Der abtretende SVP-Präsident Toni Brunner zieht Bilanz: Meine grösste Niederlage

Nach acht Jahren an der Parteispitze tritt Toni Brunner ab. Der Ostschweizer über seine Zukunft, seinen Nachfolger und «das Ende» der BDP.

Nach acht Jahren an der Spitze gibt er das Steuer als Parteipräsident ab – Toni Brunner gestern in Bad Horn. play

Nach acht Jahren an der Spitze gibt er das Steuer als Parteipräsident ab – Toni Brunner gestern in Bad Horn.

Mirko Ries
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Politik

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Er wolle wieder «etwas mehr Freiräume haben und mich auf mein Nationalratsmandat konzentrieren», erklärt der überraschend abtretende SVP-Präsident Toni Brunner im Interview mit der «SonntagsZeitung». Parteivordenker Christoph Blocher sei von seinem Abgang nicht begeistert gewesen. Mit dem Berner Albert Rösti, den die Parteileitung als neuen Parteichef vorschlägt, stehe aber ein hervorragender Kandidat in den Startlöchern. Rösti sei auch sein Wunschkandidat. Ausser ihm habe man niemanden in der SVP angefragt, ob er Brunners Nachfolge antreten will. Es stehe aber jedem Parteimitglied offen, sich als Kandidat zu melden, «dann kommt es zu Kampfwahlen.»

Christoph Blocher gibt sein Amt als SVP-Vizepräsident ab. play

Christoph Blocher gibt sein Amt als SVP-Vizepräsident ab.

Sabine Wunderlin

Mit Christoph Blocher scheidet eine weitere Grösse aus dem SVP-Präsidium aus, wie der «SonntagsBlick» heute exklusiv berichtete. Brunner stellt sich die Frage: «Braucht es ein schlankeres oder ein breiteres Präsidium?» Vielleicht münde alles in einer Statutenänderung, aber: «Es betrifft nicht die Ausschlussklausel für jene Personen, die eine Bundesratswahl annehmen, ohne dass sie von der Partei dafür vorgeschlagen worden sind.»

Toni Brunner bleibt seiner harten Linie also treu, er droht im Interview mit einer Initiative zur Kündigung der Personenfreizügigkeit, falls der Bundesrat eine wirkungslose Schutzklausel einführen wolle. Zudem kündigt er an, dass das Asylreferendum zustande gekommen sei und kommenden Donnerstag bei der Bundeskanzlei eingereicht werde. «Im Sommer kann das Volk über die Gratisanwälte für Asylsuchende abstimmen», freut sich Brunner.

Als grösste Niederlage wertet Toni Brunner die Abwahl Christoph Blochers als Bundesrat. Sie sei «wegweisend» für ihn gewesen. Bei der Abspaltung der BDP handle es sich um den Wegfall eines Teils der Partei, «der nie zu uns gepasst hat». Und weiter sagt er zur Kleinpartei: «Das Ende der BDP ist absehbar, sie hat kein eigenes Profil.»

Und was steht jetzt an für Toni Brunner? Auf jeden Fall keine Reise, das sage ihm nicht so viel: «Ich habe mich von meinem Amt nie auffressen lassen, sondern mir ein Mindestmass an Freiräumen bewahrt. Darum brauche ich jetzt auch keine Erholungsferien. Mir reicht ein Bauernhof zum Abschalten.»

Publiziert am 10.01.2016 | Aktualisiert am 11.01.2016
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4 Kommentare
  • Hans Peter  Lüscher , via Facebook 10.01.2016
    Was schreibt Ihr immer von der Niederlage im 2011, da ist die BDP das erste mal National zu Wahlen angetreten und wenige Prozent gewonnen, die jetzt wieder bei der richtigen Partei sind! Toni Brunner hat es gut gemacht und die Partei hat eine gut strukturierte Strategie, da könnten die Linken noch diverse Scheiben abschneiden!!
  • Marco  Hanhart , via Facebook 10.01.2016
    Naja, ich hätte an seiner Stelle nun 2011 genannt als schlimmste Niederlage. Immerhin -2,3 Prozentpunkte verloren nach 20 Jahren stetes Wachstum.
    Zudem, an der Aufkündigung der Personenfreizügigkeit werden sich die SVP Hardliner die Zähne ausbeissen, dies sollte auch ein Herr Brunner wissen.
    Naja, alles gute für die Zukunft Herr Brunner, du bleibst ja als Nationalrat erhalten.
  • Georg  Ritter 10.01.2016
    Es liegt auf der Hand, dass Herr Brunner "keine Reise" plant. Auf Reisen öffnet man den Kopf, ob man will oder nicht, und das will der Kleinbauer aus dem Toggenburg nicht. Man könnte ja etwas Neues lernen und dabei erfahren, dass man nicht immer recht hatte, und davor hat er Angst. Passt zu ihm. Ich wünsche ihm alles Gute.
    • Hans  Baumann 10.01.2016
      Lieber Herr Ritter. Man kann den Kopf auch ohne Reise öffnen. Es muss nicht immer die grosse Welt sein. Zum anderen ist TB selbstständig und hat einen Betrieb zu führen. Für mich sind diejenigen die schlimmeren Zeitgenossen, die das Gefühl haben, besser als andere zu sein, nur weil sie in der Welt herumdüsen, die Umwelt dabei verpesten und als Erinnerung dann die halbe Welt einladen. Gesunder Menschenverstand hat mit Reisen nichts zu tun. Ich hoffe, Si haben verstanden