Bündner Parlament kippt Promillegrenze für Jäger Mit Schnaps auf die Pirsch!

Auf der Bündner Jagd wird doch keine Promillegrenze wie im Strassenverkehr eingeführt. Die Mehrheit des Kantonsparlaments lehnte die Einführung von Alkoholgrenzwerten ab und liess die Regierung ins Leere laufen.

Betrunken auf Jagd: Bündner Parlament kippt Promillegrenze für Jäger play
Die Pirsch in Graubünden geht mit der Sonderjagd weiter Keystone

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Am Montag hatte der Bündner Grosse Rat noch Eintreten auf die Revisionsvorlage der Regierung zum kantonalen Jagdgesetz signalisiert. Graubünden wäre der erste Kanton gewesen mit Alkoholgrenzwerten im Jagdgesetz.

Die entsprechenden Gesetzesartikel überstanden jedoch am Dienstag die Detailberatung nicht. Sie wurden mit 85 zu 26 Stimmen aus der Vorlage hinaus spediert.

Eine Kommissionsminderheit hatte sich mit Vehemenz gegen die Aufnahme der Gesetzesbestimmungen zum Thema Alkohol gewehrt. «Die Bündner Jagd hat kein Alkoholproblem«, sagte der Sprecher der Kommissionsminderheit. Bis anhin sei bei keinem einzigen Jagdunfall Alkohol im Spiel gewesen. Die neuen Bestimmungen seien «völlig unverhältnismässig».

Ein anderer Grossrat sagte, die Bestimmungen über den Alkoholmissbrauch seien realitätsfremd. Die ganze Jägerschaft werde unter Generalverdacht gestellt.

Regierungsrat Mario Cavigelli verteidigte die Vorlage, welche konkret einen Alkoholgehalt von 0,5 Promille als Grenzwert aufführt. Der Wert entspreche zwar jenem im Strassenverkehr, die Sanktionen bei Verstössen seien bei den Jägern aber weitaus milder. Es gebe nur eine Busse sowie allenfalls einen bedingten Entzug des Patents.

Der Regierungsrat stand auf verlorenen Posten. Das Parlament zeigte sich nicht nur bei der Alkoholfrage freundlich zu den Jägern, sondern auch bei den Gebühren für die dreiwöchige Patentjagd im September. Die Patentgebühren für Einheimische wurden nicht wie von der Regierung vorgeschlagen von 697 Franken auf 800, sondern auf nur 750 Franken angehoben. (SDA)

Publiziert am 18.10.2016 | Aktualisiert am 18.10.2016
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5 Kommentare
  • Landre  Marb , via Facebook 19.10.2016
    Proportional der demografischen und freizeitlichen Entwicklungen erhöhen sich auch die Gefahren (Wahrscheinlichkeiten). Daher umso fahrlässigere Politik!
    Warten auf den ersten Fall? (Hier wird scharf mit Schusswaffen geschossen.)
    Opfer mit Angehörigen werden dann wohl kaum diesen Politiker dankbar gegenüber stehen.
  • Ruedi  Blumenthal aus Domat/Ems
    19.10.2016
    Ich denke neue Gesetze brauchen wir nur wenn irgendwo ein Problem dahinter steht. Trifft hier aber nicht zu, noch kein einziger Unfall musste auf Alkoholmissbrauch zurückgeführt werden. Das kommt alles aus der linken Ecke und wann ist da schon mal was gescheites heraus gekommen? Die Jäger sind sich ihrer Verantwortung bewusst und wenn mal ein Gläschen zuviel getrunken wurde bleibt man zuhause und geht nicht zur Jagd.
  • Alois  Wellenbach 18.10.2016
    Oh was habe ich schon Jäger angetroffen, diese rochen schon sehr bedenklich nach Alkohol.
    Ist ja auch kein Winder, da wird vor der Jagd schon reichlich "Treibstoff" getankt.
    Auch diese Spezie dezimiert sich nach und nach, denn es gibt ja immer wieder "Fehlabschüsse"!
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    18.10.2016
    Das wurde auch Zeit!
    Diese Jäger sind alle besoffen bevor sie zur Jagd gehen - machen Fehlschüsse und die Tiere leiden oder mitunter werden auch Kammeraden flach gelegt!
    Doch wer kontrolliert das alles, ob die Grünröcke auch mit 0 Prozent in die Jagd starten?
    ewz
    • Halli  Hallo 18.10.2016
      Diese Jäger sind doch alle besoffen.... !? Ich denke auch nicht, dass alle Skifahrer schon vor der ersten Fahrt betunken sind, nur weil ich am Abend zuvor viele im Apres-Ski gesehen habe! Allerdings muss ich (selbst Jäger) leider zugeben, dass ich ein solches Verbot begrüsse! Es ist jedoch beschämend, dass es überhaupt sowas braucht!