Schluss mit Larifari Bund macht Italien Beine bei Asylbewerbern

BERN - Während der grossen Sommerferien in Italien ruht die ganze Asylpolitik. Auch sonst zeigte sich Italien eher renitent, wenn es um die Rücknahme von Flüchtlingen ging. Jetzt schickt das Bundesamt für Migration (BFM) eine «Verbindungsperson» nach Rom.

  • Publiziert: 02.02.2012
play Flüchtlinge aus Nordafrika vor der italienischen Küste. (sda)

Italien leidet unter der Asylwelle aus Tunesien und Eritrea. Deshalb weigerten sich die Italiener zunehmend, wenn die Schweiz Asylbewerber, die bereits in Italien ein Asylgesuch gestellt hatten, nach Rom zurückschaffen wollten. Damit ist nun «basta». Italien soll seine Verantwortung wahrnehmen.

Eine «Verbindungsperson» soll sich in Rom für Verbesserungen einsetzen. Sie werde im März die Arbeit aufnehmen, sagte BFM-Direktor Mario Gattiker heute an einem Hintergrundgespräch.

Rigoroserer Umgang mit Asylbewerbern

Zudem will das Bundesamt für Migration (BFM) künftig kein Asylverfahren mehr eröffnen, wenn ein Asylsuchender wiederkommt, obwohl die Schweiz ihn im Rahmen von Dublin ins Erstasylland zurückgeschickt hat.

Im vergangenen Jahr schickte die Schweiz 3500 «Dublin-Fälle» in ein anderes europäisches Land zurück.

Laut Gattiker kamen aber rund 14 Prozent wieder zurück. In diesen Fällen werde künftig kein neues Verfahren eröffnet. Die Personen würden nicht aufgenommen. Sie würden aufgefordert, die Schweiz zu verlassen. Allenfalls erhielten sie Nothilfe.

Asylverfahren müssen beschleunigt werden

Justizministerin Simonetta Sommaruga bekräftigte das Ziel, die Bearbeitung von Asylverfahren stark zu beschleunigen. Dafür brauche es zwingend Gesetzesänderungen.

Ihre Vorschläge dazu will Sommaruga dieses Jahr in die Vernehmlassung schicken. Die Justizministerin tönte an, dass die Gesetzesänderungen auch die Umnutzung militärischer Unterkünfte betreffen könnten. Heute braucht es dazu eine Bewilligung der betroffenen Gemeinde. (SDA/kmu)

Kommentare (15)

  • rolf  sulzer
    jetzt wo sie endlich unter druck kommt, stellt die dame fest, dass die getzte nichts taugen um die arbeit durchzuführen - eine billigere ausrede für ihr schwaches bundesratsdasein gibt es kaum noch.
    • 03.02.2012
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  • Fred  Bartlome
    dieses Jahr in Vernehmlassung schicken - wann - ende Dezember 2012. Ich habe schon laengst den Glauben an unsere Behoerden in Bern verloren. Es scheint als sei den Regierenden der gesunde Menschenverstand abhanden gekommen zu sein. Auf Schoenrednerei und suessen Worten fuer die frustrierte Bevoelkerung folgen keine Taten.Irgendwann wird vielen Menschen der Kragen platzen, wenn man daran denkt, wieviel Opposition und zwar aus allen Landesgegenden gegenueber den WIrtschaftsfluechtlingen, durch das Asylgesetz geschuetzten Drogendealern und Sozialparasiten entstanden ist.
    • 03.02.2012
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  • Jürg  Balsiger , Diessbach
    "Allenfalls erhalten sie Nothilfe", das ist wohl ein schlechter Witz !
    Wenn sie die Schweiz verlassen müssen, kriegen die auch keine Nothilfe, basta ! Die bleiben solange bis es heisst: jetzt können wir sie nicht mehr zurückschaffen....werdet endlich wach im BundesBern !Das Asylwesen ist längst aus dem Ruder gelaufen, die tanzen uns ja nur noch auf der Nase herum und lachen sich ins Fäustchen.....
    • 03.02.2012
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  • Daniel  Beyeler
    Anhand solcher Bilder wie oben, braucht es ein Notrecht, und nicht wieder ein langwieriges Verfahren quer durch alle politischen Instanzen! Bitte Bern, die Zeit drängt, handeln ist angesagt! Und die Bitte an alle Parteien: Einmal, ein einziges Mal könnt Ihr doch wirklich zusammenspannen! Unserer " noch" intakten Schweiz zuliebe!!! Amen!
    • 03.02.2012
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  • Studer  Werner
    Grosse Worte zur Besänftigung der Gemüter. Alles Absichten und Wünsche, Gesetzesänderungen etc. etc. Nichts wird sich ändern, solange die Schweiz ihr Duckmäuschen-Verhalten nicht aufgibt. Bis die Abgewiesenen nach Italien abgeschoben werden, sind diese längst untergetaucht. Hoch leben die Bürokraten.
    • 02.02.2012
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    • Mailyn  Pelagio-Kerzenmacher , Frauenfeld
      Richtig, Daniel Beyeler ! Und diese Bilder zeigen auch wo sich die Verletzlichsten in Konflikten und Kriegen, Frauen und Kinder, nach wie vor befinden: Im Konfliktgebiet ! Das nennt sich dann "humanitäre Asylpolitik" in der CH. Zum Abwinken...
      • 03.02.2012
      • als Kommentar auf Studer  Werner
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