Das meint BLICK zu den höheren Krankenkassen-Franchisen Die Kranken müssen bluten

BERN - Das Parlament will die Franchisen in der Krankenversicherung erhöhen. Damit nimmt die Politik ausgerechnet die Schwächsten ins Visier. Die starken Lobbys lässt man in Ruhe.

Höhere Krankenkassen-Franchisen: Das meint Blick dazu play
Die Franchisen der Krankenkassen sollen steigen, die Versicherten mehr aus dem eigenen Sack bezahlen. Keystone

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Die Gesundheitskosten steigen Jahr für Jahr. Das bekommen die Versicherten direkt zu spüren: mit jährlich steigenden Krankenkassenprämien. Kein Wunder, überbieten sich Politiker jeder Couleur mit Sparvorschlägen.

Jetzt will das Parlament ausgerechnet die Schwächsten bluten lassen: die Kranken! Diese sollen künftig einen grösseren Teil der Kosten selber tragen. Die Franchisen sollen nämlich regelmässig der Kostenentwicklung bei der obligatorischen Grundversicherung angepasst werden. Im Visier haben die Politiker insbesondere die tiefste Franchise – die sogenannte Standardfranchise, die aktuell 300 Franken beträgt.

Die bürgerliche Mehrheit verspricht sich davon eine Kostensenkung. Die saloppe Argumentation: Wer mehr selber zahlen müsse, überlege sich eher, ob er wirklich zum Arzt gehen oder abwarten und Tee trinken soll.

Im Ernst? Die vermeintliche Einsparung berappen jene, welche sich für eine Mindestfranchise entscheiden, weil sie am stärksten auf unser Gesundheitswesen angewiesen sind: chronisch Kranke, Senioren und Arme. Die werden künftig nicht nur über höhere Prämien, sondern auch über höhere Franchisen zusätzlich belastet. Dabei ist die Eigenbeteiligung der Versicherten an den Gesundheitskosten bei uns im europäischen Vergleich bereits jetzt am höchsten.

Aber einmal mehr die Versicherten zu rupfen, ist halt viel einfacher, als sich mit der Pharmabranche, den Ärzten oder der Krankenkassenlobby anzulegen.

Publiziert am 08.12.2016 | Aktualisiert am 30.12.2016
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72 Kommentare
  • Hans-Peter  Brechbühl 09.12.2016
    Die Patienten in den Wartezimmer der Hausärzte werden
    immer farbiger. Es darf niemand mehr erstaunt sein wenn
    wir immer mehr bezahlen müssen. Das schlimme daran
    ist, dass sich niemand von der Behörde darum kümmert
    ob kosten nicht den Herkunftsländern der Patienten
    belastet werden können, aber leider passiert das
    Gegenteil, es werden noch Milliarden Entwicklungshilfe
    dorthin in den Sand gesetzt.
  • Bettina  Thalmann aus Wilen
    09.12.2016
    Die Erhöhung der tiefsten Franchise finde ich gar keine schlechte Idee. Es gibt zu viele Leute, die wegen jedem kleinsten "Wehwechen" zum Spezialisten rennen und so die Gesundheitskosten in die Höhe treiben. Wenn man sich selber mehr an den Kosten beteiligen muss, überlegt man sich solche unnötigen Luxus-Behandlungen etwas genauer.
  • Fridolin  Glarner-Walker aus Genf
    09.12.2016
    Es gibt Kranke und solche die wegen jeder Bagatelle sofort zum Arzt, oder was immer mehr Mode wird, direkt in die Notfallaufnahme ins Spital gehen. Ein grosser Spareffekt wäre sicher auch bei den Medikamenten die meistens in zu grossen Packungen und im Überfluss verschrieben werden. Ich würde die Franchisen generell abschaffen und dass jeder bis zu einem gewissen Betrag pro Jahr, prozentual an den Unkosten beteiligt wäre.
  • Remo  Wyss 09.12.2016
    Die Mehrheit des Schweizer Stimmvolkes wollte bei den letzten Wahlen einen Rechtsrutsch, nun muss es dafür die Zeche bezahlen. Alle, welche diese Politik mit "Rennerei zu den Ärzten wegen jeder Bagatelle" begründen: Die gibt es sicher, aber eben auch viele andere, die keine Wahl haben. Nun, die nächsten Wahlen kommen wieder, es möge sich dann jeder an die Folgen der Bürgerlichen Regierung erinnern. Und entsprechend Konsequenzen ziehen.
  • Y.  Steiner 09.12.2016
    Dann gehen wir eben über die Grenze zum Arzt und holen dort auch die Medikamente. Und dann kann man gerade auch noch Kleidung, Essen kaufen und zum Coiffeur gehen. Ist alles viel günstiger, Kleidung 40 Prozent billiger und Essen, Coiffeur auch billiger. Und das Auto tanken, ist 35 Rappen billiger. Wenn die Politiker nicht endlich zu den unteren Schichten schaut, dann müssen wir eben ins Ausland ausweichen