Bauernpräsident Markus Ritter von Pilotprojekt überzeugt «Flüchtlinge auf dem Hof, das funktioniert tipptopp»

Die Schweiz ist noch weit weg vom Job-Programm für Flüchtlinge, das SP-Mann Rudolf Strahm fordert. Doch verschiedene Erfolge lassen hoffen.

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Rudolf Strahms «Zeitbombe» hallt nach: Am Montag warnte der Ex-Preisüberwacher vor einer Integrationskrise. Kantone und Gemeinden müssten rasch Job-Programme für Zehntausende Flüchtlinge ins Leben rufen. Zwar ist die Schweiz noch weit entfernt von

einem flächendeckenden Job-Programm, doch gibt es bereits heute vielversprechende Eingliederungs-Projekte für Migranten. So läuft seit Mai ein Versuch von Bund und Bauernverband, Flüchtlinge in der Landwirtschaft einzusetzen.

Bauernpräsident Markus Ritter zieht eine positive Zwischenbilanz. «Die ersten Resultate sind erfreulich. Flüchtlinge auf dem Hof – das funktioniert tipptopp.» Voraussetzung sei aber eine sorgfältige Selektion der Interessenten. «Sie brauchen eine gute körperliche Konstitution. Sie müssen arbeitswillig sein. Und sie müssen über gewisse Kommunikationsfähigkeiten in einer Landessprache verfügen», so Ritter. Allerdings warnt der CVP-Nationalrat vor übertriebenen Erwartungen. Die Landwirtschaft könne nicht Zehntausende Flüchtlinge aufnehmen.

Beeindruckend sind auch die Integrations-Erfolge des Kantons Graubünden. Kaum irgendwo ist die Erwerbstätigkeit von Asylpersonen höher. Die Gründe: In individualisierten Sprachkursen und Job-Coachings werden Migranten schneller als anderswo fit gemacht für den Arbeitsmarkt. Der Einstieg fällt leicht, dank liberaler Rahmenbedingungen. Zudem gibt es im Tourismus viele Jobs für niedrig-qualifizierte Kräfte.

Abgesehen von diesen positiven Beispielen überwiegt das Flickwerk. Beispielhaft die Stellungnahme des Schweizerischen Arbeitgeberverbands: Die Integration von Flüchtlingen sei «primär eine Aufgabe des Staats». Zwar fördere der Arbeitgeberverband über den «Integrationsdialog» die Sensibilisierung der Wirtschaft und Behörden, um das Potenzial der hier lebenden Migranten besser zu nutzen. «Allerdings sehen sich die Arbeitgeber nicht in der Pflicht, spezifisch Flüchtlinge zu bevorzugen.»

Zuweilen tragen auch die Behörden zu angespannter Stimmung bei wichtigen Partnern bei. Im Januar sorgte Justizministerin Simonetta Sommaruga bei Bauern für böses Blut. Sie zeigte sich unbefriedigt darüber, dass nur ein gutes Dutzend Flüchtlinge am oben erwähnten Bauernhof-Praktikum teilgenommen hatten. Pikant: Das Pilotprojekt war explizit als Projekt mit 15 Plätzen entwickelt worden. Nach dem Eklat bemühte sich der Staatssekretär für Migration, Mario Gattiker, höchstpersönlich, den Schaden zu kitten.

«Gewisse Formulierungen in der Rede von Frau Sommaruga wurden möglicherweise falsch verstanden», heisst es beim Justizdepartement auf Anfrage. «Die Justizministerin ist sehr erfreut über die Unterstützung der Bauern bei der Integration von Flüchtlingen.»

Publiziert am 17.02.2016 | Aktualisiert am 22.06.2016
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71 Kommentare
  • carmensita  benzola aus zürich
    17.02.2016
    ja habt recht zuerst die schweizer arbeitslose und sozialhilfe empfänger anstellen dann sie...aber was ihr nicht wisst ist das die flüchtlingen gratis arbeiten müssen und lassen firmen wie Brockenhaus und Einsatzprogramme in milionen schwimmen......oder wollen die schweizer auch gratis arbeiten für eine warmes bett und ein teller essen??
  • Rudolf  Locher , via Facebook 17.02.2016
    die wollen sicher nicht auf Bauernhöfe denn die sind so weit weg von Aldi und Lidel
    • Corina  Berner , via Facebook 18.02.2016
      10 min Autofahrt. Oder 1 Stunde zu Fuss also soweit ist der Lidl auch nicht weg
  • Markus  Immer aus Dumagete
    17.02.2016
    "Zudem gibt es im Tourismus viele Jobs für niedrig-qualifizierte Kräfte." Ja u. dann wundern sie sich wenn keine Gäste mehr kommen! Ich sehe man diskutiert nicht mehr diese Leute wieder zurückzuschicken, man will "integrieren" was erwiesenermassen nicht funktioniert!
  • Marion   Jost aus Schönenwerd
    17.02.2016
    Da die Flüchtlinge sowieso kommen und dann da sind, finde ich es besser sie so einzusetzen als noch extra Rumänen oder Polen herein zu holen! Dann kann man sich das ganze Sparen, wenn die Flüchtlinge arbeiten ist allen geholfen! Solche Programme finde ich absolut nützlich und wichtig!
  • rolf  sulzer 17.02.2016
    Stoppt doch endlich diesen nicht zum Ziel führenden Integrations-Wahnsinn und die Geschäftemacherei mit Flüchtlingen, der Herr Bauer macht das z.B. nur deshalb, damit er noch mehr Subventionen bekommt. Es wäre viel einfacher, diese Menschen auf ihre Rückkehr in ihre Heimat vorzubereiten, an Stelle, was viel komplizierter ist, sie hier für immer ansässig zu machen - was nur bedingt gelingen wird. Was nützt denen Deutsch sprechen zu können wenn sie ihre Häuser in Syrien wieder aufbauen müssen?