Bundesrat will sparen, Bauern weigern sich Die heilige Kuh Landwirtschaft

BERN - Alle müssen sparen – nur die Bauern nicht. Nun steht erneut ein Sparpaket im Ständerat, welches die Landwirtschaft betrifft.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Grosse Bedenken bei Links und Rechts Bringt die E-Vignette Road Pricing...
2 Verhältnis zwischen FDP und SVP in Trümmern Jetzt regiert der Hass
3 Der Nationalrat ist umweltfeindlicher geworden Die SP ist grüner als...

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
18 Kommentare
Fehler
Melden

Grüne Hügel, weidende Kühe, Glockenklänge die sich in den weiten Tälern verlieren: Die Schweiz lebt vom Kuh-Image. Die Bauern geniessen gar einen so hohen Stellenwert, dass ihnen ein eigener Passus in der Bundesverfassung gewidmet wurde. «Der Bund sorgt dafür, dass die Landwirtschaft durch eine nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete Produktion einen wesentlichen Beitrag leistet», heisst es zu Beginn des Artikels 104.

Doch dieses Idyll kostet. Und zwar sehr viel. Fast 2,8 Milliarden Franken pro Jahr. Jetzt will der Bundesrat im Rahmen des Stabilisierungsprogrammes sparen. Seine Idee: 3,7 Prozent weniger in der neuen Agrarreform 2017–2019.

Doch der Bundesrat hat die Rechnung ohne die gut vernetzten Bauern gemacht – der Nationalrat strich die Kürzungen wieder heraus. Heute steht das Geschäft im Ständerat zur Debatte.
  

Alle müssen sparen. Alle?

Oberster Bauer und CVP-Nationalrat Markus Ritter sind die Sparbemühungen auf Kosten der Bauern ein Dorn im Auge. Deutlich höhere Leistungen habe das Parlament mit der Agrarreform 2014–2017 von der Landwirtschaft verlangt, so Ritter. «Die Bauern haben diese Herausforderung angenommen und setzen die Ziele um. Jetzt die Direktzahlungen und damit die Einkommen zu kürzen, ist nicht erklärbar.»

Für FDP-Nationalrat Marcel Dobler kein Argument. «Wenn man die verschiedenen Budgets wie Bildung, Landwirtschaft, Internationale Zusammenarbeit und andere vor sich hat, findet man immer einen Grund, warum gerade seine Branche keine Einsparungen machen soll.»

Protektionistische Bauern

In der Debatte wird den Bauern oft fehlende Spar-Solidarität vorgeworfen. Das sieht Ritter anders. Der Bundeshaushalt – die Ausgaben des Bundes – würde praktisch in allen Bereich wachsen. «Der Bundesrat will aber bei der Landwirtschaft um drei Prozent nominal kürzen, soviel wie in keinem anderen Bereich.»

Dobler hingegen stört sich an der protektionistischen Haltung der Bauern und wünscht sich mehr Offenheit. «Ich sehe aber auch die Chancen für eine Öffnung des Marktes für die Landwirtschaft. Ich wäre bereit, für Schweizer Milch gegenüber deutscher Milch deutlich mehr zu bezahlen.»

Die heilige Kuh «Landwirtschaft» wird das Parlament – und falls die Initiative «Für Ernährungssicherheit» nicht zurückgezogen wird – bald auch die Stimmbürger noch lange beschäftigen.

Wofür erhalten Bauern Direktzahlungen? Finden Sie es im BLICK-Direktzahlungs-Simulator selbst heraus.

Publiziert am 29.11.2016 | Aktualisiert am 02.12.2016
teilen
teilen
0 shares
18 Kommentare
Fehler
Melden

18 Kommentare
  • Heinrich  Ochsner 30.11.2016
    @Noldi Schwarz: Stall- und Scheunenbau war vorgeschrieben. Kaum kein Bauer hätte da von sich aus investiert, lieber hätte er neue Computeranlagen gekauft, denn nur 3 Personen 365 Tage à 24Std. am Compi sitzen geht gar nicht.
  • werner   zuercher aus Pfaffnau
    30.11.2016
    die landwirtschaft ist eines der wenigen bollwerke gegen den verkauf und verrat der schweiz an die brüsseler antidemokraten und die globalisierung allgemein! in notzeiten wäre die landwirtschaft in der lage die bevölkerung auf der basis von normalität zu ernähren! aber solches riecht nach unabhängigkeit, nach selbstständigkeit. darum wollen dies linke und wirtschaftskreise nicht! der preis einer leistungsfähigen landwirtschaft, die die ernährung in kriesen sichert ist hoch! aber sehr notwendig!
  • Regula  Pünter , via Facebook 29.11.2016
    Alle, die hier negativ zur Landwirtschaft schreiben vergessen wohl ein kleines Detail: Mindestens 3 x am Tag brauchen wir alle einen Landwirten. Nämlich dann, wenn wir essen und trinken wollen (nur beim Mineralwasser nicht). Es ist mir dann doch lieber, wenn ich weiss, wo und einigermassen wie meine Lebensmittel hergestellt wurden und dass sie nicht unzählige Flugstunden haben. Das ist auch aktiver Umweltschutz.
  • Rocco  Martignoni , via Facebook 29.11.2016
    Der SVP belügt das Volk mit diese Nahme es soll nicht heissen Sociale Volks Partei , weil das ist Betrug , die machen bis jetzt nur alles für die Reichen und die Bauern , also RBP Reichen Bauern Partei stimmt ehner.
  • Rocco  Martignoni , via Facebook 29.11.2016
    Bauern sind der Grösste Profiteuren in der Schweiz ,die spielen nicht im Lotto , weil diese Bauern Jährlich mehr Geld bekommen als Alle Lotto Gewinner zusammen und das sogar ohne etwas an zu kreuzen.