Neue Kampagne gegen Klischees CVP mit Homopaar auf Wählerfang

  • Publiziert: 31.07.2012, Aktualisiert: 01.08.2012
  • Von Karin Müller
play Dominik Mazur und Markus Hungerbühler. Ein Paar und beide in der CVP Stadt Zürich. (ZVG)

ZÜRICH/BERN - Ab morgen becircen zwei homosexuelle Männer mögliche neue CVP-Wähler. Ziel ist es, mehr Junge und Familien für die Partei zu gewinnen. SVP und FDP stehen der Plakataktion kritisch gegenüber.

Ein echter Hingucker: Markus Hungerbühler und Dominik Mazur (beide 37) sind homosexuell. Und sie sind langjährige Mitglieder der CVP. Das Paar stellte sich für eine neue Imagekampagne der Partei zur Verfügung.

«Wir wollten mit dem gängigen Klischee aufräumen, CVP-Mitglieder seien im Durchschnitt 70 Jahre alt und regelmäs­sige Kirchgänger», erklärt Markus Hungerbühler heute Blick am Abend.

Hungerbühler ist seit 1994 in der CVP und Parteipräsident der Stadt Zürich. Die Partei soll moderner, frecher und jünger rüberkommen. Deshalb werden ab morgen in Stadt und Kanton Zürich erste Plakate dieser Art aufgehängt. 

Versteckt und verschämt?

Was sagen andere Parteien? Christoph Mörgeli (SVP): «Einmal mehr versucht es die CVP mit krampfhaft pseudomoderner Urbanität. Selbstverständlich hängen solche Plakate weder im Wallis noch in Freiburg. Man will es ja mit den Bischöfen nicht verderben. Wenn der Inhalt nicht stimmt, ist die Verpackung nie nachhaltig.»

In den Augen von Claudine Esseiva, Generalsekretärin FDP Frauen Schweiz, kommt die Kampagne «versteckt und leicht verschämt» daher: «Zwei CVP-Herren. Und der Slogan: ‹Anders als man denkt› – ja wie denn? Wie setzt sich die CVP konkret für homosexuelle Paare ein? Bei einer solchen Kampagne muss auch Inhalt folgen.»

Esseiva spricht von konkreten Forderungen wie zum Beispiel die mögliche Adoption für gleichgeschlechtliche Paare.

SP-Fraktionspräsident Andy Tschümperlin hingegen findet die Kampagne gelungen: «Familie wird definiert durch die Menschen, die aus demselben Kühlschrank essen.»

Beliebteste Kommentare

  • Hanspeter  Rüegg
    Es ist nur noch jämmerlich und fast lächerlich wie sich die CVP überall anbiedert. Die Quittung werden die Wähler dieser Partei bald erhalten. Und dann ist auch die Windfahne Darbellay bald Geschichte.
  • Eugen  Dubeli , St.Gallen
    Typisch CVP können sich nicht entscheiden aber immer anpassen.Immer die Richtung in der der Wind geht.

Alle Kommentare (25)

  • Herbert  Staub
    Was heisst hier linke Verbündete. Die NR Pfister und Co. sind doch schon längst mit dem rechten Flügel der SVP verbandelt.
    • 01.08.2012
    • 8
    • 39
  • Herbert  Staub
    Alle anständigen CVP Wähler, sollten ihre Stimme der CSP geben. Dort gibt es noch so was wie, christliches Gewissen und soziale Verantwortung
    • 01.08.2012
    • 9
    • 35
  • Thomas  Weber
    Und dann noch: Bei dem Plakat wie bei dem Parteilogo der CVP:
    Nur ein halbes Schweizerkreuz ist da zu sehen!
    Steht diese Partei nur halb zur Schweiz? Kommt mir jedenfalls auch sonst so vor.
    Nie wieder CVP.
    • 01.08.2012
    • 81
    • 8
  • Jörg  Lüscher , Zofingen
    Die CVP ist ein reines PR-Gebilde ohne Inhalte. Bei Doris Leuthart ist die Kampagne "Duschen mit Doris" noch aufgegangen. Was die BR aber sonst so produziert, ist ja auch meist nur warmw Luft - Vaterschaftsferien für Ihre Angestellten -wie generös und cool, aber leider müssen wir Steuerzahler das berappen. Oder der Atomausstieg, nach Fukushima natürlich sehr populär, aber überhaupt nicht durchgedacht. Die CVP und ihre linken Verbündeten, ein Ärgernis für die Schweiz.
    Jörg Lüscher, Zofingen
  • Hans-Erich  Fiechter , Langenthal
    Hoppla, CVP = Partei für die Homosexler ??? Was da der Papst wohl dazu sagt ? Wahrscheinlich nichts.... Stimmenfang egal wie ....Pfui...
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