Bei Regen und Nebel unbrauchbar? Kritik an geplanter Boden-Luft-Abwehr der Armee

  • Für 1 Milliarde Franken will die Armee ihre Boden-Luft-Abwehr erneuern.
  • Doch die favorisierten Raketensysteme erfüllen die Anforderungen nicht.
  • Jetzt erntet SVP-Armeeminister Guy Parmelin heftige Kritik aus der eigenen Partei.
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Die Armee will das Boden-Luft-Abwehrsystem «CAMM-ER» kaufen, auch wenn die Reichweite nicht den Anforderungen entspricht.

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Vor zwei Jahren spottete die Welt über die Schweizer Armee. Grund: Eine Entführung eines Passagierflugzeugs der Ethiopian Airlines zeigte, dass die Schweizer Luftwaffe nur während den Bürozeiten einsatzfähig ist.

Nun droht eine weitere Armee-Panne am Himmel. Nach dem Gripen-Absturz treibt der Bundesrat den Kauf einer neuen Boden-Luft-Verteidigung energisch voran. Das 1-Milliarde-Franken-Projekt «Bodluv 2020» soll es ermöglichen, bei jedem Wetter jedes Flugobjekt vom Himmel zu holen, von der Drohne bis zum Lenkflugkörper. Die Reichweite soll 15 Kilometer (Höhe) und 40 Kilometer (Distanz) betragen.

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Trifft nicht bei Regen oder Nebel: Trotzdem will die Armee das Boden-Luft-System IRIS-T kaufen. 

Doch die beiden Lenkwaffen, die nun gekauft werden sollen, erfüllen die Anforderungen nicht, wie die «Zentralschweiz am Sonntag» mit Bezug auf Kritiker berichtet. Das Produkt «Iris-T» des deutschen Herstellers Diehl sei nicht in der Lage, bei schlechtem Wetter zu treffen. Die Lenkwaffe «CAMM-ER» des Rüstungskonzerns MBDA wiederum schiesse «nicht hoch und vor allem auch nicht weit genug». «CAMM-ER» kommt nur auf eine Reichweite von 20 Kilometer.

Bei der Armasuisse lässt man sich von diesen Unzulänglichkeiten nicht beirren. «Es braucht beide Lenkwaffen, um die militärischen Anforderungen voll zu erfüllen», sagt Armasuisse-Sprecher Kaj-Gunnar Sievert zur «Zentralschweiz am Sonntag».

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SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz hat «grösste Bedenken» beim geplanten Boden-Luft-Abwehrprojekt. KEY

Umso deutlicher fällt die Kritik von Sicherheitspolitikern aus. SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz sagt: «Ich helfe nicht mehr Rüstungsgüter zu beschaffen, die nicht praxiserprobt sind, mit denen die Schweiz hohe Risiken eingeht und deren Kosten explodieren.» Er vertritt die Meinung, dass Boden-Luft-Systeme berücksichtigt werden müssten, die sich in der Praxis bereits bewährt haben.

Die Kontroverse zeigt: Schon nach einem Monat im Amt ist die Schonzeit für Neo-Armeeminister Guy Parmelin abgelaufen. Morgen wird sich der Waadtländer Weinbauer in der Sicherheitskommission kritischen Fragen stellen müssen.

Publiziert am 14.02.2016 | Aktualisiert am 02.04.2016
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16 Kommentare
  • Werner  Steingruber aus Flawil
    15.02.2016
    hört den diese idiotie niemehr auf.
  • David  Brunner aus Wetzikon
    15.02.2016
    Die Schweizer Armee als Hoffnungstrupp. Hoffen wir, dass es im Ernstfall nicht regnet, dass Bürozeit ist, dass der Armee nicht die Schweizer ausgehen und die verbliebenen nicht zu sehr bekifft und verkokst sind und vorzeigeintegrierte Adas nicht einem religiösen Flashback verfallen. Hoffen wir, dass das Mobilfunknetz nicht ausfällt und die Software-Lizenzen bezahlt sind, und hoffen wir, dass der SVP Verteitigungsminister nicht wie sein Vorgänger plötzlich "Ke Lust" hat.
  • Hans  König , via Facebook 15.02.2016
    Es wäre an der Zeit, dass ein paar Armeeplaner ("Generäle" und Kaderleute) frühzeitig entlassen werden. Es folgt eine Panne nach der andern.
  • Manfred  Obermeier , via Facebook 15.02.2016
    Wer sind eigentlich die Maulwürfe in diesem Laden? Seit Jahren geht alles schief - kein Zufall.
  • lerim  cvijanovic aus bütschwil
    15.02.2016
    Was ist los mit S-300 oder S-400? Weltweit ohne Konkurrenz, günstigste.
    • Michael  Tomov aus Koror
      15.02.2016
      Genau, oder die Chinesen und Amis und die Israelis haben da auch noch ein paar schöne Sachen. Aber nein, man muss wieder einmal einen CH-Furz pflegen, der nichts hergibt ausser Kosten.