Brisante Ziegler-Behauptung Brachte der US-Geheimdienst Kopp zu Fall?

Bald 30 Jahre liegt der Rücktritt der ersten Schweizer Bundesrätin zurück. Nun könnte der umtriebige Soziologe Jean Ziegler die Affäre neu aufrollen.

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Musste 1988 zurücktreten: Alt Bundesrätin Elisabeth Kopp. RDB

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Die «Affäre Kopp» ist einer der grössten Polit-Skandale der Schweizer Geschichte. Die erste Bundesrätin des Landes musste Ende 1988 unter massivem öffentlichen Druck zurücktreten.

Ihrem Ehemann wurde vorgeworfen, Steuern hinterzogen zu haben. In den folgenden Ränkespielen stand ein Telefonanruf vom 27. Oktober der Bundesrätin an ihren Ehemann im Zentrum.

In diesem soll sie ihren Mann zum Rücktritt aus dem Verwaltungsrat einer Firma geraten haben, die gemäss einem Medienbericht in dubiose Geschäfte verwickelt sei. Das wurde den beiden zum Verhängnis.

Nun giesst der Soziologe und damalige Nationalrat Jean Ziegler (SP) neues Öl ins Feuer. In einem BLICK-Interview behauptet er beiläufig, dass der damalige Bundespräsident Otto Stich Abhörprotokolle des Telefonanrufs von den Amerikanern erhalten habe.

Jean Ziegler, Soziologe, 2012#Jean Ziegler, sociologist, 2012 play
Jean Ziegler wil wissen, dass Otto Stich Abhörprotokolle von den Amerikanern erhalten hat. Ex-Press

Eine brisante Aussage! Und ein happiger Vorwurf an die USA – denn das würde bedeuten, dass die Amis die Schweizer Regierung belauschen. Doch stimmt Zieglers Darstellung?

Der damalige Präsident der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK), Moritz Leuenberger (SP), hält auf Anfrage fest, dass der Abhör-Verdacht schon damals im Raum stand.  Man habe ihn aber nicht erhärten können, so der spätere Bundesrat.

Auch René Lüchinger hat keine Hinweise, dass die Kopps überwacht wurden. Der Journalist und heutige BLICK-Chefpublizist hat die Affäre detailliert untersucht und ein Buch darüber publiziert.

«Im Rahmen meiner Recherchen habe ich alles verfügbare Material gesichtet und keine Hinweise registriert, wonach die Gespräche überwacht wurden.»

Zwar kenne er den Wortlaut des vieldiskutierten Telefonats, allerdings dank Stenographie-Protokollen von Hans W. Kopp. Dass eine Audio-Datei existiere, bezweifelt er. (vuc/jow)

Publiziert am 21.01.2016 | Aktualisiert am 08.06.2016
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16 Kommentare
  • Toni  Brunner aus Dasmarinas/Cavite/Philippines
    22.01.2016
    Neeeeein.....! Die Amis würden NIEMALS befreundete Regierungen belauschen und damals waren wir doch noch Freunde oder...?
    Und "Mutti Angela" haben sie doch auch nicht abgehört... oder so... oder wie...?
  • Timo  Glauser 22.01.2016
    Dieser Ziegler muss offenbar kurz vor dem Ableben stehen. Es ist bekannt, dass Menschen in dieser Situation dazu neigen, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten oder noch ihm wichtig erscheinende Dinge loszuwerden. Siehe auch die PLO-Geschichte mit BR Graber und der Würenlingen-Flugzeugkatastrophe.
  • Bruno  Meier aus Urdorf
    22.01.2016
    Ach der Ziegler, der langjährige intime Spezie des lybischen Diktators Muammar al-Gaddafi... konnte sich wohl zu lange nicht mehr in der Zeitung lesen?
  • Jean-Pierre  Tock aus Nidau
    21.01.2016
    Frau Kopp musste zurücktreten weil sie Partei und Parlament nachweislich belogen hat.
    • schwab  martin 22.01.2016
      frau Kopp musste zurücktreten, weil sie eine Frau war. Mit einem Mann hätte man so eine Hexenjagd nie und nimmer veranstaltet.
  • Samuel  Küchler 21.01.2016
    Herr Ziegler und seine Verschwörungstheorien. Schaut man sein Beziehungsnetzwerk an, sagt das viel über in selbst aus. Was nicht heißen soll, dass er falsch liege. Das die USA in der Weltpolitik ihre Spielchen spielt weis doch jeder. Das die USA der FDP eins auswischt ist doch eher fraglich.