Abrechnung Béglé geht auf Leuenberger los

  • Publiziert: 22.01.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

DELÉMONT – Das klingt nach Verbitterung. Nur zwei Tage nach seinem Rücktritt geht der gescheiterte Post-Präsident Claude Béglé auf seinen Ex-Chef Leuenberger los.

Eins muss man Claude Béglé lassen: Er ist kein Mann, der sich versteckt. Zwei Tage nach seinem Rücktritt als Post-Präsident zeigte er sich in Delémont bei einer Veranstaltung der GastroSuisse. 45 Minuten dauerte Béglés Rede vor 28 Wirtinnen. Sie wurde zur Abrechnung mit seinen Gegnern und vermeintlichen Freunden.

«Die alte Garde der Post» habe ihn beiseite gewischt. Und: Moritz Leuenberger habe ihn «klar fallengelassen», protokolliert die Westschweizer Zeitung «Le Matin».

Leuenberger habe über ihn gesagt: «Béglé hat nichts verstanden von der Schweizer Politik.»

Das klang offiziell vor zwei Tagen doch ganz anders: Da lobte Béglé Leuenberger noch über den Klee: «Ich bin Herrn Bundesrat Leuenberger extrem dankbar. Er hat mich immer gestützt.»

«Dann bin ich der Idiot»

Vor den Wirtinnen in Delémont sagte Béglé dann, was er wirklich denkt: Er sei das Bauernopfer. «Immer wenn Leuenberger attackiert wird, stehe künftig ich als Idiot da», zitiert «Le Matin» den frustrierten Ex-Post-Mann.

Doch Béglé gibt sich kämpferisch: «Das Leben geht weiter.» Und abschreiben sollte man ihn nicht in Bern. Jedenfalls träumt der gescheiterte Manager vom Comeback in einer «hohen öffentlichen Funktion». (roc)