Nacktscanner BAZL will sie, Maurer nicht

  • Publiziert: 30.12.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

BERN – Die Niederlande führt sie ein, der Flughafen Zürich wartet noch. Nacktscanner seien aber ein wirkungsvolles Instrument, findet das BAZL. Bundesrat Ueli Maurer hält nichts davon.

Bundesrat Ueli Maurer widerspricht dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL): Er lehnt den Einsatz von Nacktscannern ab. Zurzeit ist auf keinem Schweizer Flughafen ein solches Gerät geplant.

Körperscanner dürften im Zürcher Flughafen auch in den kommenden Wochen kaum anzutreffen sein. Wie Unique-Sprecherin Jasmin Bodmer sagte, bereitet Unique derzeit keinen Einsatz vor. Es sei aber denkbar, dass eine Einführung im Rahmen von verschärften Sicherheitsmassnahmen auf europäischer Ebene erfolge. Via Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) würden dann die Schweizer Flughäfen entsprechende Vorgaben erhalten.

In den Augen von BAZL-Sprecher Daniel Göring ist der Körperscanner ein wirkungsvolles Werkzeug. Gegenüber Radio DRS sprach er sich für eine europaweite Einführung aus.

Anderer Meinung ist Verteidigungsminister Ueli Maurer. Wie er am Mittwochabend auf «TeleZüri» sagte, lehnt er den Einsatz ab. Man müsse aufpassen, dass man nicht überreagiere. «Man muss nicht jede Person splitternackt anschauen», sagte er. Weniger drastische Massnahmen seien effizienter.

Für den Kampf gegen den internationalen Terrorismus forderte er stattdessen eine Verbesserung des Vorwarnsystems, eine stärkere Zusammenarbeit der Nachrichtendienste und einen besseren internationalen Informationsaustausch. (SDA)

play Der Einsatz von sogenannten Nacktscannern ist umstritten, da sie einen Eingriff in die Privatsphäre bedeuten können. (Goran Basic)