Bundesanwalt will den Ball weiterschieben Wer ist für Oberfeldarzt Stettbacher zuständig?

BERN - Offenbar will die Bundesanwaltschaft kein Verfahren gegen den Oberfeldarzt eröffnen. Die Vorkommnisse gehören ins Kapitel Führung und nicht ins Kapitel Bundesstrafrecht, heisst es von Seiten der Behörde. Damit steht dem VBS noch der Gang ans Militärgericht offen.

Weinkenner und Fan von Südafrika: Andreas Stettbacher (54) wurde per sofort freigestellt. play
Es wird wohl kein Verfahren gegen den Oberfeldarzt Andreas Stettbacher eröffnet. Philipp Zinniker

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Es scheint so, als wolle die Bundesanwaltschaft doch kein Verfahren gegen den Oberfeldarzt Andreas Stettbacher eröffnen. Die «Nordwestschweiz» bezieht sich auf eine «gut informierte Person aus dem Armeeumfeld».

Die Strafverfolgungsbehörde stelle sich auf den Standpunkt, dass die Vorwürfe, die vom Verteidigungsdepartement (VBS) gegen den höchsten Militärarzt erhoben werden, ein Bundesstrafverfahren nicht rechtfertigten. Dies sei so dem VBS signalisiert worden.

Ist Stettbacher ein Führungsproblem?

Bundesanwalt Michael Lauber vertritt den Standpunkt, dass die Vorkommnisse ins Kapitel Führung und nicht ins Kapitel Bundesstrafrecht gehöre. Damit steht dem VBS noch der Gang vors Militärgericht offen. Die Bundesanwaltschaft bestätigt dies bisher offiziell nicht.

Sprecherin Walburga Bur hält aber fest: «Die Bundesanwaltschaft hat die Frage einer allfälligen Zuständigkeit der Militärjustiz gestellt. Nach der entsprechenden Klärung dieser Frage wird weiter kommuniziert werden.»

Eine Anfrage, ob das Militärgericht zuständig sei, sei eingegangen, bestätigt Tobias Kühne, Sprecher des Oberauditors. Allerdings bedinge die Frage zusätzliche Abklärungen. Eine Antwort wird im ersten Quartal 2017 erwartet.

Noch Anfang Monat hatte das VBS Strafanzeige wegen Verdachts «auf strafbare Handlungen gegen das Vermögen sowie strafbare Handlungen gegen die Amts- und Berufspflichten» eingereicht (BLICK berichtete). Was das VBS dem Militärarzt vorwirft, ist jedoch nicht klar. Inoffiziell geht es um Unklarheiten bei der Spesenabrechnung. Nach wie vor gilt die Unschuldsvermutung. (shu)

Publiziert am 23.12.2016 | Aktualisiert um 19:19 Uhr
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6 Kommentare
  • Daniel  Niklaus aus Oberentfelden
    24.12.2016
    Die schützen sich wo sie nur können! Im Ausland würde man dies Korruption nennen, aber sicher nicht in der Schweiz.
  • Hans  Hunger 23.12.2016
    Es tendiert in die Richtung Rufmord. Sollte die Faktenlage tatsächlich ungenügend und die Bevölkerung durch die aggressiv-Offensive Kommunikation des VBS mutmasslich manipuliert worden sein, müssen beim VBS andere Köpfe rollen; nämlich die der Ankläger!
  • Roger  Siegenthaler aus Lüterkofen
    23.12.2016
    Der Vorgänger von Dr. med. Stettbacher, Dr. med. JP Lupi (verstorben) war direkt dem Bundesrat unterstellt. Nun ist der 2 Stern General Div Stettbacher einem 2 Stern General unterstellt. Schon nur das ist doch ein Witz. Dieser „Chef“ kann doch nicht mit dem Weltweit bereisten und gefragten Dr. med. Stettbacher umgehen. X Probleme darf Stettbacher direkt mit dem Bundesrat bereden. Hier herrscht doch nur purer Neid! Dr. med. Stettbacher ist eine integre Person.
  • Xaver  Arnet 23.12.2016
    Sehr wahrscheinlich endet die ganze Sache wieder als Rohrkrepierer oder geht als Hudipfupf voll in die Büsche, so wie seinerzeit mit den Anschuldigungen gegenüber Oberst i Gst Friedrich Nyffenegger (alias Mischler Fritz) im Zusammenhang mit den Diamant-Feiern.
  • Peter  Saluz aus Bern
    23.12.2016
    Was für ein Puff: ich frage mich immer, warum Anwälte, die in ZH locker 300000 verdienen könnten, für 150000 beim Bund arbeiten. Aber man sieht ja immer wieder, warum es soviele Bündeler nicht in die Privatwirtschaft schaffen. Es ist ja eine Schande, dass diese "Elite" nicht mal in der Lage ist, eine einfache, sachliche Zuständigkeit abzuklären.
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