CVP macht Rentner zur Sau «Pensionierte sind keine Schweine!»

Der Schuss ging wohl nach hinten los. Hat die CVP mit einer Aktion Rentner beleidigt? Die Initianten sind jedenfalls empört.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Albisgüetli-Tagung der SVP in Zürich Harmloser Blocher, Juso-Protestzug...
2 Schweizer Wahl-Beobachter nach Vereidigung «Da schaue ich lieber...
3 Erste Bilanz der Winterthurer Dschihad-Spezialisten Schon 17...

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
39 Kommentare
Fehler
Melden

Über mangelnde Aufmerksamkeit konnte sich die CVP bei Ihrer Aktion nicht beschweren. Immerhin kommt es nicht oft vor, dass vor dem Bundeshaus drei prächtige Sauen aufgefahren werden – und genüsslich schmatzen.

Kein Wunder, bekamen sie doch ein Dreigangmenü aus Salat, gefüllter Zuchetti sowie Pfirsichen und Beeren zum Dessert serviert.

«Sauteuer»

Die CVP hatte die Tiere vor das Bundeshaus karren lassen, um gegen die AHV-plus-Initiative zu protestieren, über die am 25. September abgestimmt wird. Das Begehren der Gewerkschaften verlangt zehn Prozent mehr AHV-Renten für jeden und jede. Das würde den Bund im Jahr 2030 gut 5,5 Milliarden Franken zusätzlich kosten.

«Sauteuer» findet die CVP. Das Geld der Schweizer Arbeitgeber und Arbeitnehmer sei mit diesem Giesskannenprinzip schlecht investiert. «Etwa so schlecht, wie wenn Sie einem Schwein ein Groumet-Menu servieren», so Generalsekretärin Beatrice Wertli.

Gewerkschaften sind empört

Die Initianten sind empört: «Rentnerinnen und Rentner sind keine gefrässigen Schweine», sagt Thomas Zimmermann, Sprecher des Gewerkschaftsbunds. Es sei verantwortungslos, dass die AHV-Gegner einen Generationenkonflikt herbeireden – «und das auf so primitive Weise».

Tatsache sei, dass das Gros der heutigen und vor allem der künftigen Rentner kein üppiges Dreigangmenü vorgesetzt bekomme.

«Auf den dritten Gang – die 3. Säule – müssen die meisten verzichten. Und der zweite Gang – die Pensionskassenrenten stagnieren oder sinken und sinken. Deshalb braucht es zum ersten Gang nicht nur ein Salätli sondern eine nahrhafte und starke AHV-Rente», so Zimmermann.

Die CVP wehrt sich gegen den Vorwurf. Natürlich würden die Schweine nicht für irgendwen stehen. «Doch in einem Abstimmungskampf muss man mit Symbolen arbeiten, um die Folgen dieser schädlichen Initiative aufzuzeigen», sagt Wertli. (sf)

Publiziert am 08.09.2016 | Aktualisiert am 24.09.2016

AHV: 70 Franken, 200 Franken oder nichts?

Die AHV-plus-Initia­tive, über die am 25. September abgestimmt wird, fordert zehn Prozent mehr AHV. Alleinstehende kämen dadurch auf rund 200 Franken mehr pro Monat, Ehepaare auf 350. Die Gewerkschaften wollen mit ihrer Initiative Rentenkürzungen ausgleichen, die durch tiefere Renditen der Pen­sionskassen drohen. Die erste Umfrage des Instituts GFS im Auftrag der SRG zeigt eine eher kritische Stimmung gegenüber dem Begehren. 49 Prozent der Befragten sprechen sich für die Vorlage aus – einen Monat vor dem Urnengang ist das wenig. Unterdessen geht der Streit um die Rentenreform 2020 im Parlament weiter. Nach dem Kompromissvorschlag des Ständerats sollen mit einer Erhöhung der AHV-Rente von 70 Franken die sinkenden Umwandlungssätze der Pensionkassen sowie ein höheres Rentenalter für Frauen aufgefangen werden. Die Sozialkommission des Nationalrats will davon nichts wissen: Sie setzt auf eine längerfris­tige Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre – ohne Kompensation.

