Briefstimmen-Rücklauf weit über Durchschnitt Ist die Atom-Frage schon längst entschieden?

BERN - Viele Frühstimmer, weniger Spätentschlossene. Der Stimmverlauf für den kommenden Abstimmungssonntag zeigt ein unübliches Muster.

Produziert wieder Strom: AKW Gösgen im Kanton Solothurn play
Produziert wieder Strom: AKW Gösgen im Kanton Solothurn KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf distanziert sich von ihrer...
2 Deutlicher Rückgang Nur noch 4200 auf der Ausschaffungs-Warteliste
3 Unternehmer und Politiker warnen vor Nein zur Steuerreform «Ein Nein...

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
11 Kommentare
Fehler
Melden

Gerade mal eine einzige nationale Vorlage kommt am Sonntag vors Volk. Das heisst auch: Eine einzige Frage mobilisiert das Stimmvolk.

Und zwar weiterhin überdurchschnittlich, wie der bisherige Rücklauf der Stimmcouverts in verschiedenen Städten zeigt.

«Meinungen sind längst gemacht»

In der Stadt Luzern lag der Rücklauf der Stimmcouverts am Donnerstag bei 33,1 Prozent. «Am Anfang gab es einen ausserordentlichen Schub, jetzt nimmt der Rücklauf aber eher ab», sagt Abstimmungsleiter Thomas Zumbühl. Das meiste komme sonst üblicherweise in der letzten Woche vor dem Abstimmungssonntag zurück. 

Das jetzige Muster mit einem fulminanten Start und einem abgebremsten Schlussgang sei ungewöhnlich, so Zumbühl. «Das Schema deutet darauf hin, dass sich die Stimmbürger ihre Meinung schon längst gemacht haben – erst recht, weil es um ein einziges und klares Thema geht.»t

«Atypisches Muster»

Basel und St. Gallen zeigen eine ähnliche Tendenz. Dort lag der Rücklauf zu Beginn sogar noch höher als bei der heiss umstrittenen Durchsetzungs-Initiative vom Februar.

Jetzt ist der Rücklauf abgeflaut – so spricht auch der St. Galler Einwohneramtsleiter Stephan Wenger von einem «atypischen Muster».

In St. Gallen betrug der Rücklauf am Donnerstag 42,3 Prozent, bei der Durchsetzungs-Initiative waren es drei Tage vor dem Abstimmungssonntag 51,2 Prozent. In Basel sind es aktuell 45,3 Prozent, im Februar waren es zum gleichen Zeitpunkt 52,6 Prozent.

Zürich und Genf unterdurchschnittlich

Eine Rekordbeteiligung dürfte allerdings ausbleiben. In der Stadt Zürich oder im Kanton Genf allerdings wird nach einem ersten Schub gar mit einer eher unterdurchschnittlichen Stimmbeteiligung gerechnet.

Ob das Ausnahmemuster den Ausstiegsbefürwortern oder den Atomfreunden zugute kommt, wird sich am Sonntag zeigen.

Publiziert am 24.11.2016 | Aktualisiert am 16.12.2016
teilen
teilen
0 shares
11 Kommentare
Fehler
Melden

11 Kommentare
  • Adrian  Frey 24.11.2016
    Wie recht sie doch haben, Herr Thomas Meier. Auch durch Rechtsradikalismus ist noch niemand zu Schaden gekommen; und wenn, dann waren die Leute selber schuld und hätten halt besser aufpassen müssen. Wie kann man auch nur soviel Müll herausposaunen...
  • Heinrich  Zimmermann aus Fulenbach
    24.11.2016
    Was macht man, wenn man denken muss das eigentlich Befürworter und Gegner recht haben? Eines ist mir bewusst, die ganze Energiepolitik ist ein Dreckspiel so wie ich es sehe. Bei den Befürwortern JA fehlt ganz klar eine Studie die verbindlich aufzeigt wie es ohne Atomstrom weitergeht, könnte, wenn und aber reicht für mich nicht. Bei den Gegnern NEIN geht es schlicht weg primär um Finanzen und nicht wie vorgemacht um Engpässe, die kann man kurzfristig auch noch mit dreckigerem Strom überbrücken.
    • Martin  Maletinsky aus Kilchberg
      24.11.2016
      Ein NEIN macht aus verschiedenen Gründen Sinn:
      - Es ist wenig konsequent, Kernkraftwerke stillzulegen und den entstehenden Engpass mit Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland zu überbrücken.
      - Wenn die für den Stromimport notwendigen Investitionen ins Stromnetz einmal getätigt sind, wird diese "Lösung" beibehalten, bis diese Investitionen amortisiert sind.
      - Der Atomausstieg ist vom Bundesrat ohnehin beschlossen, diesen nun überstürzt vorzunehmen ist kontraproduktiv.
  • Koni  Kadir , via Facebook 24.11.2016
    Die Mehrheit wird diesem Dreck an der Urne den Stecker ziehen. Danach müsste konsequenterweise billiger Strom aus dem Ausland importiert werden, bis diese Länder es sich auch leisten können, den Rückbau an die Hand zu nehmen. Alles eine Frage des Geldes.
  • Thomas  Meier 24.11.2016
    Atomenergie ist sicher, sauber, umweltfreundlich und wirtschaftlich. Es ist noch nie jemand durch Atomenergie zu Schaden gekommen; und wenn, dann waren die Leute selber schuld und hätten besser aufpassen müssen.
    • Peter  Marthaler aus Chur
      24.11.2016
      Das tönt wie bei den Holocaustleugnern. Dann kam in Tschernobyl und Fukushima niemand zu Schaden? So lange diese AKWs unfallfrei liefen haben Sie natürlich recht, danch gab es aber viele Strahlenopfer.
      Dann gehen Sie einmal dorthin wo Uran abgebaut wird - Ob Sie dann immernoch sagen, dass die Atomenergie sauber und umweltfreundlich sei - wenn Sie dort die Augen öffen, dann wohl nicht mehr.
    • Silvio  Mayer , via Facebook 24.11.2016
      Ich hoffe, Ihr Beitrag ist ironisch gemeint. Strom aus Atomkraftwerken ist komplett unwirtschaftlich. Wieso wollte denn niemand unsere Atomkraftwerke übernehmen? Selbst gratis wollte die niemand. Und die Endlagerungsfrage ist ungelöst. Uranabbau äusserst umweltschädlich etc.
    • Bruno  Füchslin aus Richterswil
      25.11.2016
      Aber klar, Herr Meier, wie Recht Sie haben. Die Japaner haben die Fukushima-Katastrophe selbst ausgelöst. Sind alle gleichzeitig in die Luft gehüpft und wieder gelandet, und daraus hats ein Erdbeben gegeben. Nur deshalb. Eben, wie Sie schreiben: selber schuld. Haben Sie noch simplere Argumente für die "saubere, sichere, umweltfreundliche und wirtschaftliche" Atomenergie? Bin ja gespannt, was Sie noch immer Köcher haben!
  • Peter  Marthaler aus Chur
    24.11.2016
    Gerade in Zürich sollten möglichst viele zur Initiative JA sagen, denn in diesem Kantonton sind 2 Standorte für radioaktive Abfälle im Gespräch. Schlussendlich entscheidet nicht nur die Geologie über den definitiven Standort, sondeern auch die regionale politische Akzeptanz. Dort wo viele Bürger ein Ja einlegen, ist für die Atommülldeponie mit mehr Widerstand zu rechnen.