CVP fordert strengere Posing-Regeln: Schluss mit blutten Kindern in der Badi!

Mehr Kinder- und Jugendschutz verlangt die CVP. Dabei nimmt sie auch das Thema Posing ins Visier. CVP-Nationalrat Stefan Müller warnt Eltern davor, Nacktbilder ihrer Kinder im Internet posten.

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Politik

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Wer kennt das nicht: In den Ferien spielen Kleinkinder nackt am Strand oder toben in der heimischen Badi füdliblutt herum. Geht es nach der CVP, ist damit Schluss! In einem neuen Positionspapier zum Kinder- und Jugendschutz schreibt die CVP: «Auch Kleinkinder brauchen einen Badeanzug in der Badeanstalt.»

Und sie appelliert generell an die Eigenverantwortung der Eltern im Bereich der Kinderfotos: «Fotos von Kindern beim Baden oder allgemein in nacktem Zustand gehören nicht auf Social Media-Plattformen. Das Internet vergisst nicht und die Fotos sind auch noch Jahre danach für alle einsehbar.»

Gegen Posing-Bilder

Hintergrund für die Forderung ist das so genannte Posing. Dabei handelt es sich um Nacktbilder von Kindern, bei welchen diese «Posieren». Dabei stehen zwar nicht die Aufnahmen von Genitalien im Vordergrund oder die Andeutung sexueller Darstellungen – trotzdem sorgen solche Bilder immer wieder für Kontroversen, weil sie eben von Pädophilen genutzt und gehandelt werden.

Für Schlagzeilen sorgte kürzlich der Fall deutschen SPD-Politikers Edathy, der Posing-Bilder kaufte. «Sie liegen rechtlich in einem Graubereich, da es sich nicht explizit um Kinderpornografie handelt», so die CVP. Sie verlangt einen «strengeren Kurs», da es sich «bei solchen Bildern das Posieren und somit eine implizite Darstellung von Sexualität im Vordergrund steht». Das EJPD müsse diese Problematik angehen.

«Sexuelle Integrität schützen»

Werden nun alle Eltern kriminalisiert, die Nacktbildern von ihren Kleinen knipsen?

CVP-Nationalrat Stefan Müller (SO), selber Vater von vier Kindern im Alter von 4 bis 17 Jahren, winkt ab, sagt aber klar: «Es ist die Pflicht der Eltern, die sexuelle Integrität ihrer Kinder zu schützen. Wer Nacktbilder seiner Kinder ins Netz stellt, macht einen Fehler – denn solche Bilder können von Kriminellen missbraucht werden.»

Man wolle Eltern nicht wegen jedem harmlosen Badi- oder Strandföteli fürs Privatalbum in die Bredouille bringen. «Die Hürde muss relativ hoch sein. Aber wenn ein Kind eindeutig posiert und gar noch eine gewisse Laszivität zum Ausdruck kommt, ist der Fall für mich klar: Werden solche Fotos veröffentlicht, gehört das geahndet», so Müller. «Wie genau, ob als Ordnungsbusse oder im Sinne eines Antragsdelikts, müsste noch geklärt werden.»

Härtere Strafen fordert Müller für jene, die mit Posing-Bildern von fremden Kindern handeln: «Da darf es keinen Graubereich mehr geben.»

Doch folgt die CVP mit ihrer Forderung nicht bloss der Hysterie rund um die Pädophilen-Initiative? «Nein, die Hysterie wurde damals in die falsche Richtung gelenkt, aufs berufliche Umfeld», so Müller. «Doch die grösste Missbrauchsgefahr droht Kindern leider im familiären Umfeld. Hier ist eine Sensibilisierung zum Schutz der Kinder wichtig.»

