Bis 2020 in 24-Stunden-Bereitschaft Luftwaffe schafft die Bürozeiten ab

BERN - Die Zeiten, in denen der Luftpolizeidienst nur an Werktagen einsatzbereit ist, sind bald vorbei.

Spätestens 2020 rund um die Uhr einsatzbereit: Ein Kampfjet des Typs F/A-18. play
Spätestens 2020 rund um die Uhr einsatzbereit: Ein Kampfjet des Typs F/A-18. Keystone

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Ab 2. Januar 2017 müssen bewaffnete Flugzeuge an 365 Tagen im Jahr von 8 bis 18 Uhr einsatzbereit sein – auch an Wochenenden und Feiertagen.

Dies gab heute das Verteidigungsdepartement (VBS) bekannt. Bei diesem Schritt handelt es sich um die zweite von vier Etappen im Ausbau der Einsatzbereitschaft des Luftpolizeidienstes. Diese wird im Rahmen des Projekts Luftpolizeidienst 24 (LP24) bis Ende 2020 kontinuierlich aufgebaut.

Auf ihn geht die Erhöhung der Luftwaffenbereitschaft zurück: Hans Hess (71), alt FDP-Ständerat (OW). play
Auf ihn geht die Erhöhung der Luftwaffenbereitschaft zurück: Hans Hess (71), alt FDP-Ständerat (OW). Keystone

Ab dann sollen rund um die Uhr während 365 Tagen zwei bewaffnete Kampfjets einsatzbereit sein – innert höchstens 15 Minuten. Das Projekt LP24 geht auf eine Motion von alt Ständerat Hans Hess (FDP/OW) aus dem Jahr 2009 zurück.

Schrittweise Erhöhung innert vier Jahren

Der erste Schritt erfolgte Anfang 2016: Während 50 Wochen standen fortan zwei bewaffnete Flugzeuge an Wochentagen von 8 bis 18 Uhr bereit. Noch im vergangenen Jahr war die Luftwaffe lediglich zu Bürozeiten einsatzbereit.

Nun erfolgt mit der Ausdehnung der Bereitschaft auf 365 Tage der zweite Schritt. Ab 2019 sollen die Jets in einem dritten Schritt von 6 bis 22 Uhr bereitstehen. Ende 2020 folgt dann im Rahmen des vierten Schrittes der Ausbau auf 24 Stunden während 365 Tagen.

Zusätzlich könne die Bereitschaft für einen beschränkten Zeitraum bereits vor Ende 2020 bei Bedarf auf 24 Stunden pro Tag erhöht werden, heisst es in der Mitteilung des VBS.

Hot Missions und Live Missions

Die beiden Flugzeuge werden für Hot Missions und Live Missions eingesetzt. Erstere sind Luftpolizeieinsätze bei Luftfahrzeugen, welche entweder die Lufthoheit verletzen, die Luftverkehrsregeln missachten oder sich in einer Notsituation befinden. Die Live Missions hingegen sind stichprobenartige Kontrollen von Staatsluftfahrzeugen, welche für das Überfliegen der Schweiz eine diplomatische Freigabe benötigen.

Hauptstandort für das Projekt LP24 ist der Militärflugplatz Payerne VD. Während der dortigen Pistensperre wird entweder ab Emmen LU oder ab Meiringen BE geflogen.

Mehrkosten von rund 30 Millionen pro Jahr

Für den Vollausbau Ende 2020 werden rund 100 zusätzliche Stellen bei Luftwaffe, Logistikbasis der Armee und Führungsunterstützungsbasis benötigt. Die Mehrkosten werden etwa 30 Millionen Franken pro Jahr betragen, wie der Bund bereits bekannt gegeben hat. Dieser Betrag setzt sich hauptsächlich aus Personalkosten, Kosten für die Flugsicherung und Betriebskosten zusammen.

Durch das Projekt LP24 werde es in Zukunft bei Bedarf auch ausserhalb der bisher gewohnten militärischen Flugbetriebszeiten zu Flugbewegungen mit Kampfjets und teilweise auch zu Überschallflügen kommen, warnt das VBS. Dies sei nötig, um die Sicherheit im Luftverkehr permanent zu gewährleisten und die hoheitlichen Rechte der Schweiz rund um die Uhr durchzusetzen. (SDA)

Publiziert am 09.12.2016 | Aktualisiert am 09.12.2016
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11 Kommentare
  • Peter  Kunz aus Biberist
    10.12.2016
    2009 !) wurde im Ständerat die 7 x 24 Stunden Einsatzbereitschaft der Schweizer Luftwaffe gefordert. 21 Jahre später, 2020, soll dieses Ziel dann erreicht sein. Entschuldigung, wieso dauert so lange. Mit dieser "ewig" dauernden Umsetzung wird wohl die Glaubwürdigkeit und die abschreckende Wirkung der Schweizer Luftwaffe untermauert. Eine so eindrückliche und machtvolle Leistung macht mir als Schweizer Angst, aber sicher nicht einem potentiellen Gegner.
  • Sandra  Jakob aus Winterthur
    10.12.2016
    ... und wenn dann die Beschaffung neuer Flugzeuge endlich bewilligt ist, dann wird ab 2022 wieder auf Bürozeiten reduziert ...
  • Thomas  Müller 10.12.2016
    Oh ist das peinlich, die "weltbeste Armee" und dann Dienst nach Bürozeiten. Das Militär der Nachbarländer Frankreich, Deutschland und Italien lacht sich kaputt.
  • Thomas  Müller 10.12.2016
    Oh ist das peinlich, die "weltbeste Armee" und dann Dienst nach Bürozeiten. Das Militär der Nachbarländer Frankreich, Deutschland und Italien lacht sich kaputt.
  • Charles  Huggler aus Anàpolis/GO
    10.12.2016
    schweizer bürokratie wieso ist das erst ab 2020 möglich wo es doch um die sicherheit unserer heimat geht.ich verstehe das nicht, in dieser zeitspanne kann viel passieren?