teilen
teilen
0 shares
39 Kommentare
Fehler
Melden

39 Kommentare
  • Franco  Gisler , via Facebook 10.09.2016
    Es sind doch in der Bundesversammlung immer dieselben "Nein-Sager" welche, die mit einer Selbstverständlichkeit zum Selbstläufer gewordenen Sitzungsgelderhöhungen" einsacken.Dabei aber um die Finanzierung der AHV unbegründet Angst schüren und es scheinbar nicht für nötig erachten, den Pensionisten -nach nahezu zwei Jahrzehnten letzter Rentenanpassung- an der persönlich forfinanziert und erwirtschafteten AHV-Rente, wieder mal nachzubessern.Da scheint mir die ICH-Bezogenheit zu vordergründig.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    10.09.2016
    Sau-Teuer , aber sehr christlich ! Die CVP möchte dieses Geld wohl anderswo verjubeln, wo Gutbetuchte daran profitieren...sonst hätte sie eine Vermögens-Höchstlimite auf den Tisch gelegt...!
  • kurt  schlup aus Holziken
    09.09.2016
    Man könnte gute 2-3Miliarden bei der Entwicklungshilfe einsparen, und den Menschen. zukommen lassen mit den tiefsten Einkommen. Dan hätte man kein Spritzkannen System,und man würde wieder mal was machen führ das eigene Volk. Denn ich glaube wie tun schon lange genug führ fremde Leute die nur von unserem System Profitieren.
    • Stefan  Schiesser , via Facebook 09.09.2016
      Ach wissen Sie, die sogenannte Entwicklungshilfe ist nur eine Investition.. Wussten Sie, dass Schwellenländer 7x mal mehr Zinsen an westliche Banken bezahlen, als sie Entwicklungshilfe bekommen? diese Hilfe ist meist an Liberalisierung der Staatswirtschaft (Öl, Gesundheitsversorgung, aufhebung Zölle, etc) gekoppelt. Bombengeschäft. Als der Staat Niger Hilfe brauchte, mussten Sie de Tiermedizin liberalisieren. Als Folge konnten die Hirte ihre Schafe nicht mehr bedienen, aber konzerne profitieren
  • Stefan  Treier aus Effingen
    08.09.2016
    Diese Aktion ist schlicht und einfach daneben. Zu diesem Schluss kann man auch als bürgerlicher Mitte-Wähler gelangen! Wer sich mit den sozialen Problemen der älter werdenden Menschen befasst, stimmt am 25. September 2016 JA zu dieser Initiative. Es darf nicht soweit kommen, dass immer mehr Senioren gezwungen werden, Sozialhilfe bei den Gemeinden zu beantragen. Die dauernden Kürzungen im Rentenbereich sind für viele Senioren eine wirtschaftlich gefährliche Entwicklung.
  • Thomas  homberger 08.09.2016
    Die leute können nicht rechnen, das ist eine aktion die nur den Beutel kleiner machen sollte. Es geht nicht auf wenn man mehr zahlt später aber mehr bekommt die ahv ist quasi pleite wie soll dan ein art Nullsummenspiel funktionieren? Aber naja das Volk kann man sich ja kaufen. Gibt schliesslich geld und das ist motivation genug ja zu sagen.Korruptiver Bundesvolk leider.
    • roland  rohrbach aus Binningen
      08.09.2016
      Herr Homberger, es geht nicht um Geld sondern um Gerechtigkeit! Es kann nicht Sein das man bei der Pensionskassen immer weniger bekommt und der Bürger immer mehr abgezockt wird. Die AHV wurde nie erhöht, es ist an der Zeit das man der Arbeitenden Bevölkerung mal etwas zugesteht. Das es der AHV schlecht geht stimmt einfach nicht und ist nur herbei geredet!
    • Thomas  homberger 09.09.2016
      Nur schade das man sich dan dieses "erhöhte" Geld sich vom Arbeitendem Volk holt. Wäre die AHV Gelder nicht mehr dem heutigem stand dan würde man das verstehen. Aber leider fakt ist das die AHV oder Pensionkasse selber immer weniger auszahlen will. Ich glaube da liegt das Problem wenn sie recht damit haben das die AHV eigentlich genug geld hätte.