Chefs von Post, SBB, Skyguide und Ruag gehts an den Kragen Bundesrat greift bei Kaderlöhnen der «Bundes-AG» durch

Der Bundesrat geht gegen hohe Boni in bundesnahen Unternehmen und Anstalten vor. Unter anderem werden der variable Lohnanteil und die Nebenleistungen für Geschäftsleitungsmitglieder beschränkt.

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Bekommen die Chefs der bundesnahen Betriebe zu viel Lohn?

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Der Bundesrat greift bei den Kaderlöhnen der bundesnahen Aktiengesellschaften durch. Das werden vor allem die Chefs von Post, SBB, Flugaufsicht Skyguide und Rüstungskonzern Ruag  zu spüren bekommen. Im Wesentlichen sind drei Massnahmen geplant, die aller Voraussicht nach zu Lohneinbussen an der Spitze der «Bundes-AG» führen werden:

  • Die Statuten der Schweizerischen Post AG, SBB AG, Skyguide AG, RUAG Holding AG, SIFEM AG und Identitas AG werden ergänzt. Die Generalversammlungen der Aktiengesellschaften können einen Lohndeckel für den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der Unternehmen festlegen. Das allein bedeutet noch keine Lohnkürzung. Doch angesichts der Kritik an den Managerlöhnen im Rahmen der «Pro-Service-Public»-Initiative würde es nicht erstaunen, wenn der Bundesrat hier auf Mässigung hinwirken würde.

  • Bei den Geschäftsleitungsmitgliedern darf der variable Lohnanteil höchstens 50 Prozent des fixen Lohnanteils betragen. Das schenkt ein, beispielsweise bei Ruag-Chef Urs Breitmeier: Gemäss Kaderlohnbericht erhielt dieser letztes Jahr einen Fixlohn von 460'000 Franken. Sein Bonus betrug aber fast 500'000 Franken. Auch SBB-Chef Andreas Meyer wird wohl der Bonus gekürzt: Er bekam 2015 336'000 Franken Erfolgsprämie – bei 593'000 Franken Lohn.

  • Auch Nebenleistungen wie Spesenpauschalen und zusätzliche Einlagen in die Pensionskasse will der Bundesrat kürzen: Solche Zahlungen sollen künftig nur noch zehn Prozent des Fixlohns ausmachen. Auch das dürfte vor allem SBB-Chef Meyer zu spüren bekommen. Er erhielt letztes Jahr Nebenleistungen im Umfang von 116'000 Franken.

Die Statutenänderungen sollen spätestens anlässlich der ordentlichen Generalver­sam­m­lungen 2018 umgesetzt werden.  

Zur Erinnerung: Ruag-Chef Urs Breitmeier hat 2015 insgesamt rund 1,01 Millionen Franken bezogen. Auf Nebenleistungen - etwa für Repräsentation oder den privaten Gebrauch des Geschäftsautos - entfielen 50'400 Franken. Das gab der Bundesrat im September bekannt.

BetriebChef/inJahressalär 2015Jahressalär 2014
SwisscomUrs Schaeppi1'832'0001'773'000
Nationalbank*Thomas Jordan1'153'1001'135'000
RuagUrs Breitmeier1'118'000992'000
SBBAndreas Meyer1'046'1861'072'023
Die PostSusanne Ruoff984'521824'585
SkyguideDaniel Weder525'426507'387

 

Entspannt zurücklehnen kann sich indessen Swisscom-CEO Urs Schäppi: Die Swisscom ist als börsenkotiertes Unternehmen nicht dem Bundespersonalgesetz unterstellt. Damit greifen die Massnahmen bei ihm nicht. Sein Jahressalär von 1,8 Millionen Franken im letzten Jahr ist also nicht gefährdet. (bö/sf/SDA)

*Die Nationalbank ist zwar nicht im Besitz des Bundes, orientiert sich aber bei der Entlöhnung des Kaders ebenfalls am Bundespersonalgesetz.

Publiziert am 23.11.2016 | Aktualisiert am 23.11.2016
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22 Kommentare
  • Chrigel  Neff aus St. Gallen
    23.11.2016
    Es wurde auch langsam Zeit. Und keine Bange - es gibt ausreichend qualifizierte Personen für diese Posten. Was die heutigen CEOs bieten, ist wahrscheinlich eine Vernetzung - doch die dient schlussendlich nur denen selbst und Zulieferern, nicht aber uns allen.
  • Paul  Meier 23.11.2016
    Erstens: Ein Bundesratsgehalt ist kein Massstab, Bundesrat kann schliesslich jeder (xyz) werden. Für einen Managerposten brauchts auch etwas Ausbildung.
    Zweitens: Von den hohen Gehältern nimmt der Staat bis zur Hälfte wieder weg für Steuern und Sozialabgaben (AHV u.v.a.m.). von den "Bünzlis" allein kann der Sozialstaat auf jeden Fall nicht leben.
    • Kurt  Nussbaum aus Sipalay City
      24.11.2016
      Echt jetzt Herr Meier? Natürlich, haben diese Leute auch eine "riesige Verantwortung" und arbeiten sicher 7 Tage die Woche, wenn möglich 25 Std. am Tag, oder? Falls es dann aber doch nicht klappen sollte, finden sich immer einer, der den Kopf hinhalten muss und der grosse Chef kriegt, falls er trotzdem gehen muss, noch einen tollen goldenen Fallschirm! Aber vieleicht muss man jetzt dann für die armen Schlucker, ein Spendenkonto einrichten, damit Sie nicht am Hungertuch nagen müssen!
  • Gianclaudio  Moresi , via Facebook 23.11.2016
    @Schär: Herr Schär, meinen Sie wirklich ernst, was Sie geschrieben haben? Die Manager von vielen Firmen sind ganz normal qualifiziert. Es gibt sehr viele Manager, die für die 450 k den Job annehmen möchten. Diese Jobs werden aber nach Bekanntschaften und Seilschaften verteilt...
    Und diese CEO tragen kein Risiko und bringen kein Risikokapital. Wieso sollen diese CEO so hoch bezahlt werden? Ich verstehe Ihre Logik überhaupt nicht.
  • Brian  Keller aus Dietikon/ZH
    23.11.2016
    Und wers glaubt, ist selber schuld! einmal mehr ein politisches Manöver. Uns wird Sand in die Augen gestreut.
  • Sepp  Rimensberger 23.11.2016
    Höchste Zeit, dass hier der Bundesrat mal eingreift. Bei den einfachen Arbeitnehmer wird der Lohn gedrückt in dem längere Arbeitszeit bei gleichem lohn bei der SBB wie die Gramper Wagenreiniger Lokführer Unterhalt ebenso bei der Post die Briefträger grössere Touren, Sortierer usw. Da ist es doch nicht in Ordnung, die da auf den oberen Sesseln über eine Million in den Sack streifen können und dem sagen sie,sie müssen Sparen.