Burka-Bomber vor dem Bundeshaus Besser Verdummungs- statt Vermummungs-Verbot

Vor dem Bundeshaus posieren dümmlich lachende Burka-Gegner. Sie wollen ein Vermummungs-Verbot in die Verfassung schreiben. Dabei wäre ein Verdummungs-Verbot nach einer solchen Aktion eher angebracht.

Besser Verdummungs- statt Vermummungs-Verbot

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Sechs Leute auf dem Bundesplatz, die eine Initiative lancieren, wäre eigentlich ein Anlass zur Freude. Wir könnten sagen, die freie Meinungsäusserung und die direkte Demokratie in der Schweiz leben. Und: Es ist doch gut, wenn Themen, die den Leuten unter den Nägeln brennen, früh angesprochen werden. Was haben wir uns nach der Abstimmung über die Durchsetzungs-Initiative auf die Schultern geklopft, dass unser politisches System anderen Ländern überlegen sei. Weil so frühzeitig nach Lösungen für wirkliche Probleme gesucht wird.

Doch halt: Die Exponenten der Burka-Initiative machen ihre Aktion gleich selber zur Fasnacht. Verhüllt mit Burkas und verkleidet als Linksextreme stehen sie vor dem Bundeshaus. Der langjährige Alt-Präsident der Jungen SVP ist sich dabei nicht einmal zu blöd, mit einem Hoodie aufzukreuzen, der zu den Devotinalien der Südtiroler Band Frei.Wild gehört, die wegen Rechtsextremismus-Vorwürfen vom deutschen Echo-Preis ausgeschlossen wurden.

 

Gipfel der Darbietung der Burka-Hasser ist aber etwas anderes: Ein Mann posiert grinsend mit einem Sprengstoff-Gürtel. Als ob die Burka nur dazu da wäre, damit die Trägerinnen Bomben darunter verstecken könnten. Als ob jede Burka-Trägerin eine Terroristin wäre. Beim Bombengürtelträger handelt es sich um Niels Fiechter, Präsident der JSVP Frutigen.

Das Gute an den Leuten um SVP-Nationalrat Walter Wobmann: Selten hat sich ein Initiativ-Kommitee so demaskiert wie heute. Es geht den Vätern dieser Initiative offensichtlich nicht um Lösungen. Es geht ihnen auch nicht darum, dass sie für die Schweiz einen Fortschritt erreichen wollen.

Nein: Viel lieber hantieren sie mit Sprengstoff, politischem Sprengstoff. Denn sollte die Initiative zustande kommen, wird der Abstimmungskampf wüst – die Aktion ist wohl nur der Auftakt. Und so zeitigt die Initiative schon bald Folgen im In- und Ausland. Opfer werden die Patrons und ihre Büezer in der Exportindustrie und im Tourismus sein. Und hier schliesst sich der Kreis: Wenn Wobmann und Co. diese Bombe zünden, müssen andere bluten.  

Publiziert am 15.03.2016 | Aktualisiert am 28.07.2016
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99 Kommentare
  • Max  Meier 16.03.2016
    Wer gegen ein RECHTZEITIGES Verhüll.-Verbot ist, erweist musl. Frauen einen Bärendienst!
    Auch die Präs. b. Forum f. einen fortschr. Islam sagt, dass ein Verb.zur verbesserten Stellung der wenig privilegierten musl. Frau in der CH beitragen würde. «Eine Verabsolutierung individueller Entscheidungsfreiheit blendet internalisierte Unterdrückungen und Zwänge einer Sozialisation im patriarchalischen Machtsyst. aus». Wer eine Burka... trage, so Keller-Messahli, sei letztl. kein aufgeklärtes Subjekt.
  • Sarah  Krueger 16.03.2016
    Rund 15 Schweizer Kantone, u.a. Zürich, Bern, Basel-Stadt, St. Gallen und Luzern, kennen bereits ein auf kantonaler Ebene geregeltes Vermummungsverbot bei Demonstrationen und Sportveranstaltungen. Das Problem liegt in der Umsetzung, und daran wird auch ein gesamtschweizerisches Verbot nichts ändern. In Anbetracht dessen wird sehr deutlich, dass es bei dieser Initiative bloss um Stimmungsmache und um Islam-Feindlichkeit geht, nicht um die Lösung irgendwelcher Probleme. SVP-Polemik pur.
  • Marcello  Klauser , via Facebook 16.03.2016
    Kamelstreifen statt Zebrastreifen. Interlaken und die Gesellschaft ist von allen Gespenstern verlassen. Die Scharia und der Islam wird alles unternehmen sich hier wie die Könige zu benehmen und die Schweiz lässt sich auch dies gefallen. Ein Volk das sich selber verkauft.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    16.03.2016
    Wer hat schon Angst vor solchen Inszenierungen ? - Würde die Presse gar nichts darüber schreiben, wäre die Luft raus - aber jetzt kommen die Initianten noch unfreiwillig zu ihrer "Politschau" und werden dafür auch noch danken - die Bevölkerung ist ja in dieser Burka-Angelegenheit gespalten .
  • Martin  Arnold aus Derendingen
    16.03.2016
    Die "Selbst Disqualifizierung" einiger SVP Exponenten! Wenn es nicht so traurig wäre könnte an darüber lachen.
    Was sind wir für eine glückliche Schweiz wenn sich die "Volchsvertreter" nur um solche "Kein"problem kümmern müssen!
    Probleme kreieren, in den Schlagzeilen bleiben = Das einzige Erfolgsrezept dieser Partei! Etwas konstruktives, lösungsorientiertes bringen sie eh nicht zustande!