Bürgerliche Stimmberechtigte sind verunsichert SP gewinnt dank der Rentendebatte

ZÜRICH - Laut Meinungsforscher Claude Longchamp könnten die Zugewinne der SP wie in Basel und im Aargau weiter andauern. Den Grund kennt er auch. Die Rentendebatte habe viele bürgerliche Stimmberechtigten verunsichert. Darum wählten diese jetzt Links.

Siege der SP in Kantonswahlen: Aufwind dank umstrittener AHV-Debatte play
Für Claude Longchamp steht fest: Die Rentendebatte hat viel Mitte-Wähler in die Arme der SP getrieben. GAETAN BALLY

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Für Demoskop Claude Longchamp ist nach dem Wahlwochende im Aargau und in Basel eines klar: Die SP gewinnt selbst in konservativen Wahlkreisen Stimmen. Und dies nicht wie bisher auf Kosten der Grünen, sondern vor allem bei der CVP und der BDP. Gegenüber der Zeitung «Tribune de Genève» fasst Longchamp zusammen: «Es gibt einen Bruch.» Wenn man die Wahlresultate der letzten zwölf Monate analysiere, so habe die SP in den Städten gewonnen, auf dem Land aber verloren: «Im Gegensatz zu Basel war das Resultat im Aargau darum eine Überraschung!»

Dort habe die SP selbst in den konservativsten Bezirken gewonnen. «Und zwar nicht, weil die Wahlbeteiligung gestiegen ist, sondern weil die Partei vor allem mehr Stimmen aus anderen Lagern sammeln konnte.» 

Rentendebatte hat Mitte-Wähler verunsichert

Einen Grund für diese Entwicklung sieht Longchamp in der laufenden Rentendiskussion. Genauer noch in der Herbstsession im Parlament: «Es gab einen Rechtsrutsch bei der Frage des Rentenalters 67.» Weil es dazu ja gemäss der Haltung der Rechtsmehrheit im Nationalrat auch eine Kürzung in der zweiten Säule geben soll, sei das zuviel gewesen. Und das erklär laut Longchampf auch die Abwanderung von Mitte-Wähler hin zur SP.

Auf die Frage, ob nach dem Rechtsrutsch der Sieg der SP ein neuer Trend darstelle oder nur eine Begleiterscheinung sei, sagt Longchamp: «Es ist eine Welle, die gut mehrere Wochen oder Monate dauern kann.» Man werde dies nach den nächsten kantonalen Wahlen in Freiburg besser abschätzen können. Longchamp will noch nicht von einem neuen Trend sprechen. Immerhin habe die Linke seit den letzten Wahlen schon dreimal bei den nationalen Abstimmungen verloren. (hlm)

Publiziert am 25.10.2016 | Aktualisiert am 26.10.2016
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  • P  S 26.10.2016
    Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wacht auf: Niemand will Abstriche machen, aber das müssen wir! Es ist doch Sonnenklar, dass das Rentenalter erhöht werden muss bzw. Renten gekürzt - schliesslich laufen ja alle anderen Ausgaben aus dem Ruder.
  • Harald  Beutler 26.10.2016
    Ich stelle immer wieder fest, dass vielen Lesern hier beim Thema Vorsorge die Vernunft abhanden gekommen ist. Ansonsten wettert die Mehrzahl gegen die Vorschriftssintflut, die sich ständig erhöhenden Steuern und Abgaben, gegen unglaubwürdige Politiker, gegen selbstsüchtige Manager...aber beim Thema Vorsorge schaut jeder nur bei sich nach hinten rechts und vergisst sogar seinen Nachwuchs, dem er eine massive Hypothek aufbürdet. Menschlich verständlich, aber doch irgendwo bedenklich.
  • Heinz  Butz aus Sundlauenen
    26.10.2016
    Der Vormarsch der Linken ist die Antwort auf den "Rentenklau" der Bürgerlichen. Pensionsalter auf 67, BVG-Satz um 12 Prozent senken, AHV schlecht reden, KK-Prämien rauf. Was wundern sich die Bürgerlichen?
    Wir haben eine Selbsthilfegruppe in facebook gegründet "SUPER AHV" und wollen wenigstens keine Steuern mehr auf der AHV-Rente bezahlen. Tretet bei und helft uns, es kostet nichts, aber es wird viel bewirken.
    • Harald  Beutler 26.10.2016
      Rentenklau? Welchen Namen geben Sie dann den jährlichen Transferzahlungen in Milliardenhöhe, welche von den Aktiven zu den Rentnern der 2. Säule fliessen, da die Umwandlungssätze zu hoch sind? Haben Sie sich weiter überlegt, wer die Lücke auf den fehlenden Steuergeldern füllen sollte, wenn auf Renten keine Steuern mehr fällige wären? Notabene bei einer sich ständig erhöhenden Fiskalquote?
  • hanspeter  kobelt 26.10.2016
    Man sieht, wie sich "die Fliege" ueber den linken "Sieg" freut. wie gerne haette er dies wohl selber prognostiziert und im TV praesentiert....
  • kurt  schlup aus Holziken
    26.10.2016
    Ich glaube wir werden nicht darum kommen länger zu Arbeiten wenn wir nue einiger massen das Nivo der heutigen Renten halten wollen. Klar wäre es schön gewesen alle Monate zwei Hundert Franken mehr zu haben. Aber wie sagte man Grossvater immer zuerst muss man das Geld Verdienen vor man es Ausgeben kann.