Ohne Bundesrat Blocher
BundesratDer Bundesrat rückt wieder näher zusammen, funktioniert als Kollegialbehörde. Der Druck, den Blocher und Mitstreiter von aussen ausüben werden, verstärkt die Geschlossenheit. Die Regierung wird wieder mehr Sach- als Parteipolitik machen und mehrheitsfähige Lösungen anstreben (müssen).
ParlamentDie Tonart im Parlament wird noch ruppiger. Die SVP um Blocher wird verstärkt Oppositionspolitik machen und versuchen, alles zu blockieren. Sie wird aber fast immer auflaufen. CVP, SP und Grüne im Parlament rücken schon wegen des Drucks von rechts näher zusammen und suchen nach tragfähigen Lösungen, was sich positiv etwa auf die Umweltpolitik auswirken wird. Die Zerreissprobe für die über weite Teile bisher schon SVP-nahe FDP wird noch grösser. Schliesst sie sich rechts der SVP an oder der Mehrheit?
SVPDie SVP dürfte sich aufspalten. Ein Teil, so Berner und Bündner, wird sich hinter den im Bundesrat verbleibenden SVP-Mann Samuel Schmid und, sofern einer gewählt wird, den zweiten moderaten SVP-Vertreter stellen. Den grossen Rest wird zumindest vorübergehend Blocher übernehmen, diesmal wohl als Präsident. Möglicherweise gründet Blocher eine neue Partei.
Andere ParteienIm Parlament gewinnt die Sieger-CVP markant an Profil. Schwieriger wirds in einigen Kantonen. Vor allem in der Inner- und Ostschweiz. Vom rechten CVP-Flügel kann es Überläufer zur SVP geben. Dafür wird die CVP für Mitte-Wähler attraktiver, auch in den Städten. Neue Chancen bieten sich der FDP. Sie kann sich aus der Umklammerung durch die SVP befreien.
Direkte DemokratieDie Blocher-Freunde werden toben – immerhin knapp 30 Prozent der Wähler. Die SVP wird den Aufschrei
benutzen, ihr Apparat ist seit Monaten auf diesen Fall vorbereitet. Demos, Aufmärsche und andere Proteste werden organisiert. Die Partei wird das Land mit einer Referendumsflut überschwemmen. Geld ist genug da. Die Frage ist, wann sich das Propaganda-Trommelfeuer
totläuft.