Publiziert am 02.06.2014 | Aktualisiert am 02.06.2014
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«Wer Nacktbilder seiner Kinder ins Netz stellt, macht einen Fehler»: CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt. play
«Wer Nacktbilder seiner Kinder ins Netz stellt, macht einen Fehler»: CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt. Christian Lanz

Neues Positionspapier der CVP

Nicht nur beim Posing setzt die CVP an. «Der Schutz der Kinder und Jugendlichen ist eine der zentralen Aufgaben unserer Gesellschaft», schreibt die CVP in ihrem heute präsentierten Positionspapier. Darin fasst sie ihre wichtigsten Forderungen zum Kinder- und Jugendschutz zusammen. Dazu gehören etwa auch auch:

-        Belästigung bestrafen: Stalking oder Grooming sollen zum Strafbestand werden. Beim Stalking werden die Opfer belästigt oder es wird ihnen nachgestellt, beim Grooming wird im Internet aus sexuellen Gründen Kontakt zu Minderjährigen gesucht.

-        Mehr Cybercops: Die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität soll finanziell und personell aufgestockt werden.

-        Weniger Datenschutz für Täter: Pädokriminelle sollen sich nicht hinter dem Datenschutz verstecken können. Der Datenschutz dürfe eine «schnellstmögliche Auswertung» von elektronischen Spuren nicht verhindern.

-        Social-Media-Gesetz: Ein spezielles Social-Media-Gesetz erachtet die CVP als nötig. Dieses soll mit dem Internet verbundene Probleme wie Sexting, Cybermobbing oder Gewaltverherrlichung regeln.

-        Medienkompetenz: Der Umgang mit Medien, gerade die Risiken des Internets, soll als Schulstoff behandelt werden. Die Medienkompetenz gehöre in den Lehrplan.

-        Mehr Prävention: Die CVP will eine stärkere Suizid- und Suchtprävention bei Jugendlichen. Eine gezielte Prävention verlangt sie aber auch bei Essstörungen – nicht nur bei Übergewicht, sondern auch bei Magersucht oder Bulimie.

-        Schuldenfalle schliessen: Eine gezielte Schuldenprävention für Jugendliche fordert die CVP ebenfalls. Aggressive Werbung von Kleinkreditanbietern, welche auf Jugendliche zielt, will sie verbieten.

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28 Kommentare
  • Barbara  Sägesser 03.06.2014
    Interessant... je nach Gesinnung darf der Staat eingreifen oder nicht. Wie auch immer, viele haben als Kinder doch nacktgebadet - denke ich. Im Internet sollte man es jedoch halten wie beim Schreiben einer Postkarte. Nichts posten, was man auch nicht auf eine Postkarte tun würde.
  • Abbas  Schumacher , via Facebook 03.06.2014
    Also mal ganz klar gestellt, wenn kleine Kinder baden, da geht’s rein ins Wasser, raus, rein und? Nasse Badehose ist nicht das Gelbe vom Ei. Da erkälten die sich im nu. Also lieber das Umfeld anschauen. Sind da Leute die krankhafte Interessen haben? Ab 4 - 5 Jahren, da kann man reden mit ihnen und halt ein paar Badehosen mehr kaufen, kosten ja nicht die Welt. Aber vorher, Exgüssi, wie krank muss man denn sein, um immer gerade an Pädophile zu denken?
  • Henry  Crapaux , via Facebook 02.06.2014
    Die CVP hat ein Problem! Sie ist nämlich bei der Anzahl Kirchenaustritten und der Relativierung der christlichen Religion arbeitslos respektive themenlos. Auch die Familie als solche ist im Wandel, Deshalb suchen die Politiker der CVP entsprechend "attraktive", sprich vielbeachtete Themen die die Partei wieder ins Gespräch bringen. Das hat beinahe was peinliches...
  • Henry  Crapaux , via Facebook 02.06.2014
    Die CVP hat ein Problem! Sie ist nämlich bei der Anzahl Kirchenaustritten und der Relativierung der christlichen Religion arbeitslos respektive themenlos. Auch die Familie als solche ist im Wandel, Deshalb suchen die Politiker der CVP entsprechend "attraktive", sprich vielbeachtete Themen die die Partei wieder ins Gespräch bringen. Das hat beinahe was peinliches...
  • Echochamber  Suter aus Zürich
    , via Facebook
    02.06.2014
    Religiöse Fundamentalisten sollen ihre gestörte Haltung zum Körper doch bitte in Therapien behandeln, als uns mit Gesetzen zu sterilisieren