Der Chef des österreichischen Magazins «Profil» klagt über mangelnde Unterstützung in der Flüchtlingskrise «Die Schweiz kocht ihr eigenes Süppchen»

Christian Rainer spricht mit BLICK über Flüchtlingspolitik, die Situation in Österreich und die Einführung der Obergrenze.

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Herr Rainer, die letzten Jahre hat Österreich Deutschlands Flüchtlingspolitik unterstützt. Wie konnte es jetzt plötzlich zu diesem Kurswechsel kommen?

Christian Rainer: Die Situation in Österreich wurde unerträglich. Ökonomisch und logistisch wären die Asylbewerberzahlen zwar zu schaffen, aber mehrere Jahre hindurch jeweils 100'000 Zuwanderer wären für die Demokratie – eine rechtsextreme Partei liegt in allen Umfragen weit vorne – eine Zeitbombe. Und 500'000 muslimische Zuwanderer in kürzester Zeit würden auch das Gesellschaftsbild verändern. Österreich wurde von der gesamten EU – minus Deutschland – im Stich gelassen.

Wie beurteilen Sie das Handeln der österreichischen Regierung?

Als unbeholfen in der Präsentation, in der Sache als Notwehr gegenüber einer EU, die nicht gemeinsam handelt.

Wäre ein Einsatz von Soldaten im Ausland der richtige Weg?

Natürlich muss parallel zu allen Massnahmen in Europa und an den Schengen-Grenzen militärisch in Syrien und anderen ­Krisenherden eingegriffen werden. Trotz aller schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit.

War die Einführung der Obergrenze aus Ihrer Sicht die richtige Entscheidung?

Es ist eine Abwägung zwischen Humanität und Notwendigkeit, allerdings schlecht kommuniziert.

Ist es richtig, sich in dieser Situation mit den Balkanstaaten zu verbünden?

Es ist zum Teil unappetitlich angesichts der Art und Weise, wie dort Humanität begriffen wird – ähnlich wie in Ungarn bisweilen –, aber selbstverständlich richtig.

Müssten Länder wie die Schweiz Österreich bei seinem Vorgehen unterstützen?

Die Schweiz hat Österreich noch nie unterstützt, kocht immer ihr eigenes Süppchen, ein monetär und autistisch getriebener Egoismus.

Publiziert am 25.02.2016 | Aktualisiert am 25.02.2016
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  • Roman  Loser aus Embrach
    25.02.2016
    Der gute Herr soll mal in der österreichischen Krone von gestern nachlesen( vor allem die Leserbriefe) wer als autistisch einzuordnen ist, ER oder WIR!
  • john  meier 25.02.2016
    oesterreich hat sich meines wissens bisher nicht in den vordergrund gedrängt wenns um aufnahme von flüchtlingen ging..ausser jetzt im 2015.nur das war ja nicht freiwillig sondern im zuge der deutschen flut.
  • Emil  Chrazminöd 25.02.2016
    Er hat völlig Recht mit seiner Aussage, wonach wir unser "eigenes Süppchen" kochen! Unser Süppchen schmeckt um einiges besser als der "Eintopf" aus Brüssel!!!
  • andi  Matata 25.02.2016
    Die Österreichen haben ihr Debakel selbst gewählt, jetzt sitzen sie in der Tinte! Österreich Und Schweiz Nicht in der EU, das wäre einst der Traum GEWESEN, ABER DIE Ösis wollten es andern, jetzt hams dö Dreck.
  • Peter  1291 25.02.2016
    Also der Chefreporter von "Profil" kennt anscheinend nicht einmal die Geschichte vom eigenen Land! Österreich hat schon Jahrhunderte immer in einer grösseren Liga gespielt als die CH, ohne das eigene Volk zu fragen. 1. Weltkrieg 2. Weltkrieg wollte man bei den grossen dabei sein und jetzt wieder schnell in die EU, bezahlen darf es das nicht gefragte Volk. Warum jetzt auf einmal auf das kleine Alpenvolk schauen??? Wo man Jahrhunderte belächelt hat. Die Schweiz ist immer ein eigener Weg gegangen