Chinas Präsident besucht Bern Zittern vor einem Eklat wie 1999

BERN - Am Sonntag stattet der chinesische Präsident Xi Jinping der Schweiz einen Besuch ab. Die Visite erfordert massive Sicherheitsvorkehrungen – Bern will einen erneuten Eklat wie bei der letzten Visite vermeiden.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann mit Xi Jinping im April 2016 in Peking. play
Bundesrat Johann Schneider-Ammann mit Xi Jinping im April 2016 in Peking. Kenzaburo Fukuhara

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In Bern wird aufgerüstet: Die Polizei führt am Wochenende Personen- und Fahrzeugkontrollen durch, Verstärkung aus der Region wird aufgeboten. 

Denn am Sonntag empfängt Bundespräsidentin Doris Leuthard den chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Während des Staatsbesuchs von Sonntagmorgen bis Montagnachmittag ist das Zentrum der Hauptstadt weitgehend abgesperrt. 

Die globale Sicherheitslage habe sich verschlechtert, begründet der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nauser (CVP) die Massnahmen im Gespräch mit SRF. Xi Jinping sei eine «gefährdete» Person und von «völkerrechtlich grösster Bedeutung». «Hier haben wir die Verpflichtung, ihn zu schützen und einen reibungslosen Staatsbesuch zu garantieren.»

Letzter Besuch endete in Rage

Zudem will Bern mit allen Mitteln eine Wiederholung der Szenen beim letzten Besuch vor 18 Jahren verhindern: Die Visite des damaligen chinesischen Präsidenten Jiang Zemin am 25. März 1999 endete in einem Eklat.

Demonstrierende Exil-Tibeter pfiffen von einem Dach vor dem Bundeshaus das Staatsoberhaupt aus, schwangen Tibet-Flaggen und forderten mit Transparenten die Unabhängigkeit ihrer Heimat. Jiang geriet in Rage: Er liess den Empfang vor dem Bundeshaus platzen und hielt den anwesenden Bundesräten eine Standpauke.

Trotz aller Befürchtungen dürfen Menschenrechtsaktivisten, Exil-Tibeterinnen und Exil-Tibeter am Sonntag in Bern demonstrieren – allerdings vor dem Staatsbesuch und nicht auf dem Bundesplatz, sondern auf dem unteren Waisenhausplatz. Ausser Sichtweite von Xi Jinping. Der hohe Gast und wichtige Handelspartner soll nicht verärgert werden.

Chinesische Provokateure befürchtet

Dieser Kompromiss könne er akzeptieren, sagt Thomas Büchli, der Präsident der Gesellschaft schweizerisch-tibetische Freundschaft. Seine Befürchtung: Chinesische Provokateure, «die den Auftrag haben, uns zu stören», um die Demonstration bewusst eskalieren zu lassen.

Für die Schweiz steht viel auf dem Spiel: China ist der wichtigste Handelspartner in Asien und nach der EU und den USA gar der drittwichtigste Wirtschaftspartner, schreibt die «Handelszeitung». 

Publiziert am 13.01.2017 | Aktualisiert am 15.01.2017
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10 Kommentare
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    14.01.2017
    Die Schweiz braucht nicht zu zittern, endlich mit starkem Rückgrat auftreten. Die Schweiz hat ihre Tradition und braucht sich nicht zu verstellen. Wem das nicht passt, der braucht uns nicht zu besuchen, denn die Bürger zahlen all diesen Repräsentations-Quatsch. Hierher kommen und meckern, brauchen wir gar nicht. Vor allem Länder die Menschenrechte im eigenen Land mit Füssen treten, sind beim CH-Volk nicht willkommen.
    ewz
  • Annemarie   Setz 14.01.2017
    Man kann nur hoffen, dass es keine Demonstrationen gibt. Die Tibeter in der Schweiz sind gut aufgenommen. Chinesische Gäste erwarten Höflichkeit. Und das ist begreiflich. Hoffentlich hat der Bundesrat diesmal die Sache im Griff und werden unangenehme Pöbler und Demonstranten vorher weggebracht.
    • Danni  Stufer 14.01.2017
      Genau, hoffentlich wird die Demokratie abgeschafft, solange die Chinesen da sind...
  • Othmar   Huber 14.01.2017
    Seit 30 Jahren bin ich jedes Jahr mehrmals in China. Die Entwicklung dieses Landes in Bezug auf die Wirtschaft, aber auch in Bezug auf die Sozialen Leistungen habe ich mit Freuden wahrgenommen. Speziell unter dem heutigen Präsidenten Xi Jinping wurden grosse Schritte in die richtige Richtung gemacht. Wenn man die vielfältigen Völkergruppen in China unter einen demokratischen Hut bringen will, wird dies sicher einige Generationen benötigen. Verständnis für eine solche Entwicklung sind gefordert!
  • Albert  Knoll 14.01.2017
    Es kommt das Staatsoberhaupt der bald grössten Weltmacht in die Schweiz. Präsidenten Xi Jinping hat heute in einem Gastkommentar in der NZZ die Freundschaft zwischen der Schweiz und China in höchsten Tönen beschworen. BR Schneider-Amman, rhetorisch zwar unbegabt aber effektiv, hat ein Freihandelsabkommen mit China abgeschlossen. Davon träumt die EU. Und das alles soll wegen ein paar wirren Tibetern, die in der Schweiz geboren und Schweizer sind, aufs Spiel gesetzt werden?
  • Peter  Klein , via Facebook 13.01.2017
    Was heisst denn hier Eklat ? Als Besucher und somit auch als Gast sollte man nicht nur die demokratischen Gepflogenheiten des Gastgebers respektieren, sondern auch sich als Gast verhalten und sich über (berrechtigte9 Äusserrungen beklagen. Schweizer Politiker beklagen sich bei einem China Besuch auch nicht über Chinesische Gepflogenheiten, wie z.B. Haifischflossen-Suppe oder die Besetzung Nepals.
    • Albert  Knoll 14.01.2017
      Oh, Herr Klein, da haben Sie wohl etwas mit Nepal und Tibet durcheinander gebracht. Nun denn, ich will mich ja zum Thema Gastfreundschaft äussern. Als Gastgeber akzeptiere ich die Gepflogenheiten des Gastes, sonst wäre ich ja kein Gastgeber. Ich darf ihm die Spezialitäten des Landes anbieten, muss aber nicht beleidigt sein, wenn er diese ablehnt. Klassiker: Fondue oder Raclette einem Asiaten anbieten (Laktoseintoleranz). Haifischsuppe wurde mir in China übrigens nie angeboten. Gastfreundschaft!
    • Meyer  Karl 14.01.2017
      Ach ne? Tatsächlich ist noch nie eine Schweizer Delegation nach China gereist ohne das Thema Menschenrechte und Umweltschutz anzusprechen oder sich zu "beschweren", wie Sie es bezeichnen.