Bürgerliche Nationalräte fordern Stoppt die Velo-Rowdys!

BERN - Velofahrer, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten, sollen härter bestraft werden. FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann spricht von «Amok-Velofahrern» in den Städten.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Nicolas Voide zum Hauskrach in der CVP Wallis «Darbellay hat die Partei...
2 Unternehmenssteuerreform III Gemeinden drohen mit Initiativen
3 Mit mehr Kompetenzen gegen den Personalmangel Berufsverband will mit...

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
15 shares
164 Kommentare
Fehler
Melden
  play
Nicht alle Velofahrer halten sich an die Regeln. Nun sollen Sünder härter an die Kasse kommen – und unter Umständen gleich auch den Führerschein abgeben.

Es ist eng auf Schweizer Strassen. Vor allem in den Städten ist das Vorwärtskommen mit dem Auto mühsam. Auch deshalb sind viele mit dem Velo unterwegs. Das ist gut für die Umwelt, bringt aber auch Verkehrsprobleme mit sich. Denn viele Fahrradbenutzer halten sich nicht an die Verkehrsregeln.

Wenn die Polizei Ernst macht, hagelt es Bussen. Im Sommer büsste sie an der Zürcher Rämistrasse innerhalb zweier Stunden 80 Velofahrer. Die häufigsten Vergehen: Überqueren der Sicherheitslinie, um sich an wartenden Autos vorbeizudrängeln, Missachten von roten Ampeln und Fahren auf dem Trottoir.

Rote Ampel missachtet: viermal höhere Bussen für Autofahrer

Die Bussen sind ärgerlich, aber nicht wirklich schmerzhaft: Die Sicherheitslinie und das Trottoir schlagen mit 40 Franken zu Buche, die missachtete rote Ampel mit 60 Franken. So steht es in der Ordnungsbussenverordnung.

Über 70 bürgerliche Nationalräte sagen nun: Das ist viel zu wenig – und hat keine abschreckende Wirkung. Sie unterstützen eine Motion von FDP-Politiker Hans-Peter Portmann. Der Zürcher verlangt: Bussen für Velofahrer sollen genau gleich hoch sein wie für Autofahrer. 

POLITIKER, NR, FDP, FDP ZUERICH, FDP ZH, FDP.DIE LIBERALEN,  play
FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann will den «Amok-Velofahrern» an den Kragen. KEY

Wer heute motorisiert auf vier Rädern eine rote Ampel überfährt, muss 250 Franken bezahlen – je nach Situation und Verschulden auch deutlich mehr.

Portmann sagt, er habe nichts gegen Velofahrer, aber: «Die Situation ist heute so, dass sie über die Polizei nur lachen.» Vor allem Fussgänger in den Städten würden unter den «Amok-Velofahrern» leiden. Deshalb fordert er mehr Kontrollen.

Bundesamt für Strassen: Auto kann mehr Schaden anrichten

Thomas Rohrbach vom Bundesamt für Strassen bestätigt: «Die Polizei kontrolliert Autofahrer öfter als Velofahrer.» Dass Verstösse ungleich sanktioniert werden, liege an der Fremdgefährdung. «Ein Auto kann deutlich mehr Schaden anrichten als ein Fahrrad», so Rohrbach.

Dass fehlbaren Velofahrern auch der Führerausweis entzogen wird, komme praktisch nur bei Verdacht auf Alkohol- oder Drogensucht vor.

Das reicht Portmann und seinen Mitstreitern nicht. Bei «grobem Fehlverhalten» müsse den «Velo-Rowdys» konsequent auch der Führerschein entzogen werden.

VCS-Chefin spricht von «schwarzen Schafen»

Kein Verständnis für die Forderungen aufbringen kann Evi Allemann, Präsidentin des Verkehrs-Clubs der Schweiz: «Velo-Rowdys sind schwarze Schafe, die der grossen Mehrheit, die korrekt unterwegs ist, schaden.» Der Grossteil verhalte sich «rücksichtsvoll» und halte sich an die Regeln.

