CVP-Nationalrat Martin Candinas fordert Post lieber nach Sion statt Saigon

In einem Testversuch lässt die Post elektronisch unlesbare Adressen in Vietnam bearbeiten. Zum Ärger von CVP-Nationalrat Martin Candinas (GR). Er will der Auslagerung von Post-Arbeitsplätzen ins Ausland einen Riegel schieben.

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Martin Candinas (CVP-GR) will nicht, dass die Post unleserliche Briefe nach Vietnam verschickt Peter Klaunzer

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Seit Mitte Jahr lässt die Post elektronisch unlesbare Empfängeradressen von ihrer Tochterfirma in Vietnam bearbeiten. Bloss ein Testversuch, doch in der Politik sorgt dieser für Ärger. Die zuständige Nationalratskommission KVF hat bereits ihr «grosses Unverständnis» geäussert und lässt Postministerin Doris Leuthard sowie Post-Verantwortliche bei der nächsten KVF-Sitzung antraben.

Auch bei CVP-Nationalrat Martin Candinas ist der Ärger noch nicht verraucht. «Es kann doch nicht sein, dass unsere Post Tätigkeiten ins Ausland verlagert, die ebenso gut in der Schweiz und vor allem in Randregionen erledigt werden können», sagt der Bündner. «Erst recht vor dem Hintergrund, dass dezentrale Regionen aufgrund zahlreicher Poststellen-Schliessungen überdurchschnittlich vom Stellenabbau der Post betroffen sind.»  

Arbeitsplätze erhalten

Auch in den beiden bestehenden Logistikzentren zur Retourenverarbeitung und Videocodierung in Chur GR und Sion VS seien in den letzten Jahren massiv Stellen abgebaut worden.

«Die jetzt in Vietnam durchgeführte sogenannte Extraktionscodierung könnte ebenso gut in diesen bestehenden Zentren vorgenommen werden, um so zumindest einen Teil der Arbeitsplätze zu erhalten», sagt Candinas.

Dies gerade auch vor dem Hintergrund, dass auch in den nächsten Jahren im Zustellwesen weitere Arbeitsplätze verloren gehen werden.

«Politische Sensibilität fehlt»

«Ich bin ein Fan der Post, aber hier fehlt es den Verantwortlichen offensichtlich an politischer Sensibilität», wettert Candinas. Bevor die Post Anfang 2017 definitiv darüber entscheidet, ob sie de Codierung weiterhin in Vietnam machen lässt, macht Candinas nun politisch Druck.

Er reicht heute Freitag ein Motion ein, um die Arbeitsplatz-Auslagerung der Post zu stoppen. «Der Bundesrat muss dafür sorgen, dass die Post keine bestehenden Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Schweiz ins Ausland verlagert», sagt der Bündner.

«Wenn nötig, muss der Bund als 100-prozentiger Eigner der Post die strategischen Ziele und Vorgaben entsprechend anpassen.»

Im Clinch mit Leuthard und Schwaller

Damit tritt Candinas allerdings gleich zwei gewichtigen Parteikollegen ins Gehege: CVP-Bundesrätin Leuthard sowie dem früheren CVP-Ständerat und heutigen Post-Präsidenten Urs Schwaller.

Publiziert am 30.09.2016 | Aktualisiert am 30.09.2016
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  • Heinz  Häni 30.09.2016
    Passt zur Post. Früher hiess es PTT = Plötzlich triffst ein Tubel. Würde heute noch besser zur Post passen.