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Justizministerin Sommaruga: «Die bilateralen Verträge wären in Gefahr.» (Reuters)
Der Bundesrat will die «bewährten bilateralen Beziehungen zu den europäischen Partnerländern» nicht gefährden und lehnt die SVP-Zuwanderungsinitiative ab.
Die Schweiz befinde sich «auf dem richtigen Weg». Zu diesem Schluss kommt der Bundesrat in einem heute publizierten Bericht über die Personenfreizügigkeit und die Zuwanderung in die Schweiz.
Gleichzeitig anerkennt er, dass Reformen nötig sind.
So sollen künftig mehr Schweizer Spezialisten ausgebildet werden. Als Mittel gegen den Fachkräftemangel nennt der Bericht zudem die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Auch will sich der Bundesrat dafür einsetzen, «dass in der Schweiz in Zukunft guter und erschwinglicher Wohnraum für die ganze Bevölkerung zur Verfügung steht.»
Trotzdem: Die Zuwanderung der letzten Jahre habe sich in weiten Teilen positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz ausgewirkt. «Sie gibt der Schweiz die Möglichkeit, ihren Wohlstand zu bewahren.»
Wenig überraschend lehnt der Bundesrat denn auch die Zuwanderungsinitiative der SVP ab.
Die Personenfreizügigkeit sei aus Sicht der EU eine Voraussetzung für die Teilnahme am europäischen Binnenmarkt. «Eine Neuverhandlung des Abkommens hätte kaum Aussicht auf Erfolg», so der Bundesrat. «Eine Kündigung aber hätte gravierende Konsequenzen für die Schweizer Wirtschaft, die jeden zweiten Franken in der EU verdient.»
Die Initiative fordert auch Höchstzahlen für Asylsuchende und für den Familiennachzug. Dies widerspräche verfassungs- und völkerrechtlicher Verpflichtungen, schreibt der Bundesrat dazu. Solche Höchstzahlen könnten in der Praxis also gar nicht eingehalten werden.
Nach Ansicht des Bundesrates kann die Initiative aber in einer Weise ausgelegt werden, die mit den zwingenden Bestimmungen des Völkerrechts vereinbar ist, etwa dem Non-Refoulement-Prinzip. Sie könne daher für gültig erklärt werden, schreibt der Bundesrat. (sda/per)
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