65 Millionen für Immobilien Blocher kauft Gebäude der «Basler Zeitung»

  • Publiziert: 08.10.2012
play Christoph Blocher hat bei der «Basler Zeitung» seine Hände im Spiel. (Keystone)

Für 65 Millionen Franken wollen Christoph Blocher und seine Tochter Rahel der «Basler Zeitung» die Redaktionsräume sowie das Verlags- und Druckereigebäude abkaufen. Dazu haben sie eine neue Firma gegründet.

Domiziliert ist die neu gegründete Robestate AG in Basel beim Anwalt Karl Schweizer, SVP-Einwohnerrat in Riehen BS. Sie verfügte bei der Gründung über 10 Millionen Franken Eigenkapital; Präsident ist Christoph Blocher, wie das Onlineportal der Zeitung «Sonntag» berichtet..

Gemäss Anmeldungsschreiben beim Handelsregister beabsichtigt die Robestate zwei Immobilien zu übernehmen: die der «Basler Zeitung» (BaZ) gehörenden Teile des Redaktionssitzes sowie der Druck- und Verlagskomplex.

Die Hypotheken sollen nicht mit übernommen werden; der Preis basiert auf einer Schätzung der Credit Suisse.

Die BaZ steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten - wegen branchentypischer Probleme wie der Internet-Konkurrenz, aber auch wegen eigener Entscheide.

Zeitung und Druckerei gehören der BaZ Holding AG, die ihrerseits Teil der Medien-Vielfalt Holding AG unter Tito Tettamanti (53,6 Prozent der Stimmrechte) ist.

Schuldenlast reduzieren

Wie BaZ-Verwaltungsratspräsident Filippo Leutenegger ausführt, ist der Immobiliendeal mit Blocher geplant, aber noch nicht abgewickelt. Noch zu klären seien insbesondere Verfahrens- und Steuerfragen; ein Termin stehe nicht fest. Bestenfalls klappe es noch 2012.

Für die BaZ sei dieser Immobilienverkauf eine «grosse Entlastung». Einen Grossteil der Schulden machten die Gebäude aus; so stehe etwa im Verlagsbau ein ganzes Stockwerk derzeit leer.

Alt Bundesrat Blocher sei nur Käufer; seine Einsitznahme in BaZ-Firmen sei mit diesem Geschäft nicht vorgesehen, sagt Leutenegger weiter.

Blocher-Ängste und Vertrauensverlust

Chefredaktor Markus Somms SVP-nahe Linie sowie die Wirrungen um die verschleierten Eigentumsverhältnisse und Blocher-Einflüsse hat das Blatt tausende von Abonnementen gekostet.

Zudem entstand seither neue Konkurrenz mit der Zeitung «TagesWoche»; ausserdem bauten die «Basellandschaftliche Zeitung» und ihre Schwester «Sonntag» ihre Präsenz sukzessive aus. (sda/vuc)

Beliebteste Kommentare

  • Anita  Stoll
    Finde ich sehr gut,bravo an Familie Blocher.
  • nicolas  widmer
    sieht so aus als ob hier arbeitsplätze erhalten werden, wie teuflisch von CB!

Alle Kommentare (7)

  • Eric  Cerf
    IN BS pfeifen es die Spatzen von den Dächern: die BAZ ist faktisch pleite, nur CB kann das defizitäre Käseblatt mit Almosen noch retten! Die Riesendruckerei in Kleinhüningen verursachte grosse Verluste, weil nicht ausgelastet. Die 65 Miollönli für das schöne alte Gebäude am Äschenplatz stopft nur das Loch "e weeneli," mehr nicht.
    • 09.10.2012
    • 21
    • 4
  • Linus  Good , Oetwil a.d.L.
    Da wird die linke Basler-Seele wieder grauenhaft aufheulen. Einen Blocher darf man niemals unterschätzen.
  • Rolando  Labusta
    der Blocher kann es nicht locker lassen in Basel und Basler Zeitung, eieiei
  • Anita  Stoll
    Finde ich sehr gut,bravo an Familie Blocher.
  • nicolas  widmer
    sieht so aus als ob hier arbeitsplätze erhalten werden, wie teuflisch von CB!
    • georg  Kopp , baden
      Arbeitsplätze erhalten ist ja gut aber sie darf offenbar nicht von Seiten der SVP kommen, ganz sicher aber nicht von Blocher. Ich finde das auch teuflisch allerdings aber eher Ihre Ansichten.
      • 08.10.2012
      • als Kommentar auf nicolas  widmer
      • 54
      • 32
Seite 1 2 »
Seitenanfang

Top 3

1 Nach dem Nein im Nationalrat Ständeräte kämpfen weiter für die «Lex USA»bullet
2 Ständerat hält am US-Steuerdeal fest Was ist der «Bettelbrief» wert?bullet
3 Gesetz mit Hintertür Dürfen Asylbewerber bald sofort arbeiten?bullet

Politik