Boni-Steuer Bund will Schweizer Banker verschonen

  • Publiziert: 11.12.2009, Aktualisiert: 17.01.2012

LONDON – Der Staat sackt den halben Banker-Bonus ein: So wollen Sarkozy und Brown den Lohn-Exzessen entgegentreten. In der Schweiz sei das nicht möglich, sagen Politiker.

Banker in Grossbritannien sollen bald die Hälfte ihres dicken Bonus an den Staat abliefern. Auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will das Bankpersonal zur Kasse bitten.

Doch die Schweiz will nicht mitziehen: «In der Schweiz liesse sich eine solche Idee nicht einfach mit einem Federstrich realisieren,» sagt Delphine Jaccard, Sprecherin des Eidg. Finanzdepartements.

Nur die SP befürwartet die Sondersteuer

Vorangehen müsste eine politische Debatte. Und wohl wären die Befürworter in der Minderheit. So begrüsst vorerst nur die Linke die Ankündigung der britischen Regierung, Boni ab umgerechnet knapp 42000 Franken mit einer 50-prozentigen Sondersteuer zu belegen.

Dies belegt, dass anderswo Landes-Regierungen durchaus in der Lage sind zu handeln und Auswüchse gezielt bestrafen», teilte die SP mit.

FDP: Die wollen nur Verschuldung ausgleichen

Gar kein Lob bekommt der britische Premier Gordon Brown für seine Idee von der FDP. «Bei weniger Boni steigen einfach die Fixlöhne», ist FDP-Generalsekretär Stefan Brupbacher überzeugt. In einer Krise könnten Fixlöhne anders als Boni dann nicht gekürzt werden.

Die FDP unterstellt andere Motive: «Was jetzt passiert, werden wir in nächster Zeit vermehrt sehen: Verschuldete Staaten fangen an, erfinderisch zusätzliche Steuern zu erheben», so Stefan Brupbacher. «Nur ausgeglichene Finanzen wie in der Schweiz verhindern das.»

CVP: Erst ein Thema wenn Sondersteuer weltweit ein Thema ist

Die FDP verweist als Rezept auf die von der Finanzmarktaufsicht FINMA publizierten Vergütungsregeln, wonach Boni langfristig ausgerichtet sein müssen. Auch eine Kürzung der Boni ist möglich.

Für die SVP steht die Aktienrechtsrevision im Vordergrund. Die Partei wolle die Höhe der Boni indirekt regeln und nicht über eine Sondersteuer, sagte die stellvertretende SVP-Generalsekretärin Silvia Bär.

Die CVP würde auf eine Sondersteuer-Diskussion erst dann einsteigen, wenn die Einführung weltweit zur Debatte stehen würde. (SDA/bih)

play Frankreich und Grossbritannien helfen, die schwere Last der Boni zu tragen: Indem sie abkassieren. (Igor Kravarik)