema am Medienspaziergang war das Urheberrecht im digitalen Zeitalter. Die Justizministerin lässt von einer Arbeitsgruppe prüfen, wie Kulturschaffende im Internetzeitalter für die Nutzung ihrer Werke entschädigt werden könnten. Mit einer schnellen Anpassung des Urheberrechts ist jedoch nicht zu rechnen.

«Es ist ein Megathema, das da auf uns zukommt», sagte Sommaruga am Donnerstag vor den Medien in Bern. Eigentlich seien alle dafür, Künstlerinnen und Künstler für deren Leistung zu entgelten. Dennoch werde es schwierig sein, Lösungen zu finden.

Internetnutzer nicht kriminalisieren

Eines steht für Sommaruga fest: Internetnutzer sollen auch in Zukunft nicht kriminalisiert werden. Wer für den Eigengebrauch Musik oder Filme herunterlädt, muss heute in der Schweiz nicht mit einer Busse rechnen.

Strafbar ist nur der Upload, das Heraufladen von Inhalten. (SDA/zum)

 

Beliebteste Kommentare

  • Gisela  Niedermann , Zürich
    Direkt eine Frechheit, Asylanten sind eine Herausforderung für uns alle! Mit dem Geld der Bürger gewährt man bald jedem Wirtschaftsflüchtling Asyl und spricht von Herausforderung, welche aus einem totalen Chaos im Departement hervorgeht.
    Bin mal gespannt, wie lange das noch ruhig hingenommen wird.
  • Constantin  Sarner , Allschwil
    Ich glaube, es wäre besser, wenn Frau Sommaruga den Schreibtisch wieder gegen das Klavier tauscht, denn als Hauptverantwortliche des Asylwesens scheint sie hoffnunsgslos überfordert zu sein.

Alle Kommentare (11)

  • Barbara  Sägesser
    Dumm nur, dass Frau BR Sommaruga und auch alle anderen BR welche vor ihr da waren und später nach ihr kommen solche Probleme nicht alleine lösen können. Heimat- und Drittstaaten müssen entsprechend mitmachen und dies ist nicht immer der Fall. Doch unter anderem dies scheint bei einigen noch nicht angekommen zu sein....
  • Mike  Theissl
    Was ich schade finde, ich habe das Gefühl, dass unsere Politiker diese unsere geschriebenen Artikel gar nie zu Lesen bekommen.
  • Weber  Chregel , via Facebook
    Wie viele sollen noch kommen? hat es noch nicht genug bei uns die sollen zu Hause bleiben wir können für das was dort passiert nichts dafür.
    • Vreni  Meier , Schweiz
      Jeder Mensch hat ein Recht darauf, dass sein Asylgesuch in der Schweiz professionell geprüft wird. Ein Asylantrag ist ein Menschenrecht und auch Sie könnten, sollte es eiinmal nötig werden was wir ja nicht hoffen in nahezu jedem Land auf der Welt ein Asylgesuch stellen. Die Schweizer Politik hat keinen Einfluss auf die Anzahl der Asylgesuche bzw. Asylanten, es sind, wie Sie bereits gesagt haben, äussere Einflüsse bzw. die Situationen in den Ländern, weswegen die Menschen ihre Länder verlassen müssen. Niemand holt diese Menschen in die Schweiz, weil wir einfach keinen Einfluss darauf haben.
      • 09.08.2012
      • als Kommentar auf Weber  Chregel
      • 18
      • 121
  • Constantin  Sarner , Allschwil
    Ich glaube, es wäre besser, wenn Frau Sommaruga den Schreibtisch wieder gegen das Klavier tauscht, denn als Hauptverantwortliche des Asylwesens scheint sie hoffnunsgslos überfordert zu sein.
  • Gisela  Niedermann , Zürich
    Direkt eine Frechheit, Asylanten sind eine Herausforderung für uns alle! Mit dem Geld der Bürger gewährt man bald jedem Wirtschaftsflüchtling Asyl und spricht von Herausforderung, welche aus einem totalen Chaos im Departement hervorgeht.
    Bin mal gespannt, wie lange das noch ruhig hingenommen wird.
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