Das gibt Ärger! SBB für zweite Gotthard-Röhre

Die SBB befürworten einen zweiten Gotthard-Strassentunnel. Hinter dem überraschenden Entscheid vermuten Tunnelgegner politischen Druck aus dem Verkehrsdepartement.

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Am 28. Februar stimmt die Schweiz über einen zweiten Strassentunnel am Gotthard ab. Der Abstimmungskampf nach den Festtagen wird kurz und heftig. Das Ja-Lager bekommt Unterstützung von unerwarteter Seite: Ausgerechnet die SBB stehen hinter dem Milliarden-Projekt, wie eine Sprecherin gegenüber SonntagsBlick bestätigt. Und zwar solange, bis die auf «nationaler und europäischer Ebene festgeschriebenen Kapazitätsbegrenzungen auf dem bestehenden Niveau» fortbestehen, wie sie betont. Dabei hatte die Bahn zuvor im Verbund mit Umweltverbänden mehrfach für die Schiene und gegen höhere Kapazitäten auf der Strasse geweibelt. Entsprechend konsterniert reagieren die alten Bündnispartner.

Kurt Schreiber (72) von der Kundenvereinigung Pro Bahn, sagt: «Ich bin entsetzt.» Es sei ein Eingeständnis der SBB, dass man einen Bahnverlad am Gotthard nicht stemmen könne.

Dabei war es gerade die bisherige Verlagerungspolitik von der Strasse auf die Schiene, die den wirtschaftlichen Erfolg der SBB begründeten. Entsprechend konsterniert ist Evi Allemann (37), Berner SP-Nationalrätin und Präsidentin des bahnfreundlichen Verkehrsclubs VCS: «Man kann es kaum glauben, die SBB wirken mit dieser Parole, als ob sie wirtschaftlich unzurechnungsfähig seien.» Bei einer Annahme der Gotthard-Vorlage von Bundesrätin Doris Leuthard (52, CVP) werde die Rentabilität der Neat untergraben, so Allemann.

Jon Pult (31), Präsident des Vereins Alpeninitiative und Bündner SP-Grossrat, kritisiert: «Rein sachlich betrachtet, ist dieser Entscheid der SBB schlicht gaga.» Es müsse etwas anderes dahinterstecken. «Leuthard setzt die SBB wohl massiv unter Druck», so Pult.

Das Uvek von Doris Leuthard reagiert ungehalten auf diesen Vorwurf. «Das ist Unfug», sagt Sprecher Dominique Bugnon. Die Alpeninitiative wolle damit wohl «von den gravierenden Nachteilen» ablenken, die eine Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene während der Sanierung des bestehenden Strassentunnels mit sich brächten.

Eine Galionsfigur für die Verkehrsverlagerung war immer Ex-SP-Nationalrat Andrea Hämmerle (69, GR). Inzwischen ist er Mitglied im Verwaltungsrat der SBB. Auf Anfrage von SonntagsBlick will er sich gar nicht erst zur Parole der SBB äussern. Er wolle sich an die Regelung halten, dass nur der Präsident des Gremiums öffentlich spreche. Damit ist ein weiteres Aushängeschild der Tunnelgegner schachmatt.

Publiziert am 03.01.2016 | Aktualisiert am 03.01.2016
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Ist es richtig, dass sich die SBB für einen 2. Strassentunnel einsetzen?

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  • André  Ammann 04.01.2016
    Ich habe die Nase von diesen vielen Bundeslügen gestrichen voll. Was ist das für eine Regierung?
  • Ueli  Sigrist 03.01.2016
    Es will einfach niemand kapieren, dass die max. Kapazität von 260 Güterzügen/Tag durch den Basistunnel für Güter, LKW und PKW’s während der Bauzeit des neuen Strassentunnels und danach einfach nicht riecht! Soll vorerst jeder im eigenen Haushalt seinen Kaufrausch von Esswaren und Elektronik senken, so dass weniger Güter transportiert werden müssen. Oder denkt Ihr, der nach Hause bestellte neue Fernseher kommt mit der Bahn nach 4 Tagen? Der benötigt 1 Tag mit LKW. Unterstützt Produkte aus Region!
  • Rolf  Wittwer 03.01.2016
    Die N2 ist durchgehend mit vielen Tunnels und anderen Kunstbauten Viadukte usw. auch im "Alpenraum" NW,UR,TI durchgehend 4spurig. Bis auf den damaligen Schildbürgerstreich der Einzelröhre.
    Nach dem Axenstrassen-Ausbau wird der Verkehr noch deutlich zunehmen. dieser Fakt wird von den Gegnern völlig ausgeblendet. Es ist einfach dumm, auf eine zweite "Röhre" zu verzichten.
    Denkt zusätzlich auch npch ein bisschen an die Zukunft und den technologischen Fortschritt auch im Auto- und LKW-Bau!
  • Mario  Solario aus Lausanne
    03.01.2016
    leider war meine ehe kinderlos .. als vater würde ich aus reiner verantwortung niemals dem bau eines 2. gotthard-strassentunnels zustimmen.. wir machen schon längst die welt kaputt und einmal muss man sich zurückbesinnen was wir den nachkommen noch alles zumuten sollen.. bedauerlich ist nur dass wir erneut vom staat angelogen wurden. niemals hätte ich der neat zugestimmt wenn die SBB gar keinen verlad will und 11 milliarden sinnlos verlocht wurden.
  • Daniel  Weilenmann aus Zürich
    03.01.2016
    Schlimm ist nicht gegen eine 2. Röhre zu sein, sondern dass wir keine Gebühr verlangen...... Wenn die Schweiz keine Tunnelgebühren verlangt, bin auch gegen einen Ausbau.