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FDP-Nationalrat Christian Lüscher sieht sich nicht als Kandidat der SVP. Zwar richte er sich nicht nach der Mehrheit und sage er immer, was er denke. Gerade das zeichne ihn aber als Liberalen aus, sagte Lüscher heute im «Tagesgespräch» von Schweizer Radio DRS.
Mit der Rolle als Aussenseiter könne er leben, aber er sei ein echter Kandidat der FDP. «Ich bin keine Beruhigungspille für die SVP», betonte der Genfer Anwalt, der seit zwei Jahren im Parlament sitzt.
Um seine Wahlchancen abzuschätzen, sei es zu früh. Wer ihm aber Lücken in den Dossiers unterstelle, der lüge, sagte Lüscher. Wahr sei, dass er keine Exekutiv-Erfahrung habe. Für ihn seien Ideen aber wichtiger als Erfahrung. «Erfahrungen können manchmal katastrophal sein.»
Neue Ideen hat Lüscher etwa bezüglich der Arbeit des Bundesrats: Das Gremium müsse öfter zusammenkommen, mehr Entscheide gemeinsam fällen und sie dann auch gemeinsam vertreten, forderte er. «Wir brauchen keine Reformen auf dem Papier, sondern Reformen in den Köpfen.»
Eine politische Baustelle sieht Lüscher auch in der Aussenpolitik. Besonders die Verhältnisse zu den USA und zu Europa müssten verbessert werden. Dass die Schweiz in den nächsten 15 Jahren Mitglied der EU wird, glaubt Lüscher nicht. Dies sei nicht der Wille der Bevölkerung.
In der Schweiz selber brauche es dringend mehr Arbeitsplätze. So könnten auch die Sozialwerke entlastet werden. Lüscher bekennt sich aber klar zum Sozialstaat: Wer Hilfe brauche, soll diese vom Staat bekommen, sagte er. «Ich habe in den USA gesehen, was geschieht, wenn dieses System versagt.»
Lüscher ist zusammen mit dem Neuenburger Ständerat Didier Burkhalter von der FDP für die Nachfolge von Pascal Couchepin nominiert worden (Blick.ch berichtete). Die Nomination eines CVP-Kandidaten findet möglicherweise heute statt. Es wäre aber eine Riesenüberraschung, wenn die Partei nicht Urs Schwaller ins Rennen schicken würde (siehe Box). (SDA/hhs)
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Christian Lüscher wehrt sich dagegen, mit der SVP in einen Topf geworfen zu werden. (Keystone)