BERN - Die Armee sucht mit Hochdruck nach vermissten Dienstwaffen. Nach dem Einzug von 17'000 Dienstbüchlein wurden nun 31 gefunden. Doch die Suche geht weiter.
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31 Dienstwaffen sind wieder bei der Armee. Von mehr als 300 fehlt jede Spur. (sda)
Im April war bekannt geworden, dass die Armee bei mehreren ehemaligen Armeeangehörigen keine Klarheit über den Verbleib der Dienstwaffe hat. Der Einzug von 17'000 Dienstbüchlein hat nun ergeben, dass 31 Ex-Soldaten ihre Armeewaffe immer noch zuhause lagern. 11 der 31 Ex-Soldaten mit Waffe hätten diese inzwischen retourniert, sagte Armeesprecher Walter Frik.
18 ehemalige Armeeangehörige haben zwar nicht ihre Armeewaffe, dafür aber ihre gesamte Armeeausrüstung zuhause gelagert, so die Zwischenbilanz der Dossier-Überprüfung.
In 10'000 weiteren Fällen konnte die Armee noch keine Prüfung vornehmen. Der Armeesprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung».
7'500 ordentlich aus dem Dienst entlassene Armeeangehörige hätten nicht auf den ersten Brief reagiert. In 2'500 weiteren Fällen hat die Armee zudem keine Kenntnis über die aktuelle Wohnadresse.
Vier eigens beigezogene Personen seien derzeit daran, die Adressen ausfindig zu machen, sagteWalter Frik.
Nachdem im Sommer 2011 ein Berner Polizist bei einer Zwangsräumung mit einer Armeewaffen erschossen worden war, hatte Armeechef André Blattmann die Überprüfung von mehr als 300'000 Dossiers über entlassene Armeeangehörige sowie Leihwaffenbesitzer angeordnet.
In 27'000 Fällen stiess die Armee auf unvollständige Datensätze. Der Einzug der jeweiligen Dienstbüchlein, in denen über die Ausrüstung Buch geführt wird, sollte Klarheit schaffen.
Die Armeeführung sah sich im Zusammenhang mit den unvollständigen Daten mit Medienberichten konfrontiert, wonach sie die Kontrolle über tausende von Waffen verloren habe. Armeechef Blattmann bezeichnete die Berichte als «unredlich».
Die Armee hat derzeit inklusive der neu aufgefundenen Waffen Kenntnis von 336 Armeewaffen, die eigentlich ins Zeughaus gehörten. Im Mai waren es noch 733 und im Juni 537 Waffen gewesen. Laut Armeesprecher Frik ein Indiz dafür, dass «mit Hochdruck gearbeitet wird». (SDA)
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