«Höhere Kosten»: Evi Allemann (SP). play
VCS-Präsidentin Evi Allemann sagt: «Der Grossteil der Velofahrenden verhält sich auf der Strasse rücksichtsvoll und hält sich an die Regeln.» Keystone

Würden diese dennoch verletzt, geschehe das oft aus Sicherheitsgründen. Ursache vieler Konflikte seien unklare Verhältnisse und unübersichtliche Situationen. «Das ändert man nicht mit Strafen, sondern mit Verbesserungen in der Veloinfrastruktur und Entflechtung von Fuss-, Velo- und Autoverkehr», so die SP-Nationalrätin.

Publiziert am 16.12.2016 | Aktualisiert am 16.12.2016

So wird heute gebüsst

  • Loslassen der Lenkvorrichtung 20.–
  • Fahren ohne Licht in einem beleuchteten Tunnel 20.–
  • Unerlaubtes Befahren des Trottoirs 40.–
  • Überholen einer wartenden Autokolonne durch Slalomfahren 20.–
  • Verbotenes Nebeneinanderfahren 20.–
  • Sich ziehen/schleppen/stossen lassen 20.–
  • Unterlassen des Handzeichens oder der Richtungsanzeige ... beim Rechtsabbiegen 20.–
  • ... beim Linksabbiegen 30.–
  • Überfahren oder Überqueren einer Sicherheitslinie innerorts 40.–
  • Nichtbeachten eines Lichtsignals (Ampel) 60.–
teilen
teilen
15 shares
164 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

164 Kommentare
  • François  Wiget aus Zürich, Schweiz
    17.12.2016
    Autofahrer sind immer mehr frustriert. Diese Wut und Frustration kommt von unserem übertriebenen Recht u. Ordnungsdenken und der endlosen Schikanen durch den Staat, insbesondere im Verkehr. Die Schweiz ist ein Schilder-u. Gesetzes, Bussen -Urwald voller Fallstricke für den Bürger. Velofahrer kommen in diesem verknortzten System ungeschoren davon. Sie werden nicht geblitzt bei Rot und erschrecken lautlos im Dunklen Fussgänger auf dem Trottoir, Fussgängerstreifen und die Fahrzeuge im Gegenverkehr
  • Daniel  Grünenfelder 16.12.2016
    Die ahnungslose Evi Allemann muss man zu diesem Thema ganz bestimmt nicht fragen. Noch in Bern arbeitend konnte ich es noch und noch erleben, viele Gümmeler kennen keine Fussgängerstreifen, egal, ob sich Fussgänger gerade darauf befinden, fahren in den Lauben (an alle, ruft diesen Rücksichtslosen jeweils zu, dass sie sich in einer Fussgängerzone befinden), Stoppschilder sind ein Fremdwort, in klar als Nicht-für-Velofahrende freigebenen Einbahnstrassen wird in der falschen Richtung gefahren usw.
  • Reto  Hauser 16.12.2016
    Richtig so. Zur Zeit werden Velofahrer per se nie gebüsst, selbst wenn sie, was sie zu 100 Prozent immer tun, Rotlichter nicht beachten. Wieviel kostet das den Autofahrer? Ach ja, richtig, mind. 250 Fr., beim ersten Mal....
  • Jens  Goldmann 16.12.2016
    Radfahrer sind Autofahrer die aus welchen Gründen auch immer zeitweise mit einem Rad unterwegs sind. Also Neid sollte hier nicht aufkommen.
  • Hans  Müller aus Bern
    16.12.2016
    Gerade eben gesehen, ein Radweg und auf 20 Meter gleich 2x zugeparkt von Autos. Zwei Polizisten gehen daran vorbei und nichts passiert. Was soll also das Geschrei von den vielen Neidern weil Radfahrer einfach schneller vorwärts kommen als Autos in der Städt?