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Ein junger Mann rempelt im Bus eine Frau an. Sekundenbruchteile später sieht man die beiden beim hemmungslosen Sex. Dann der Einspieler: «Gings zu schnell, um an Gummis zu denken?»
Dieser und drei andere Clips zur HIV-Prävention laufen seit einiger Zeit im Fernsehen. Hinter der Kampagne stehen die Aids-Hilfe Schweiz und das Bundesamt für Gesundheit (BAG).
Dem CVP-Nationalrat Pius Segmüller sind die Clips ein Dorn im Auge. Viel zu freizügig sind die Szenen für den Luzerner. Deshalb will Segmüller die Kampagne mit einer Interpellation verschwinden lassen, wie die «Neue Luzerner Zeitung» berichtet.
«Cooles Image für Spontan-Sex»
Segmüller schreibt in der Interpellation: «Man fragt sich bei den sexuell aufgeladenen Clips, ob sie das Ziel erreichen, vor ungeschütztem Spontan-Sex zu warnen. Vielmehr wird doch dem Spontan-Sex ein cooles Image verpasst.» Die Kampagne vermittle ein komplett falsches Bild. Nämlich: «Macht das nur, vergesst aber den Gummi nicht.»
Aber nicht nur um die Botschaft der Kampagne macht sich der frühere Kommandant der Schweizergarde Sorgen. Ein grosses Problem sei auch, dass das BAG nicht sicherstellen könne, das nicht auch Kinder die expliziten Botschaften sehen würden.
Burkhalter soll eingreifen
Für Segmüller ist klar: Die Kampagne muss weg. «Es ist zwar richtig, dass es Stop-Aids-Kampagnen gibt, jedoch müssen sie nicht auf eine Art und Weise gemacht werden, die viele Leute nicht sehen wollen.
Jetzt soll sich Bundesrat Didier Burkhalter um das Thema kümmern. Denn der Neuenburger habe nach seinem Amtsantritt bereits die Kampagne für die Sozialversicherungen stoppen lassen, welche mit Behinderten-Klischees auffiel. (gca)