Die Schweizer Landeskommunikation beschreitet neue Wege. Mit Talerschwingen und hüpfender Heidi fürs iPhone will Präsenz Schweiz junge Menschen für unser Land begeistern.
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Heidi hüpft auch vor dem Bundeshaus herum und sammelt fleissig Münzen. (zvg)
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Präsenz Schweiz-Chef Nicolas Bideau: «Das Geld in die App ist gut investiert». (zvg)
Als ein «neues Instrument der Landeskommunikation» preist das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) seine Games. Denn in der Gratisapp, welche sich seit dem Sonntag jeder und jede aufs Smartphone laden kann, sind gleich drei Spiele eingebunden.
Bei «Heidi on the Move» hüpft das Comic-Heidi in der Schweiz herum, was das Zeug hält. Die Levels zu meistern braucht unheimlich viel Geduld, da sie sehr lange dauern. Das Hüpfen macht eine Weile Lust, nach einer gewissen Zeit wird es aber etwas eintönig.
Wer ganz viel Ausdauer hat und fleissig Münzen sammelt, kann sich Zusatz-Goodies wie Sackmesser oder Skischuhe kaufen. Damit soll sich das Game leichter spielen als ohne. Negativ sind die relativ langen Ladezeiten bei jedem Neustart.
«Das Spiel soll positive Schweizer Eigenschaften hervorheben und dem Spieler die tollen Seiten der Schweiz zeigen», sagt Nicolas Bideau, Chef von Präsenz Schweiz zu Blick.ch. Das geschieht durch Symbole wie das Bundeshaus und Wörterbalken, auf denen Schweizer Werte zu lesen sind.
Neben dem hyperaktiven Heidi können sich die Spieler auch als Wilhelm Tell versuchen. Das Armbrustschützenspiel funktioniert mit der Augmented Reality-Technologie. Das heisst: Die Kamera des Handys muss ein Symbol erkennen, erst dann lässt sich spielen. Das ganze soll bei der grossen Lancierung im House of Switzerland an den bald beginnenden Olympischen Spielen in London passieren.
Das dritte Spiel nennt sich Swiss Swing und handelt vom traditionellen Appenzeller Talerschwingen. Mit kreisförmigen Bewegungen des Handys muss eine Münze in einer Schüssel gehalten werden. Die Idee ist gut gemeint, die grafische Umsetzung aber nicht zeitgemäss (siehe Bild).
Es ist das erste Mal in der Geschichte der Schweiz, dass der Staat Geld ausgibt für Handy-Games. Die Produktion der drei Minispiele kostete 110‘000 Franken, sagt Nicolas Bideau. Hinzu kämen Kosten für Marketing und Kommunikation.
Doch das sei gut investiertes Geld in die Imagepflege der Schweiz: «Das ist auch unser gesetzlich vorgegebener Auftrag. Wir müssen die Kenntnisse über die Schweiz im Ausland fördern. Mit den Games gehen wir dorthin, wo die Menschen sind, und die sind nun mal oft vor dem Handy.»
Im Hintergrund steht dabei stets das Interesse, die Vielfalt der Schweiz zu präsentieren und dabei politische und wirtschaftliche Ziele zu verfolgen. Das soll sich sich beispielsweise positiv auf den Tourismus auswirken.
Wer die Schweizer-Games selbst ausprobieren will, kann das hier tun.
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