Blatters erster Auftritt seit dem Abgang: «Ich bin nicht zurückgetreten!»

Der Saal ist brechend voll. Die Gäste sitzen gespannt auf ihren Plätzen und warten auf ihn. Kurz nach 18.30 Uhr, mit etwas Verspätung, ist es endlich so weit: Sepp Blatter (79) betritt den Raum.

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23 Tage lang war der Fifa-Boss Sepp Blatter (79) von der Bildfläche verschwunden. Gestern hatte Blatter seinen ersten öffentlichen Auftritt nach dem grossen Beben in der Fussballwelt.

Die Sorgenfalten im Gesicht des Wallisers sind verschwunden, er strahlt, wirkt frisch und energiegeladen. Mit forschen Schritten geht er ans Rednerpult. «‹Gebt mir ein Museum und ich werde es füllen›, sagte der grosse Pablo Picasso», zitiert der Fifa-Präsident den spanischen Künstler. «Ich verspreche Ihnen das Gleiche, besitze aber einen entscheidenden Vorteil: Ich muss nicht zu Pinsel und Leinwand greifen, um unser Fifa-Museum zu füllen.»

Die Gäste lachen, pfeifen und applaudieren. Es sind Handwerker, Ingenieure und Architekten. Sie alle bauen am neuen Fifa-Museum, das 2016 in Zürich-Enge eröffnet werden soll. Sie alle feiern auf Einladung der Fifa im Albisgüetli die Aufrichte.

Und sie feiern Blatter, den Boss, den Macher, als wäre er der Herrgott in Person. Bereits beim Apéro bestürmen sie ihn, wollen Fotos, Autogramme, einen Händedruck. Blatter, in blaukariertem Jackett und weissem Hemd, geniesst das Bad in der Menge und lacht. «Es ist schön, da zu sein, es tut gut», sagt er immer wieder.

Sepp Blatter, der mächtigste Sportfunktionär der Welt, ist zurück. Es ist, als hätte der 2. Juni, dieser Dienstagabend, an dem Blatter seinen Rücktritt als Fifa-Präsident bekannt gab, nie existiert. Als wären die Korruptionsvorwürfe, die FBI-Ermittlungen sowie die Verhaftungen der Fifa-Funktionäre in Zürich nur böse Träume.

Seine Worte kommen beim Publikum an. «Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten», lehrt Blatter und lacht spitzbübisch. «Oder mit anderen Worten: Der Ball ist rund – aber nur, wer aus der Tiefe des Raumes kommt, kennt die eigentlichen Dimensionen unseres Sports. Nicht wahr, Günter Netzer?»

Mit seinen Worten heizt der gewiefte Walliser die Gerüchte um ein mögliches Comeback wie beiläufig weiter an. Gibt er tatsächlich seinen Rücktritt vom Rücktritt, wie spekuliert wird? Zu BLICK sagt Blatter. «Ich bin nicht zurückgetreten, sondern stelle mein Mandat an einem ausserordentlichen Kongress zur Verfügung.»

Dem Publikum sagt er: «Auch für mich persönlich ist das Museum eine Herzensangelegenheit. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich bin weder reif für das Museum noch fürs Wachsfigurenkabinett!»

Tosender Applaus. Blatter streckt die Arme in die Höhe. Es ist sein Tag, sein grosser Auftritt, sein Applaus.

Publiziert am 26.06.2015 | Aktualisiert am 26.06.2015
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Bundesanwalt Lauber: «Könnte auch Blatter befragen»

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70 Kommentare
  • Franz  Herzog 26.06.2015
    Warum können wir diesen grossprotzigen, machtgieriger Greis aus dem Wallis nicht einfach in ein Altersheim stecken. Oh , geht nicht die FIFA ist ja ein Altersheim. Schade, so müssen wir diesen Blatter noch lange ertragen.
    • Fritz  Frigorr 26.06.2015
      Weil ihm zu viele "Fussball-Fans" in den A.... kriechen. Oder war es umgekehrt ?
  • Vanessa  Meier 26.06.2015
    Na Herr Blatter, wollen sie nicht ins Ausland und Ferien geniessen? Bin gespannt was dann passiert.
  • Dominic   Hodel 26.06.2015
    «Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten». Aha...könnte wohl auch ein Spruch der Rothschilds sein....ich verstehe....merci Blatter, demaskiert sich selbst mit solchen Aussagen selbst.
  • Petra  Baumann aus Herisau
    26.06.2015
    Das war zu befürchten. Dass er wirklich Einsicht gewonnen hat, haben wohl wirklich nur die Leichtgläubigsten annehmen können.
  • Tinu  Rösch 26.06.2015
    Es wird entlich Zeit diesem unsäglichen Walliser keine Plattform mehr zu geben in den Medien. Wir haben definitiv genug von diesem selbstverliebten Typ!!!