Handygames als Werbung für die Schweiz Bund baut App für über 100'000 Franken

Die Schweizer Landeskommunikation beschreitet neue Wege. Mit Talerschwingen und hüpfender Heidi fürs iPhone will Präsenz Schweiz junge Menschen für unser Land begeistern.

  • Publiziert: 17.07.2012
  • Von Christof Vuille
play Heidi hüpft auch vor dem Bundeshaus herum und sammelt fleissig Münzen. (zvg)
play Präsenz Schweiz-Chef Nicolas Bideau: «Das Geld in die App ist gut investiert». (zvg)

Als ein «neues Instrument der Landeskommunikation» preist das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) seine Games. Denn in der Gratisapp, welche sich seit dem Sonntag jeder und jede aufs Smartphone laden kann, sind gleich drei Spiele eingebunden.

Bei «Heidi on the Move» hüpft das Comic-Heidi in der Schweiz herum, was das Zeug hält. Die Levels zu meistern braucht unheimlich viel Geduld, da sie sehr lange dauern. Das Hüpfen macht eine Weile Lust, nach einer gewissen Zeit wird es aber etwas eintönig.

Ziel: Schweizer Werte vermitteln

Wer ganz viel Ausdauer hat und fleissig Münzen sammelt, kann sich Zusatz-Goodies wie Sackmesser oder Skischuhe kaufen. Damit soll sich das Game leichter spielen als ohne. Negativ sind die relativ langen Ladezeiten bei jedem Neustart.

«Das Spiel soll positive Schweizer Eigenschaften hervorheben und dem Spieler die tollen Seiten der Schweiz zeigen», sagt Nicolas Bideau, Chef von Präsenz Schweiz zu Blick.ch. Das geschieht durch Symbole wie das Bundeshaus und Wörterbalken, auf denen Schweizer Werte zu lesen sind.

Lancierung im House of Switzerland

Neben dem hyperaktiven Heidi können sich die Spieler auch als Wilhelm Tell versuchen. Das Armbrustschützenspiel funktioniert mit der Augmented Reality-Technologie. Das heisst: Die Kamera des Handys muss ein Symbol erkennen, erst dann lässt sich spielen. Das ganze soll bei der grossen Lancierung im House of Switzerland an den bald beginnenden Olympischen Spielen in London passieren.

Das dritte Spiel nennt sich Swiss Swing und handelt vom traditionellen Appenzeller Talerschwingen. Mit kreisförmigen Bewegungen des Handys muss eine Münze in einer Schüssel gehalten werden. Die Idee ist gut gemeint, die grafische Umsetzung aber nicht zeitgemäss (siehe Bild).

Präsenz Schweiz-Chef: «Gut investiertes Geld»

Es ist das erste Mal in der Geschichte der Schweiz, dass der Staat Geld ausgibt für Handy-Games. Die Produktion der drei Minispiele kostete 110‘000 Franken, sagt Nicolas Bideau. Hinzu kämen Kosten für Marketing und Kommunikation.

Doch das sei gut investiertes Geld in die Imagepflege der Schweiz: «Das ist auch unser gesetzlich vorgegebener Auftrag. Wir müssen die Kenntnisse über die Schweiz im Ausland fördern. Mit den Games gehen wir dorthin, wo die Menschen sind, und die sind nun mal oft vor dem Handy.»

Im Hintergrund steht dabei stets das Interesse, die Vielfalt der Schweiz zu präsentieren und dabei politische und wirtschaftliche Ziele zu verfolgen. Das soll sich  sich beispielsweise positiv auf den Tourismus auswirken.

Wer die Schweizer-Games selbst ausprobieren will, kann das hier tun.

Beliebteste Kommentare

  • Andreas  Gerber , via Facebook
    Das ist ja wohl unglaublich. "Gut investiert". Hoffe mal dass das ein normal denkender Mensch nicht noch glaubt, dass dies "gut investiert" ist. Meine Güte
  • Daniel Eglifish  Egli , Therwil , via Facebook
    Heruntergeladen, 4 Minuten angeschaut, deinstalliert.
    Einfach nur schlecht.

