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Äusserungen des Genfer Bewerbers für den freiwerdenden Sitz von Bundesrat Pascal Couchepin, Christian Lüscher, liessen in der SVP Zweifel über den Ernst der Kandidatur des FDP-Mannes aufkommen.
«Wir möchten von der FDP bis nächsten Dienstag hören, ob die Kandidaturen Lüscher und Burkhalter gleichberechtigt sind oder ob irgendwelche Spiele gespielt werden», sagte SVP-Präsident Toni Brunner am Rande der SVP-Fraktionssitzung heute Nachmittag.
Viele SVP-Fraktionsmitglieder seien ein wenig verwirrt gewesen über ein Lüscher-Interview. Der Genfer hatte darin gesagt, dass er sich in einem fortgeschrittenen Wahlgang eventuell zugunsten des anderen FDP-Kandidaten zurückziehe, falls damit der zweite FDP-Sitz gerettet werden könne.
Lüscher nahm damit Stellung zur weit verbreiteten Meinung, wonach seine Wahlchancen deutlich geringer seien als die des Neuenburgers Didier Burkhalter. Sollte Lüscher in den ersten Wahlgängen zu gut abschneiden, würde dies die SP in die Arme der CVP treiben, womit der zweite FDP-Sitz gefährdet wäre.
Wenn die FDP öffentlich erkläre, dass Lüschers Kandidatur ebenso ernst zu nehmen sei wie die von Burkhalter, stünden die Chancen gut, dass die SVP einen der FDP-Kandidaten unterstütze, sagte Brunner weiter. In diesem Fall veranstalte man Hearings mit den FDP- Kandidaten.
Ein Hearing mit dem CVP-Kandidaten gebe es aber nicht, da die CVP aus Sicht der SVP keinen Anspruch auf den Sitz hat.
Falls die FDP die Sache nicht klar stelle, stehe der Freiburger SVP-Nationalrat Jean-François Rime bereit, ins Rennen zu steigen, sagte Brunner. Entsprechende Entscheide würde die SVP am Vorabend oder am frühen Morgen des Wahltags treffen.
Christian Lüscher erklärte zur SVP-Forderung, dass die taktischen Fragen in der Kompetenz der Fraktion lägen. (SDA)
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SVP-Präsident Toni Brunner verlangt Klarheit von der FDP. (Keystone)