Bundespräsident 5.0 Johann Schneider-Ammann hat keinen Computer

BERN - Der Bundespräsident ist der Zeit voraus: Er verzichtet auf einen Computer und nutzt für fast alle Arbeiten sein iPad.

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann benutzt keinen Computer play

Was fehlt hier? Johann Schneider-Ammann in seinem Büro.

Schweizer Illustrierte/Geri Born

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In der «Schweizer Illustrierten» zeigen die Bundesräte Johann Schneider-Ammann und Guy Parmelin ihre neuen Büros im renovierten Bundeshaus Ost. Die beiden «Zentralen der Macht» könnten unterschiedlicher nicht sein.

Während sich SVP-Magistrat Parmelin mit Schweizer Flagge, Souvenirs von seinen Reisen und Gemälden mit landwirtschaftlichen Szenen umgibt, ist das Büro des FDP-Bundespräsidenten von der Funktionalität dominiert – Chromstahl blitzt, an den Wänden hängt moderne Kunst.

Kein PC bei Schneider-Ammann

Der auffälligste Unterschied jedoch findet sich auf den Pulten. Während bei Parmelin ein grosser Bildschirm hinter klobiger Tastatur steht, fehlt auf Schneider-Ammanns Schreibtisch jegliche Elektronik.

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann benutzt keinen Computer play
Bundespräsident Johann Schneider-Ammann studiert Akten. Keystone/Peter Schneider

Braucht der Bundespräsident etwa keinen Computer? Im Jahr 2016? «Richtig», bestätigt sein Sprecher Noë Blancpain. Schneider-Ammann habe zwar einen Laptop, nutze diesen aber selten. 

Wer darin den Grund sieht, dass die Schweiz keine brauchbare Strategie für den Umgang mit der zunehmenden Digitalisierung der Welt hat, wie verschiedene Medien kürzlich beklagten, irrt jedoch.

Der Wirtschaftsminister ist mitnichten ein Technologie-Muffel. Vielmehr ist Schneider-Ammann unserer Zeit voraus – ein Bundespräsident 5.0 sozusagen: «Der Bundespräsident bevorzugt ein Tablet», verrät Blancpain.

Das iPad ist praktischer

Das iPad sei deutlich praktischer, gerade auf Auslandsreisen, die Schneider-Ammann derzeit am Laufband absolviert. Oder im Auto, wenn er von Termin zu Termin fährt: Mit dem handlichen Tablet sei man ruck-zuck online und könne auf die neusten Entwicklungen reagieren, so sein Sprecher.

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann benutzt keinen Computer play

Johann Schneider-Ammann mit seinem iPad im Flugzeug.

Pascal Mora

«Lange Texte tippt Bundespräsident Schneider-Ammann kaum selber», so Blancpain weiter. «Er führt das Departement in direkten Gesprächen und Sitzungen. Und das Aktenstudium findet auf Papier oder eben am Tablet statt.»

Auch die zahlreichen Reden würden besprochen und dann vom Stab vorbereitet – letzte Änderungen nehme der Departementschef handschriftlich vor.

Bundesräte und Social Media

Twitterkönig Alain Berset

Bundespräsident 5.0? Auch bei der Nutzung der sozialen Medien ist Johann Schneider-Ammann seinen Amtskollegen voraus. Weder Doris Leuthard noch Ueli Maurer, Guy Parmelin, Didier Burkhalter oder Simonetta Sommaruga haben einen eigenen Twitter-Account. Schneider-Ammann schon. Und er ist fleissig: 314 Tweets hat er bereits abgesetzt. So kommt er auf stolze 5655 Follower.

Von einem aber muss sich der Bundespräsident geschlagen geben: Unbestrittener Twitterkönig der Landesregierung ist Innenminister Alain Berset. Nicht nur twittert er mehr (übrigens sehr gern Selfies), nein, Berset kommt auf die erstaunliche Zahl von 68'900 Followern! Er ist allerdings schon vier Jahre länger auf Twitter als Schneider-Ammann. Doch sein Erfolg mag auch damit zu tun haben, dass Berset selbst 773 Accounts folgt. Schneider-Ammann hingegen folgt nur neun anderen, und davon sind die meisten die Konten seiner Bundesämter. Ein bisschen interaktiver könnte der Bundespräsident 5.0 also noch werden. (sf)

Publiziert am 23.09.2016 | Aktualisiert am 23.09.2016
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25 Kommentare
  • esti  klausis aus schmitten
    gestern, 14:18 Uhr
    Er nimmt sich wenigstens Zeit alte Ordner und Fotos anzusehen. Bei einem Absturz kann er sie immer wieder ansehen. PC-Welt , nichts für einen Präsidenten der alles gedruckt 10mal vor die Matte bekommt. Auch der Drucker könnte evet. ....................................,
  • polo  hofer aus langrickenbach
    gestern, 05:17 Uhr
    Klar doch von dem abgebissenen Apfel lernt man steuer optimieren !!und fuer etwas anders braucht der Herr sicher nichts ,das fussvolk kann der herr schneider Amann auch ohne weitere hilfs mittel!!
  • Thomas  Minder 23.09.2016
    Ich musste schmunzeln, dieser ganze digitale Schrott geht spurlos an ihm vorbei! An mir übrigens auch zum grössten Teil, I-Pad habe ich damit ich in Ruhe meine Sportsendungen geniessen kann, I-Phone nur zum telefonieren und SMS schreiben PC benötige ich "leider" zum arbeiten ansonsten bin ich fast Digitallos uns es fehlt mir an nichts.
  • Holger   Romey 23.09.2016
    Ich denke, wer mit seinem iPad seine Geschäfte "regeln/abarbeiten/bearbeiten" kann, der hat nicht viel zu "geschäften". Das wäre für mich die einzige logische Erklärung und geht ja auch teilweise aus dem Text hervor. Der Herr "lässt lieber geschäften". Ok, wenn man sich das leisten kann, dann meinen Respekt. Aber dieses Verhalten kann man vermutlich nicht auf die Mehrheit übertragen.
  • Susana  Cordero aus Zürich
    23.09.2016
    Er schreibt und tippt wohl auch genau so wie er redet - ja, wirklich, da genügt ein iPad vollkommen!