Blocher rettet die Schweiz … … und das Land schaut Fussball

Der SVP-Übervater eröffnet heute den Kampf gegen die EU – während die Schweiz gegen Frankreich spielt.

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Christoph Blocher befindet sich seit dem Rücktritt als Nationalrat in der ausserparlamentarischen Opposition. Für heute Abend hat der SVP-Stratege zu einer öffentlichen Veranstaltung in Vorderthal SZ geladen. «Nein zum schleichenden EU-Beitritt» heisst sie. Das Fest soll seinen Grosskampf gegen die EU einläuten. Mit einer Rede, der Ländlerkapelle Echo am Aubrig und der Treichlergruppe Vorderthaler 1.-August-Trychler will Blocher das Volk für seine Anti-EU-Kampftruppe begeistern.

Nur: Gleichzeitig spielt die Schweizer Nati an der WM gegen Frankreich ein kapitales Vorrundenspiel. Damit stürzt Blocher alle Patrioten in einen Gewissenskonflikt. Sollen sie die Nati supporten, wenn sie sich gegen ein grosses, sozialistisch regiertes EU-Land zu behaupten versucht? Oder schliessen sie sich Blocher an, der gegen die gesamte EU antritt?

Die unglückliche Planung sorgt in der SVP für Stirnrunzeln. Manch einer zieht den Fussball Blocher vor. So etwa Auns-Präsident Lukas Reimann. Der St. Galler Nationalrat muss «Prioritäten setzen», sagt er. Der angehende Jurist schreibt heute Nachmittag eine seiner letzten Masterprüfungen – ausgerechnet in Völkerrecht. Das Examen dauert bis 16 Uhr. «Deshalb lade ich mir den Reisestress nicht mehr auf und schaue in Ruhe das Fussballspiel», erklärt der 31-Jährige. Auch Ratskollegin Natalie Rickli schaut heute Abend Fussball.

Sie wisse ja ungefähr, was Blocher sagen werde, und dass er damit recht habe. Anderweitig zu tun hat Frak­tionschef Adrian Amstutz. Und auch Parteipräsident Toni Brunner fehlt: «Ich verfolge heute Abend das Spiel der Schweizer Nati. Ich wäre aber ohnehin nicht nach Vorderthal gefahren. Das ist Christoph Blochers Abend», sagt Brunner.

Er ist überzeugt, dass Blocher vor vollen Rängen sprechen wird. «Seine konsequente Politik gegen die EU bewegt die Menschen mindestens so sehr wie die Nationalmannschaft.»

Schliesslich gehe es um die Freiheit und Unabhängigkeit der Schweiz. Anreisen will dafür Nationalrat Alfred Heer – wenn es die Arbeit erlaubt. Er findet es «schade», dass sich die beiden Grossereignisse überschneiden.

Alle Abwesenden verpassten etwas, sagt eine gut unterrichtete Quelle: «Blochers Rede wird brandheiss.» OK-Mitglied Ulrich Schlüer sagt, dass der Termin bereits vor Bekanntgabe des Spielplans gestanden habe: «Eine Verschiebung war nicht mehr möglich.»

Publiziert am 20.06.2014 | Aktualisiert am 20.06.2014
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Blocher-Vortrag oder Schweiz – Frankreich?

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  • Werner  Müller aus Engelburg
    21.06.2014
    Ich hoffe, die Leute die ueber Blocher schnoeden, hatten gestern einen schoenen Fussballabend.
  • Peter  Hänsenberger 20.06.2014
    Man kann Herr Blocher hassen oder mögen. Man kann die Wahrheit vertragen oder die Wahrheit verleugnen. Man kann die Lügen vom Bundesrat glauben oder verleugnen. Viele machen sich über Herr Blocher lustig, wer jammert wenn die Schweiz in der EU ist ? Blocher oder das Volk ? Nur wer Handelt kann was verändern, wer nur zuschaut, muss damit lernen leben, wo ein Bundesrat versaut. Noch Fragen ?
  • Urs  Berner 20.06.2014
    Am besten zuerst das Match geniessen und Blochers Rede nachher in der Aufzeichnung und Zeitraffer in 4 Sekunden.
  • lauretta  gori 20.06.2014
    die schweizer kämpfen viel zu wenig für das wichtige in ihrem land, fussball ist nicht wichtig. aber wichtig ist, dass wir uns bald nicht mehr bewegen können, weil alle herkommen. aus jeder ecke der welt. ich danke ihm, er ist der einzige der seiner linie und überzeugung treu bleibt. die meisten politiker, insbesondere der bundesrat, sind falsche schlangen. so geldgierig dass die ohren wackeln.
  • Peter  Hänsenberger 20.06.2014
    Man darf nicht den Menschen alles vorschreiben, wie man es machen soll, aber man kann den Menschen ein Weg zeigen, was man sich nicht vorschreiben lassen muss oder sollte. Herr Blocher ist der richtige Mann, wo den Punkt setzen kann, dass unsere Heimat, die Schweiz, nicht auf die Knie gehen muss vor der EU Ein Schleimiger verlogener Bundesrat will es durchsetzen das wir unter den Rechten der EU Leuten leben sollen. Noch Fragen ?