«Auf das Geschwätz nicht eingehen» Blocher nimmt Rickli in Schutz

BERN - Die Wogen gingen hoch bei der Wahl der vier Vizepräsidenten der SVP-Fraktion. Ständerat Alex Kuprecht war sauer, weil Natalie Rickli «seinen» Sitz erhielt. Und Rickli war «mega sauer», weil sie sich danach einiges anhören musste. Jetzt schildert noch Christoph Blocher seine Sicht der Dinge.

  • Publiziert: 03.02.2012
  • Karin Müller

Durch die Socialmedia-Kanäle würde aus jedem Steinchen eine Lawine ausgelöst. Diese Auffassung vertritt SVP-Nationalrat Christoph Blocher heute auf «Tele Blocher». «Aus jeder Kleinigkeit entsteht ein ‹Salat› durch Facebook-Einträge», erklärt der SVP-Nationalrat heute früh.

Es gibt Gegner und Neider in den eigenen Reihen

Deshalb sei die Story rund um die Wahl von Natalie Rickli zur Fraktions-Vizepräsidentin eskaliert.

«Auf das ganze Geschwätz muss man nicht eingehen. Das sind einfach Leute, die die Partei und Fraktion kritisieren. Es gibt auch in den eigenen Reihen Gegner», eröffnet er das Gespräch.

Rickli sei eine junge Frau, die gut ankommt. «Sie ist die bestgewählte Nationalrätin. Sie ist durch Twitter und Facebook sehr gut vernetzt. Das schafft Neider.»

Gemäss Reglement haben wir vier Vizepräsidenten in der Fraktion. Blocher: «Plötzlich wollte jeder Vize werden. Wir sagten, ein Vize muss ein Westschweizer sein. Und wir beschlossen, dass wir einen Vertreter der Facebook-Generation reinnehmen.»

Generation Facebook musste in der Fraktion vertreten sein

Rickli selbst habe sich nicht gemeldet. Sie sei dazu ermuntert worden. Ebenfalls zur Diskussion stand der junge Nationalrat Lukas Reimann.

Die Wahl fiel schliesslich auf Rickli, weil Reimann sein Studium noch nicht beendet habe, so Blocher.

Dann sei der Vorschlag gekommen, dass ein Ständerat vertreten sein müsse. «Dafür müssen wir jedoch erst das Reglement ändern und schaffen dann einen fünften Sitz für einen Ständerat», erklärt der Chefstratege. Durch «Zufallsmehr» wurde Rickli gewählt. 

«Ich muss Natalie Rickli in Schutz nehmen: Sie wollte das Amt gar nicht. Sie wurde gebeten. Sie kommt in der Bevölkerung gut an, sie ist die Bestgewählte. Und nun kommen die Neider aus allen Ecken und dann wird geschwafelt, nur wegen Blocher ist sie drin.»

 

Kommentare (25)

  • Robert  Mosimann
    Einerseits kann man Natalie Ricklis Reaktion verstehen. Anderseits würde sie 10 Jahre älter, sich so verhalten wie Blocher richtig sagt: «Auf das Geschwätz gar nicht eingehen". Den damit hat sie der SVP und sich selbst eher aber nicht schwer geschadet. Alle warten immer darauf die SVP aus kleinstem Anlass schlecht zu maxchen.
    • 04.02.2012
    • 0 Gefällt mir
  • karl  blaettler , phitsanulok
    auf das geschwätz nicht eingehen? richtig. gilt aber auch für blocher mit seinem geschwätz. wird sicher zensiert, keine freie meinungsäusserung in den kommentaren
    • 03.02.2012
    • 0 Gefällt mir
  • Thomas  Melone , Thun
    Warum bekommt eigentlich ein ausrangierter Bundesrat immer noch eine solch unverhältnismässig grosse Plattform in den Medien?
    • 03.02.2012
    • 2 Gefällt mir
  • Eric  Steiner
    Wenn den Jungen die Zukunft gehört, weshalb gehen sie nicht wählen und abstimmen?
    • 03.02.2012
    • 0 Gefällt mir
  • Eric  Steiner
    So ein Blödsinn. Rickli hatte so viele Anhänger weil sie die Billag Gebühren senken wollte. Ein Meister Coup zur Erreichung von Popularität. Retourkutsche kommt, wenn die Gebühren nicht gesenkt werden. Facebook und Twitter hin oder her.
    • 03.02.2012
    • 2 Gefällt mir
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