
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
play
Soll ich? Soll ich nicht? Beim Rennen um den Bundesratssitz von Pascal Couchepin (links) hält sich FDP-Pelli alle Optionen offen. (Keystone)
FDP-Präsident Fulvio Pelli hätte die besten Voraussetzungen, um in den Bundesrat gewählt zu werden: Er kommt nicht aus der Deutschschweiz und ist in der richtigen Partei für die Nachfolge von Pascal Couchepin. Doch der Tessiner hat entweder gar keine Lust auf das hohe Amt oder spielt nicht mit offenen Karten.
Die Tessiner Kantonalpartei schlug ihn der Fraktion zwar als Kandidaten für den freiwerdenden Bundesratssitz vor. Doch Pelli selber gibt sich bedeckt. Fast scheint es, er würde sich nur widerwillig seinem Schicksal fügen, wenn ihn die Fraktion dazu zwingen und ihn offiziell zu ihrem Kandidaten ernennen würde.
Fulvio Pelli, der Nicht-Kandidat: «Es ist nicht so, dass ich nicht am Bundesrat interessiert wäre.» So wenig ambitioniert schildert der FDP-Präsident seine Position im Bundesratsrennen gegenüber der «NZZ».
Ähnlich halbherzig gehts bei der SVP zu und her: Die Partei hält zwar mit dem Freiburger Nationalrat Jean-François Rime einen eigenen Kandidaten in der Hinterhand. Im Interview mit dem «Schweizer Fernsehen» gibt dieser jedoch zu verstehen, dass er eigentlich lieber Unternehmer ist als Bundesrat.
Warum Rime sich trotzdem aufstellen lassen würde – tatsächlich nominiert ist er noch nicht – erklärt er so: «Wenn Sie Politiker sind, und die Kollegen finden, dass Sie der Richtige sind, machen Sie halt mit.» Selbst SVP-Parteipräsident Toni Brunner glaubt da nicht an einen Sieg. Stattdessen werde dank einem Pakt mit den Linken die CVP das Rennen machen.
Erobert am Ende die CVP ihren zweiten Sitz im Bundesrat zurück, weil der FDP-Kandidat mit den grössten Chancen, Fulvio Pelli, nicht weiss, was er will? An der CVP-Delegiertenversammlung vom Samstag machte Präsident Christophe Darbellay keinen Hehl aus den Ambitionen seiner Partei.
Doch Kandidat Urs Schwaller hielt sich an der Veranstaltung auffallend im Hintergrund. Kriegt der CVP-Mann mit guten Aussichten angesichts der Zurückhaltung seiner Mitbewerber plötzlich auch noch kalte Füsse? Anstatt auf Personen, richtete die CVP den Fokus lieber auf den politischen Kurs und versuchte als Mitte-Partei Stimmen bei SP und Grünen gutzumachen.
Was halten Sie von wankelmütigen Bundesratskandidaten? Gehört das einfach zum Polit-Theater? Oder denken Sie, dass solche Politiker in unserer Regierung nichts verloren haben? Schreiben Sie uns!