Alle Kommentare (12)

  • John  Zysset , Binningen , via Facebook
    Eine Unsinnige Sache mehr ,wo unsere Steuergelder verlocht werden ! Wenn man sonst nichts zu tun hat kommen einem halt solche stumpfsinnigen Ideen !
    • 18.07.2012
    • 6
    • 3
  • Sebastian  Aenishänslin , via Facebook
    Solche Games sind ihr Geld wert. Schliesslich arbeiten da mehrere Fachleute zusammen an solch einem Projekt. Ihr habt doch alle keine Ahnung, besserwisserische Bünzlis. Wer nicht vom Fach ist sollte seine ach so Helvetisch Schnauze halten. Macht es doch besser und billiger, geht danach zum Aldi und Lidl und Geizt mit eurer Geilheit!
    • 18.07.2012
    • 12
    • 7
  • Albert  Knoll
    Anscheinend werden im EDA keine externen Berater hinzugezogen. Im VBS hätte so ein Game 10 Millionen gekostet.
    • 18.07.2012
    • 10
    • 3
  • CLAUDE   BECK , Cannes
    Das EDA verlocht Millionen um Landeskommunikation herzustellen. Sagen sie, hahaha Warum denn nicht dort zu beginnen, wo es am einfachsten und ohne grossen Aufwand ginge ? Bei der grenzüberschreitenden schweizer Fernsehverbreitung ?. Ich wohne nur eine Flugstunde von meiner Heimat entfernt, die Schweiz ist aber nicht präsent. Über Satelit holt sich mein Decoder von Canalsat 409 Sender herein, in bester Bild- und Tonqualität: Bei einem etwas zeitaufwendigerem Vollscan werden es sogar 1300. Da sind natürlich alle Arabischen Länder dabei, sogar der sudan vertreten, denn die Saudis und Qatraris wollen jamit Ölmillionen den Islam verbreiten. Auch Al Jezira kommt neuerdings sogar in Englischer Spracheoder in Konkurrenz zu CNN und BBC-World, dem japanischen NTR und nun auch China und Thailand wollen gesehen und gehört werden und senden auf Enlish. Mich interessieren aber keine Programme aius Bulgarien oder Kasachstan, doch würde ich mir gerne mal eine SF Tagesschau hereinholen. Aber da wirds kompliziert. Man muss von Astra auf Earlybird wechseln und eine für SF 10.00 eine Dekoderkarte besitzen, und die erhalte man nur, so erklärt mir ein Fachhändler in der schweiz, wenn man den Nachweis über die Konzessionanmeldung bei jährlicher Zahlung vorweisen könne. Die schlauen Füchse würden diesen Nachweis und karte über Freunde oder Familienmitglieder in der schweiz beziehen, doch habe ich Irreführung zwecks Umgehung einer Gebühr wirklich nicht nötig, also verzichte ich auf SF und schaue mir RTL mit Schweizerfenster oder ARD oder ZDF an, ja die gibts hier Das Heidi App. kann mir gestohlen werden. Wenn ich mal Lust auf einen halben Fendant bekomme, besteige ich in Nizza Easyjet bis Genf für € 28.00 und sitze 60 min. später hinter einem Entrecôte im Café de Paris. Ich kann warten bis Roger Schawinski wieder mal mit einer besseren Idee kommt als unsere Beamten in Bern mit ihren Experten zu Fr. 2000.00 Tageslohn.Und dann gibt es ja auch noch Blick online mit vielen U-tubes.
    • 18.07.2012
    • 7
    • 4
  • Andreas  Hasler
    Installiert, 5 Minuten später wieder deinstalliert... Die App ist schlicht und ergreifend technisch zurückgeblieben. Wer hat den diesen Auftrag ausgeführt? Eine externe Firma oder die Abteilung des Bundes? 100000 gut investiert? Ich glaube mir wird gleich schlecht...
    • 18.07.2012
    • 8
    • 4
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